Forsa-Umfrage: SPD drängt Merkel in die Ecke

Forsa-Umfrage
SPD drängt Merkel in die Ecke

Die Union hat die Wahl hoch gewonnen. Doch im Regierungsalltag beherrscht die SPD die Schlagzeilen. Dass sie zielsicher ihre Themen setzt, überzeugt viele Bürger, wie eine Forsa-Umfrage für Handelsblatt Online ergibt.
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BerlinAm Abend der Bundestagswahl konnte die CDU vor Kraft kaum laufen. Immerhin war die Union knapp an der absoluten Mehrheit vorbeigeschrammt. Fast fünf Monate später aber sind es nicht Merkel & Co., die in der Großen Koalition den Ton angeben. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Handelsblatt Online sehen die Bundesbürger mehrheitlich die SPD als Zugpferd der Regierung.

In der Umfrage unter 1.004 Bürgern haben demnach 31 Prozent der Befragten den Eindruck, dass in der Großen Koalition die Unionsparteien bislang mehr Akzente setzen konnten und ein besseres Bild abgegeben haben. 37 Prozent finden dagegen, dass die SPD bislang mehr Akzente setzen konnte. 25 Prozent sehen zwischen den Koalitionspartnern in dieser Frage keinen Unterschied.

Der allgemeine Eindruck einer SPD als treibende Kraft in der Koalition schlägt sich offenbar auch auf die Anhänger der Parteien nieder. So haben SPD-Wähler laut der Umfrage häufiger den Eindruck, dass „ihre“ Partei in der Koalition bislang ein besseres Bild abgegeben hat (54 Prozent) als die Unions-Anhänger dies von ihren Parteien sagen (44 Prozent).

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, reagierte gelassen auf die Umfrage. „Entscheidend ist nicht, wer am meisten Wind macht, sondern, wer die Regierungsarbeit mit Substanz füllt“, sagte Steiger Handelsblatt Online.

Mit Blick auf die Rentenpolitik äußerte er zugleich die Hoffnung, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch mache. „Die ebenso medienwirksamen wie schädlichen Maximalforderungen der SPD zu Rente mit 63 und Mindestlohn sollten im Sinne der künftigen Generationen so niemals Gesetz werden“, sagte der CDU-Politiker. Und letztlich entscheide das gesamte Kabinett, fügte Steiger hinzu, und nicht eine SPD-Ministerin oder ein SPD-Minister, welcher Gesetzentwurf dem Bundestag zugeleitet werde. „Und da bleibt es dabei: Die SPD ist der kleinere Koalitionspartner und stellt dementsprechend nur 6 Kabinettsmitglieder, die Union dagegen 10.“

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  • Politiker und Medien hauen auf die Schweizer Bürger ein! Die große Mehrheit der deutschen Bürger beglückwünscht die Schweiz zu ihrer beispielhaften Demokratie. Unrecht haben die korrupten Politiker in Berlin und Brüssel. Und darum muss zu den Europawahlen im Mai eben anders gewählt werden. Die Bürger haben die Chance, den Schweizern den Rücken zu stärken.

  • Genau! Aber das Schweizer Vorbild muss in der BRD erst 'reifen'. Das dauert noch Jahre....

  • Monopole sind nie gut. Das Regierungsmonopol der grossen Koalition unterdrückt das Volk. Unvergessen die vorherige grosse Koalition: 16% MwSt oder 17% - darüber wurde gestritten. Es wurden 19!. Bei uns in der Schweiz sollten die Kosten für die Vignette auf 120,- CHF angehoben werden. Es gab ein Volksentscheid. Jetzt kostet sie wie zuvor weiterhin 40,- CHF. Die Regierung muss nun überlegen wo sie die Kosten einsparen kann. Z.B. bei den Löhnen der Staatsdiener.
    Der gestrige Auftritt im Fernsehen von Ralf Stegner, SPD und Rolf-Dieter Krause von der ARD waren aus Schweizer Sicht eine gute Reklame für die Schweiz. So stellen wir uns die Deutschen Beamten vor. Wir verstehen einfach nicht wie ein Volk welches so kluge Köpfe hervorgebracht hat sich von derartigen Politikern lenken lässt. Gut Herr Krause ist bei einer Medienanstalt, aber die ARD ist so weit ich weiss ja ein Staatsbetrieb.

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