Fraktionsspitze Gysi sticht Wagenknecht aus

Offenbar hat sich Gregor Gysi im Machtkampf um den Vorsitz der Linksfraktion gegen Sahra Wagenknecht durchgesetzt. Sie bestätigt, dass sie nicht auf eine Doppelspitze besteht. Damit könnte Gysi weiter alleine führen.
Update: 08.10.2013 - 21:52 Uhr 12 Kommentare
Wohl kein Duo an der Spitze: Gysi und Wagenknecht. Quelle: dapd

Wohl kein Duo an der Spitze: Gysi und Wagenknecht.

(Foto: dapd)

BerstelandIm Machtkampf um den Vorsitz der Linksfraktion hat sich der bisherige Fraktionschef Gregor Gysi offenbar gegen seine Stellvertreterin Sahra Wagenknecht durchgesetzt. Wagenknecht machte am Dienstag am Rande der Fraktionsklausur im brandenburgischen Bersteland deutlich, dass sie nicht auf Bildung einer Doppelspitze mit Gysi bestehen werde. Damit könnte Gysi die Fraktion weiter alleine führen.

Wagenknecht übte aber heftige Kritik an Gysis Vorgehen und warf ihm indirekt vor, die Abgeordneten unangemessen unter Druck gesetzt zu haben. Man müsse „aufpassen, dass man Fraktionen nicht zu Zerreißproben bringt, wenn dann eben Ultimaten öffentlicher Art im Raum stehen. Das muss man natürlich berücksichtigen“, sagte sie. „Ich glaube schon, dass in der Fraktion, wenn es eine ganz freie Entscheidung wäre, sicherlich viele eine Doppelspitze sich wünschen würden.“

Wagenknecht bezog sich damit auf Andeutungen aus dem Gysi-Lager, nach denen der 65-Jährige nicht für eine Doppelspitze zur Verfügung stehen würde. Gysi wollte die Diskussion nicht kommentieren. „Ich werde mich zu den Personalfragen überhaupt nicht äußern, weil wir das einvernehmlich in der Fraktion miteinander bereden und entscheiden werden“, sagte er.

Der Fraktionsvorstand wird an diesem Mittwoch in Bersteland neu gewählt. Wagenknecht hat nach dpa-Informationen bereits einem Kompromissvorschlag zugestimmt, nach dem Gysi alleiniger Fraktionschef bleiben und sie selbst einzige „erste Stellvertreterin“ werden soll. Daneben soll es sechs weitere Stellvertreter geben, darunter der frühere Parteichef Klaus Ernst und der ehemalige Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.

Die Regelung soll aber nur für zwei Jahre gelten. Die Befürworter einer Doppelspitze wollen einen verbindlichen Beschluss, dass es ab 2015 zwei Fraktionschefs gibt - einen Mann und eine Frau. „Wir brauchen eine Doppelspitze, und zwar noch in dieser Legislatur“, sagte Wagenknecht. In der Fraktion wird spekuliert, dass der 65-jährige Gysi ohnehin nur noch zwei Jahre im Amt bleiben möchte.

Die Doppelspitze mit Wagenknecht wird vor allem von den westdeutschen Fundamentalisten in der Fraktion befürwortet. Die ostdeutschen Pragmatiker sind für Gysi als alleinige Spitze. Der Linksfraktion gehören je 32 Abgeordnete aus Ost und West an, die aber nicht alle einem der beiden Lagern zuzuordnen sind.

Doppelspitze soll fest verankert werden
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12 Kommentare zu "Fraktionsspitze: Gysi sticht Wagenknecht aus"

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  • @andre

    Die SED/PDS gibt es schon lang nicht mehr. Sicherlich sind noch viele ehemalige SED-Mitglieder in der heutigen Partei "Die Linke" aber das ist auch völlig legitim.

    Eine Mangelwirtschaft haben wir doch heute ebenso! Nur bezieht sich dieser Mangel nicht auf Konsumgüter sondern auf vernünftig bezahlte Arbeitsplätze.

    Über Produktqualitäten braucht man schon gleich gar nicht erst reden. In dem heutigen System werden die Produkte von vornherein so konstruiert, dass sie nach Ablauf der Garantie kaputt gehen. Auf der anderen Seite sind noch Millionen von Haushaltsgeräten der ehemaligen DDR in den neuen Bundesländern im Betrieb.

    Zur Polizeiüberwachung muss man auch nichts schreiben. Ich sage nur NSA und BND. Und wer nichts zu verbergen hatte, musste auch zu Zeiten der DDR keine Polizei fürchten.

    Kombinatswirtschaft war doch nichts anderes als eine Kombination sinnvoller Wirtschaftszweige in einem Unternehmen. Eben jene Kombination, welche internationale Konzerne noch heute anstreben, insofern das Kartellamt zustimmt.

    So gesehen, sind wir von lauter Irren umgeben oder?

