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Forschungsministerium: Geheimstudie spielt Atom-Wiedereinstieg durch

Seit drei Monaten liegt im Schreibtisch von Bundesforschungsministerin Annette Schavan eine brisante Atomstudie, die die Ministerin zurückhält. Die Studie liegt dem Handelsblatt vor. Darin empfehlen 100 Wissenschaftler den Bau von neuen Atomkraftwerken in Deutschland und auch eine neue Endlagersuche.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan wollte eine Atomstudie unter Verschluss halten. Quelle: ap
Bundesforschungsministerin Annette Schavan wollte eine Atomstudie unter Verschluss halten. Quelle: ap

BERLIN. Die von Bundesforschungsminiterin Annette Schavan (CDU) in Auftrag gegebene Studie zur Zukunft der Energieforschung spielt mit der Option des Wiederreinstiegs in die Atomkraft. "Deutschland könnte sich in der Zukunft wieder an der Entwicklung und dem Bau von neuen Kernkraftwerken beteiligen, um einen erheblichen Teil des Energeibedarfs zu decken", heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt komplett vorliegt.

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Das sei etwa dann denkbar, um die hohen deutschen Sicherheitsstandards auch im Ausland zu verbreiten, "oder wenn sich die Einsicht durchsetzen sollte, dass die Kernkraft trotz der unbestreitbaren Risiken eine kostengünstige und konsensfähige Stromversorgung ohne CO2-Austoß bietet".

Diese Passagen erklären, warum Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) mit den drei beteiligten Akademien vereinbart hatte, die bereits im Juni übergebene Version erst nach der Wahl im Oktober zu veröffentlichen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass es "Wahlkampf untergeht oder zerredet wird", heißt es in einem dem Handelsblatt vorliegenden Brief der beteiligen Forscher.

Konkret weisen die Autoren darauf hin, dass die Kernkraftwerke der 4. Generation wesentlich sicherer seien und zudem die Brennstoffe bis zu 50 mal so gut ausnutzen würden. Sie geben jedoch auch zu bedenken, dass "der wirtschaftliche Einsatz solcher Anlagen kaum vor Mitte dieses Jahrhunderts erfolgen dürfte. Darüber hinaus warnen sie auch davor, dass die Gefahr der Proliferation - also der Weitergabe von spaltbarem Material an Dritte - "in einem massiv auf Kernenergie setzenden Energiesystem ein großes Problem darstellt"."

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