Fraktionsvize schließt große Koalition nicht mehr aus
SPD-Politiker ergreifen jeden Strohhalm

Die SPD kommt aus ihrem Umfragetief nicht heraus. Immer mehr führende Parteimitglieder sehen nur noch eine Chance auf eine erneute Beteiligung an der Regierung - und weichen damit von ihrer bisherigen Wahlkampflinie ab.

HB BERLIN. So schloss der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, eine große Koalition nach der im Herbst erwarteten Bundestagswahl nicht aus. Müller sagte der "Berliner Zeitung", ein Regierungsbündnis aus CDU/CSU und SPD sei durchaus möglich.

Mit Blick auf die derzeit schwachen Umfrage-Ergebnisse der SPD betonte er: "Regieren ist immer besser." Der SPD-Linke warnte aber: "Eine große Koalition würde die Lösung der Probleme in unserem Land dramatisch erschweren." Die Gefahr sei groß, dass sich die beiden politischen Lager in einem solchen Bündnis gegenseitig blockieren könnten. Entschieden wandte sich Müller gegen eine Koalition mit der neuen Linkspartei.

In jüngsten Wahlumfragen liegt die Union mit mehr als 40 Prozent der Stimmen klar vor der SPD, die durchweg deutlich unter 30 Prozent erreicht. Die FDP - der wahrscheinlichste Koalitionspartner der Unionsparteien - und die Grünen liegen demnach zwischen sechs und neun Prozent. Da aber das neue Linksbündnis aus PDS und der SPD-Abspaltung WASG mittlerweile zweistellige Ergebnisse erzielt und in Ostdeutschland derzeit sogar stärkste Kraft ist, könnte sich nach der Bundestagswahl eine große Koalition ergeben.

Müller gehört zu den ersten führenden SPD-Politikern, die sich zu der Möglichkeit einer großer Koaltion bekennen. Zuvor hatten sich alle Spitzenpolitiker von Union und SPD eindeutig gegen diese Option nach der angestrebten Neuwahl ausgesprochen.

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