Forsa-Wahltrend: SPD säuft in Umfrage weiter ab

Forsa-Wahltrend
SPD säuft in Umfrage weiter ab

Steinbrück zieht die SPD in den Umfragen weit nach unten. Im Forsa-Wahltrend erreicht die Partei den schlechtesten Wert seit 18 Monaten. Der direkte Vergleich mit Merkel ist ein Debakel. Die SPD reagiert gelassen.

HamburgDie SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sind mit ihren Umfragewerten im freien Fall. In dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL erreicht die Partei nur noch 23 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in dieser Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa seit Juli 2011.

Damit wäre die SPD auch bei ihrem schlechtesten, jemals bei einer Bundestagswahl erzielten Ergebnis angekommen: Im Jahr 2009 hatten nur 23 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten gemacht. Anfang Oktober, direkt nach der Nominierung Steinbrücks, hatte die SPD in der Forsa-Umfrage noch 30 Prozent erzielt.

Auch der Kanzlerkandidat selbst verliert trotz der Bemühungen der SPD, nach dem Holperstart ins Wahljahr mit inhaltlichen Themen zu punkten, in der Bevölkerung weiter an Ansehen. Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich nach dem Wahltrend nur noch 18 Prozent für Steinbrück entscheiden - das waren 4 Punkte weniger als in der Woche zuvor.

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würden 59 Prozent stimmen, ein Punkt mehr als vor Wochenfrist. Die Kanzlerin hat rund acht Monate vor der Bundestagswahl damit einen Vorsprung von 41 Prozentpunkten vor ihrem Herausforderer.

Der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, reagierte gelassen auf den Umfrage-Einbruch. „Umfragen ändern sich ständig und fallen je nach Institut und Auftraggeber auch noch sehr verschieden aus, nicht nur für die SPD“, sagte Stegner Handelsblatt Online. Gute Umfragen seien schön, schlechte unerfreulich. „Aber es bleiben Wasserstände, die man weder überinterpretieren sollte, noch gar die Politik danach ausrichten darf“, betonte der Koordinator der Linken im Parteivorstand. „Weder die Niedersachsen- noch die Bundestagswahl sind bereits entschieden.“

Die Stärke der Kanzlerin schlägt sich auch in den Umfragewerten für die Union nieder: Sie gewinnt erneut einen Punkt und steigert sich auf 43 Prozent. Das ist den Angaben zufolge der beste Wert der CDU/CSU unter Kanzlerin Merkel überhaupt. Forsa befragte für den Wahltrend 2.507 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 7. bis 11. Januar. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.

Agentur
dapd 
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Dietmar Neuerer
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