Forschungsministerium

„Der Hype ums Elektroauto ist vorbei“

Bis 2020 wollte die Bundesregierung eine Million Elektroautos auf die Straßen bringen. Nun zitiert eine Zeitung ein Papier des Forschungsministeriums. Darin wird deutlich: Die Erwartungen könnten nicht gehalten werden.
19 Kommentare

Frankfurt/MainDer Siegeszug der Elektroautos in Deutschland wird länger dauern als bisher gedacht. So verabschiedet sich die Bundesregierung von dem Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) vorab berichtet. „Der Hype ist vorbei“, zitiert das Blatt aus einem Papier des Forschungsministeriums. Den hohen Erwartungen folge nun "das Tal der Tränen. Das ist normal."

Ähnlich ist die Sicht demnach in anderen Ressorts: Umweltminister Peter Altmaier (CDU) räumt laut FAS offen Probleme mit den Elektroautos ein, und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) weigert sich, den Absatz mit Kaufprämien anzustoßen.

Am Montag trifft sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Autogipfel mit Top-Managern zum Thema Elektromobilität. Die Industrie warnt, dass ohne weitere Förderung bis 2020 höchstens 600.000 Elektromobile abzusetzen seien. „Wir werden einen langen Atem brauchen, auch über das Jahr 2020 hinaus“, heißt es dem Bericht zufolge in einem Papier aus dem Haus von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) zu dem Treffen.

  • dapd
Startseite

19 Kommentare zu "Forschungsministerium: „Der Hype ums Elektroauto ist vorbei“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • hellwach
    regen Sie sich doch nicht so auf
    So ist das eben mit staatsbefohlener Produktion.
    Kennen wir doch alle noch aus DDR-zeiten.

  • 100 km elektroauto sind NICHT viel billiger als 100 km benzinauto. man rechnet immer schön die reinen stromkosten für´s laden der akkus. aber dass der akku auch mal gewechselt werden muss (der mehrere tausend euro kosten kann)bzw dass man den akku mieten muss oder die mehrkosten beim kauf vom elektroauto werden gerne mal ausgelassen!!! da kommt man dann nämlcih auch schnell auf über 10 euro pro 100 km!!!

  • 100 Km Stromauto erzeugen einen Preis von 2 bis 3 Euro (inklusive ca 40% Stromsteuer). 100 Km Bezinauto kosten bei ca 8 l Benzin ca 13 bis 14 Euro. Der Verlust des Bundes an Benzinsteuer inklusive Ökoabgaben etc... über 10 Jahre bei ca 12.000 km/Jahr (entspricht 1.000 l Benzin pro Jahr) gegenüber dem Gewinn an Stromsteuer liegt bei 800 bis 1000 Euro pro Jahr also über 10 Jahre bei 8.000 bis 10.000 Euro.
    Insofern ist das Stromauto steuerlich ein hohes Verlustgeschäft für den Bund, das dann wohl alle Steuerzahler tragen müssten. Steuer und Abgaben auf Kraftstoffe betragen z.Z. mindestens 40 Millarden Euro pro Jahr. Bei ca 80 Mio Einwohner in Deutschland würde bei voller Elektrifizierung jeder Kopf ca 500 Euro pro Jahr zusätzlich beisteuern müssen neben den zusätzlichen Subventionierungen für Öko-Strom und weiteren gewaltigen Kosten der Energiewende, die wir alle tragen wollen müssen.
    Eine weitere Subventionierung der e-Autos geht daher m.E. langfristig nur über eine Verlagerung steuerlicher Einnahmen auf die Nichtelektroautobesitzer und bei voller Elektrizität auf alle.
    Diese Diskussion ist m.E. bisher noch nicht geführt worden. Ich würde mich freuen, wenn sie endlich eröffent würde!

