Forsa-Umfrage
Die FDP hängt wie Blei an den Füßen der Koalition

Die FDP verharrt tief im Tal der Wählergunst. Laut einer Umfrage würde sie mit vier Prozent den Einzug ins Parlament verpassen. Da kann selbst die in den Umfragewerten leicht verbesserte Union die schwarz-gelbe Koalition nicht aus dem Stimmungstief hieven. In einer Bundesregierung mit der SPD würden aktuell die Grünen den Kanzler stellen.
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HB HAMBURG. Die Union hat ihr Tief der vergangenen Woche wieder ausgebügelt. Im wöchentlichen stern-RTL-Wahltrend, einer repräsentativen Umfrage unter 2503 Bürgern, stieg sie im Vergleich zur vorigen Woche um zwei Punkte. Mit 31 Prozent bleiben CDU/CSUD jedoch weiter auf schwachem Niveau. Die FDP verharrt bei vier Prozent und wäre damit nicht im Bundestag vertreten.

Für die SPD wollen wie in den beiden Wochen zuvor 23 Prozent der Wähler stimmen. Die Grünen geben einen Punkt ab, mit 24 Prozent bleiben sie allerdings weiter stärker als die Sozialdemokraten. Die Linke fällt um einen Punkt auf elf Prozent. Für „sonstige Parteien“ würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden. Mit zusammen 47 Prozent hätten Grüne und SPD einen Vorsprung von zwölf Punkten vor Union und FDP und damit im Parlament eine knappe Mehrheit der Stimmen. Demnach hätte derzeit der Bundeskanzler ein grünes Parteibuch.

23 Prozent der Bürger sind der Ansicht, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ein besserer Bundeskanzler wäre als Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU). So sagten 14 Prozent, Guttenberg wäre schlechter als die seit fünf Jahren amtierende Kanzlerin. Mit 48 Prozent meinten die meisten der Befragten, sie sähen keinen Unterschied.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte im stern die Beliebtheit von zu Guttenberg damit, dass er als jemand wahrgenommen werde, der von außen kommt und nicht dem Berliner Politzirkus angehört. Güllner: „Dass er Reformen auch gegen Widerstände in der eigenen Partei durchsetzt, bestärkt dieses Bild.“ Die guten Werte für den Verteidigungsminister dürfe man jedoch nicht überinterpretieren. Güllner: „Zu Guttenberg wird als netter Typ angesehen, aber an seiner Kanzlertauglichkeit gibt es viele Fragezeichen. Bislang wurde er ja noch nie ernsthaft gefordert.“ Der Forsa-Chef wies darauf hin, dass die Kanzlerin bei den Unions-Anhängern deutlich mehr Rückhalt habe als zu Guttenberg.

Im direkten Vergleich mit SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier schnitten beide Unions-Politiker etwa gleich gut ab. Wenn die Deutschen die Wahl zwischen Merkel und Steinmeier hätten, würden sich 40 Prozent für die CDU-Chefin und 31 Prozent für den einstigen SPD-Kanzlerkandidaten entscheiden. Bei der Alternative zu Guttenberg-Steinmeier würden 41 Prozent für den CSU-Politiker und 30 Prozent für den SPD-Fraktionschef stimmen.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete unterdessen die Kanzlerspekulationen um Guttenberg als „Phantomdebatte“. Im Interview mit „Spiegel Online“ lobte von der Leyen zwar, sie sei über Guttenbergs Popularität nicht überrascht. Er sei integer und sie arbeite mit ihm hervorragend zusammen. Dass die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt sich gut entwickelten seien Früchte von fünf Jahren guter Regierungsarbeit unter Merkel. „Und wir debattieren über die ferne Zukunft“, kritisierte von der Leyen.

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