  • Der "Brudermörder", gerade bei den Kommunisten und anderer Radikaler wetzt immer sein Messer im Rücken des Patriarchen, das ist auch bei den SED Kommunisten nicht anders.

  • VOr Frau Wagenknecht muss man sich hüten. Sie verdreht die Tatsachen und keiner enttarnt die Lügen:
    Letztens meinte sie aus Ludwig Erhardts "Wohlstand für alle" zu zitieren mit "Die Löhne müssen mit der Produktivität steigen."
    Richtigerweise hat er aber gesagt: "Die Löhne dürfen nicht stärker steigen als die Produktivität."
    Klingt ähnlich ist aber grundverschieden.

  • Das Beispiel der "Frau an seiner Seite" zeigt erschreckend, wie weitverzweigt die Stasi auch heute noch ganz offen und ungeniert in diesem Land vertreten ist, sonst wären solche Wahlergebnisse, besonders in der früheren "DDR" kaum möglich!
    Die werden nicht TROTZDEM gewählt, sondern ganz bewußt DESHALB!
    Am 22.9. wurde kein Bundestag gewählt, sondern eine Volkskammer!

  • Die SED/PDS wird immer kleiner, weil die Stasi nach und nach wegsterben. In einigen Jahren hat sich das Problem biologisch von selbst erledigt. Kann mir nicht vorstellen, dass jemand mit halbwegs gesundem Menschenverstand wirklich Kommunismus mit Mangelwirtschaft, Produktqualitäten auf Trabbi-Niveau, Polizeistaat und Kombinatswirtschaft etc. zurücksehnt. Aber es gibt auch viele Irre.

  • Wo bleibt mein Kommentar?

  • @KJes: Das ist Balsam in meinen Ohren! Dem ist nichts hinzuzufügen! Sie spechen mir aus der Seele! Ab mit der Frau Dr. Merkel. Diese Frau bringt nur Unheil - weil Macht - besessen!

  • Obwohl ich die Linke noch nie gewählt habe, finde ich Gysi gut. Wenigstens ein Oppositioneller in Aussicht, der nicht nur polemisiert, sondern seiner Aufgabe nachkommt, der Regierung "auf die Finger" zu schau'n. Mit meist profunder, demokratischer Kritik.

  • Nun, wo sich die SPD, wie es auszusehen scheint, mitten hinein ins anstehende Regierungsdesaster in Sachen Euro/pa-Politik hineinzuverstolpern scheint kommt es auf eine straff geführte Opposition an.
    Die Grünen warten (wohl wieder) auf Baldur Springmann und so wird es wohl Die Linke sein, die als einzig ernstzunehmende politische Kraft Opposition im Bundestag zu geben hat.

  • Glückwunsch an Herrn Gysi zur Wahl als alleiniger Fraktionsvorsitzender der Linken ( die Headline des Artikels ist insofern nicht ganz korrekt, da der Parteivorsitz beim Tandem Kipping/Riexinger liegt).
    In medias res: Jetzt wird langsam klar, in welche Richtung sich die Kanzlerin bewegt. Sie vertritt die Auffassung, das Ergebnis der Bundestagswahl sei "anders als von SPD und Grünen behauptet, eben kein Votum für einen Politikwechsel sondern vielleicht für "gewisse Modifikationen" gewesen (so zumindest SPON).
    Mit Verlaub, Frau Bundeskanzlerin, diese Aussage ist - so sie denn nicht wieder dementiert, relativiert oder sostwie entstellt wird - eine reine Farce.
    Der ehemalige Berater und Kanzlervertraute Helmut Kohl's - Horst Teltschik - hat heute in "Bild" völlig zutreffend auf die Tatsache hingewiesen, die Kanzlerin habe "keinen Plan", wie es mit Europa weitergehen solle.
    Daraus kann nur gefolgert werden, Frau Merkel werde sich sofort mit jeder Partei ins Koalitionsbett legen, die ihr einen solchen Europaplan schlüssig vorlegt.
    Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Denn neben der Absicht, vielleicht noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen, muss zunächst mal geklärt werden, wofür denn überhaupt!
    Es ist ja richtig: ohne einen halbwegs sinnvollen Strukturplan schafft die Ausgabe von Haushaltsmitteln keinen echten Mehrwert. Nur muss sich die Kanzlerin dann auch darüber klar sein, dass diese Regierung weder in den zurückliegenden Jahren noch für die Zukunft eine Vorstellung davon hat, wohin sie überhaupt will. Für mich ist das fast schon eine Bankrotterklärung mit Ansage - getätigt durch die mit Abstand stärkste Partei Deutschlands, der CDU/CSU.
    Während auch hier in D jeden Tag Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gehen ( man schaue sich doch nur mal die Meldungen der letzten Tage an), philosophiert Frau Merkel unwidersprochen über die Kräfteverhältnisse im Deutschen Bundestag und ihre Bedeutung im sog. Koalitionspoker. Ich könnte k...en, Entschuldigung, Frau Merkel.

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