  • Keine Angst. Andere Länder (z.B. China) werden Elektorautos zu günstigen Preisen in absehbarer Zeit anbieten und Deutschland bleibt auf PS-Zylindern sitzen.
    Weiter so Herr Rößler!

  • leider kam von der Autoindustrie nichts was bezahlbar wäre, höchstens der Zoe von Renault und der kommt ja erst nächstes Jahr. Das Elektroautos auch Spaß machen können und dabei ordentlich Reichweiten haben können (bis zu 400Km) beweist Tesla. Würden mehr bezahlbare Elektroautos auf dem Markt kommen, hätte ich schon längst eins gekauft.

  • Strom ist ohne Ende da!!! Wir - Europa hat Strom im Überfluss.

    Das Ammenmärchen der Stromknappheit dient nur dem ständigen Appell an unsere Urängste und somit der Rechtfertigung für höhere Strompreise und Milliardengewinnen der Energieversorger. Wir sind ja schon bereit, dies zu glauben und sogar als Anwalt der Energiekonzerne in öffentlichen Foren aufzutreten. Nichts anderes hat die Energiewirtschaft beabsichtigt.

    Woher kommen sonst die Milliardenüberschüsse der Versorger? Ist der Strompreis auch mal gesunken?

    Ein weiterer Vorteil für E-Autos läge auf der Hand: Der Strom zum Laden würde zu 95% in den Nachtstunden abgenommen werden, wenn ein Überangebot zu preiswerten Konditionen bestünde.

    Aber wer möchte das schon gerne?

  • Das was ich heute kaufe kann doch morgen schon Schnee von gestern sein! Die Technik ist noch viel zu sehr im Fluss als dass man sich bei einem PKW für zehn Jahre festlegen könnte. Und die Bundesregierung sichert nicht diese Investition ab! Und auch nicht die Automobilindustrie!

  • Vielleicht sollte die Technik erst ausgereift werden, bevor uns wieder halbgare Ideen aufgetischt werden? Solange die Kapazität der Akkus nicht ausreichend ist, nützt das Otto-Normal-Bürger eben nicht. Auch müssen die Akkus austauschbar sein, sodass ich an der Tanke den Akku tauschen kann. Autos könnten "ohne" Akkus verkauft werden (Fahrzeuge wären plötzlich wesentlich billiger), deren Finanzierung erfolgt durch eine Wechselgebühr an der Tanke.
    Aber nein, was wir erleben hat reinen Alibicharakter. Witzlose Stromzapfsäulen in den Innenstädt (sehr vandalensicher) etc. Das Schlimme für mich ist, dass viele Politiker eine gute Ausbildung genossen haben, aber dann immer diesen Non-Sense fabrizieren. Sind die selbst in ihrer Welt so verblendet und gefangen oder wollen Sie uns nur Tag und Nacht die Hucke voll lügen.

  • Im Endeffekt scheitert die ganze Sache daran, dass nicht genügend Strom verfügbar sein wird (zumindest nicht kurzfristig). Die Frage ist auch wie der Strom erzeugt werden soll. Würden die Elektroautos gleichmäßig über den Tag verteilt aufgeladen, wären sie eine hervorragende Begründung für neue Grundlastkraftwerke (Atom, Braunkohle, Steinkohle). Die will aber niemand. Bei Windkraftwerken auf hoher See müssten zu den geplanten Stromtrassen weitere von Nord nach Süd hinzukommen. Die will auch keiner. Also wird es wegen der zu erwartenden Dauer der erforderlichen Genehmigungsverfahren recht lange dauern bis ansatzweise der erforderliche Strom verfügbar ist. Bis dahin schieben wir die Elektroautos einfach. Man kann ja währenddessen die Batterien ausbauen, da sie nicht gebraucht werden. Dann geht's leichter. Viel Spaß mit dem Elektroauto.

  • Mal eine R O T E L I N I E, die unterschritten wird.

    Bei unserer Regierung wird der Kampf mit roten Linien zur Gewohnheit.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%