#Forsafragen zur Griechenland-Krise
„Macht Merkel ihren Job gut oder soll diese Katze sterben?“

Die Kanzlerin erntet in ihrer Griechenland-Politik ungewohnte Zustimmung von Grünen-Wählern. Das soll zumindest eine Forsa-Umfrage belegen. Doch offenbar hat es das Institut mit der Methodik nicht so genau genommen.
  • 8

Düsseldorf Eine Forsa-Umfrage zur Rettungspolitik der Kanzlerin sorgt für Aufregung in den sozialen Netzwerken. In der internationalen Presse gescholten und von manch einem deutschen Medium als „Eiserne Kanzlerin“ tituliert, kann sich Angela Merkel in Deutschland einer breiten Mehrheit an Unterstützern sicher sein.

Das meldeten zumindest die Nachrichtenagenturen dpa und AFP auf Basis einer Forsa-Umfrage. Demnach ist die Mehrheit der Deutschen mit dem Krisenmanagement der Kanzlerin zufrieden – besonders die Anhänger der Grünen und sogar der Linken.

Der Haken: So stimmt die Aussage nicht. Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt in seinem Blog, dass die Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „Stern“ nur deutlich eingeschränkte Antwortmöglichkeiten geboten habe. Es habe nur die Antwortmöglichkeiten gegeben, dass man entweder Merkels Politik gut findet oder aber die Kanzlerin Griechenland aus dem Euro hätte zwingen sollen. Die Möglichkeit, Merkels Politik zu kritisieren, weil sie zu hart gegenüber Griechenland auftrat, bot die Umfrage nicht.

In der Regel ist bei solchen Fragen („Wie zufrieden sind Sie mit der Griechenland-Politik der Kanzlerin?“ zum Beispiel) eine mehrstufige Skala vorgesehen von „Stimme voll und ganz zu“ oder „Stimme gar nicht zu“. Die fehlte bei der Forsa-Umfrage allerdings.

Das sorgt jetzt auch auf Twitter für Aufregung. Das Hashtag „Forsafragen“ schafft es am Mittwochvormittag auf Platz eins der Trending Topics. Die von den Nutzern vorgeschlagenen Fragen entbehren nicht des Spottes, so schreibt zum Beispiel Nutzer @ErikMarquardt: „Denken Sie Angela Merkel macht einen guten Job, oder soll dieses süße Kätzchen sterben?“

Auch Nutzer @PatrickTe hat sich eine Forsafrage nach diesem Muster überlegt: Ob man lieber einer Rede des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoibers zuhören oder auf brennenden Kohlen laufen würde:

Nutzer @guentherhack verbindet die Frage nach der Zufriedenheit mit der Kanzlerin mit der Einstellung zu Frauen in Führungspositionen:

Und auch die Katrin Göring-Eckhardt, grüne Fraktionschefin im Bundestag, meldet sich zu Wort und steuert eine Frage bei – Zufriedenheit mit Sigmar Gabriel oder lieber ins Dschungelcamp:

Kommentare zu " #Forsafragen zur Griechenland-Krise: „Macht Merkel ihren Job gut oder soll diese Katze sterben?“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ist doch logisch, dass die Grünen der Merkel zustimmen. Merkel ist doch selbst eine Grüne und plant doch schon für 2017 die Koalition mit den Grünen
    Merkel ist eine Staatszerstörerin.
    Die Berichte in den Englischen Zeitungen heute sind alles andere als schön.
    Die Deutschen sind mal iweder die Bösen.
    Es wird Zeit, dass unsere Journalisten endlich aufwachen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • So haben die Meinungsinstitute im Auftrag auch die AfD ins falsche Licht gerückt und öffentlich beschädigt.

    Aber viel entscheidender:

    Die wichtigen Medien in diesem Land zeigen jeden Tag mehr, wie sich die Kernschmelze des EUR entwickelt, aber die wenigsten Redakteure und Journalisten haben das "big picture". Sie merken nicht oder nur langsam, welche historische Katastrophe sich da anbahnt, wenn nicht endlich ohne Tabus und in voller Ehrlichkeit über Konsequenzen gesprochen wird.

    Die EUR-Zone ist nicht mehr haltbar, es geht gar nicht mehr nur um Griechenland, es ist eine ganz große Nord-Süd-Thematik.

    Der EUR ist die größte Seuche in Europa seit der schwarzen Pest.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%