Frank Bsirske
Verdi-Chef nimmt Krankenhäuser ins Visier

Bei den Kitas wird sich bald entscheiden, ob es neue Streiks gibt. Ohne Einigung werde es zur Eskalation kommen, droht Frank Bsirske. Seinen Kampf für bessere Bedingungen will der Verdi-Chef auf Krankenhäuser ausweiten.

Leipzig Verdi-Chef Frank Bsirske hat einen verstärkten Kampf um bessere Bedingungen in der Kranken- und Altenpflege angekündigt. Auf dem Bundeskongress der Dienstleistungsgewerkschaft in Leipzig machte Bsirske am Dienstag klar, dass das Eintreten für eine „Aufwertung“ sozialer Berufe nicht auf den aktuellen Kita-Streit beschränkt werden soll. So seien Personal-Mindeststandards in Krankenhäusern bitter nötig. Etwa zu spärlich besetzte Nachtschichten dürfe es nicht geben. „Das ist ein dringendes Erfordernis, auch wenn es um die Patienten, um ihre Sicherheit geht.“

Bei den Kita-Erzieherinnen werde sich in Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern am kommenden Montag und Dienstag entscheiden, „ob es weitergeht mit dem Streik“. Ohne Einigung werde es Mitte Oktober zur Eskalation kommen, hatte Bsirske bereits angekündigt. Kommen die Verhandlungsführer nun aber zu einem Ergebnis, folge eine Urabstimmung.

Bsirske verteidigte das jüngste Agieren von Verdi. „Wer so tut, als sei alles ein Misserfolg, was nicht eine 100-prozentige Durchsetzung der Tarifforderungen ist (...), der ist ein Illusionist, der betreibt Tarifromantik.“ In einer stundenlangen Aussprache hatten Delegierte zuvor vereinzelt Kritik an der Führung geübt. Am Nachmittag wollte sich Bsirske für eine fünfte Amtszeit zur Wiederwahl stellen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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