Frank Schäffler
FDP-Rebell gründet Euro-kritische Denkfabrik

Für die FDP ist die Sachsen-Wahl ein neues Debakel. Damit bekommt der Parteirebell Frank Schäffler Auftrieb. Er tut der FDP nun abermals weh – und gründet einen Thinktank. Mit dabei: der Ex-Chefökonom der Deutschen Bank.
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BerlinDie Krise der FDP hat sich durch das Debakel bei der Sachsen-Wahl noch einmal verschärft: Mit 3,8 Prozent laut vorläufigem Endergebnis fliegen die Liberalen aus dem Landtag – und der Landesregierung. Das letzte Bundesland mit FDP-Regierungsbeteiligung ist damit verloren. Die Parteispitze hatte die Wahl in Sachsen vorsorglich schon mal als unbedeutend abgetan. So sagte FDP-Chef Christian Lindner am Freitag der „Bild“-Zeitung: „Um das Schicksal der FDP geht es im Herbst 2017. Dann müssen wir wieder fit sein.“

Die liberalen Parteifreunde in Sachsen dürften mit solchen Aussagen nicht wirklich glücklich sein, zumal die Gründe für die desaströse Niederlage nicht unbedingt bei der Landespartei zu suchen sind. Vor Wochen schon hatte der Vorsitzende der sächsischen FDP, Holger Zastrow, seine Partei ins Gebet genommen und deutlich gemacht, dass die FDP nur dann eine Überlebenschance habe, wenn sie parteiinterne Euro-Kritiker wie Frank Schäffler stärker einbindet.

„Man muss aus meiner Sicht auch eine Euro-kritische Haltung integrieren. Die Rechnung dafür, dass das nicht geschehen ist, haben wir bei der Europawahl präsentiert bekommen“, sagte Zastrow damals im Interview mit Handelsblatt Online. „Deshalb gilt: Wir müssen in der Partei alle liberalen Strömungen angemessen berücksichtigen, sonst hat die FDP keine Zukunft.“ Der Appell an die Parteispitze verhallte ungehört. Das könnte sich jetzt ändern. Aber nicht nur wegen der Wahlschlappe.

Frank Schäffler höchstselbst wird in den kommenden Wochen immer wieder seinen Finger in die Wunden der FDP legen. Den Anfang macht eine Euro-kritische Denkfabrik, die der ehemalige Bundestagsabgeordnete mit prominenter Unterstützung in Berlin gründet.

Als Mitstreiter für den klassisch-liberal ausgerichteten Thinktank mit dem Namen „Prometheus – Das Freiheitsinstitut“ hat Schäffler den ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, gewinnen können, der Vorsitzender des Kuratoriums werden soll. „Wir wollen eine parteipolitisch unabhängige Denkfabrik in Deutschland etablieren, die das staatsgläubige Denken in Deutschland verändert und die individuelle Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt“, sagte Schäffler Handelsblatt Online.

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  • Eine Stiftung zur Förderung der Freiheit

    Freiheit. Welche Freiheit? Die Freiheit des Einzelnen, des Individuums, oder die Freiheit von Gruppen oder Unternehmen?
    Freiheit hat doch Grenzen. Sie hört spätestens dort auf, wo durch eigene freiheitliche Handlungen die Freiheit des/der Anderen (Individuum, Unternehmen, Gruppe) eingeschränkt oder behindert wird. Und weil heute Unternehmen (juristische 'Personen', 'Persönlichkeiten') auf Grund ihrer hinter einer Fassade der Macht versteckten Individualität die Freiheit anderer, weniger mächtiger 'Individuen' durch manche iher Handlungen rücksichtslos einschränken, findet ein ständiger Kampf zur Wahrung der eigenen Freiheit statt. Frei nach dem Motto: "Wenn Du mir ans Schienbein trittst, hau' ich Dir in die Fresse!".
    So lange die ungleiche Verteilung des BIP so weiter geht wie bisher, ist die Entwicklung der Freiheit eingeschränkt.
    So lange die Politik - entgegen der Menschenrechte - die Freiheit der persönlichen Meinungsäußerung unter Strafandrohung einschränkt, kann sich keine wirkliche Freiheit entfalten.
    So lange die Medien von der Politik angehalten werden, bestimmte Ereignisse garnicht, oder nur mit einer vorgegebenen Tendenz öffentlich zu verbreiten, wird die Freiheit unterdrückt.
    So lange 'die Menschen', d.h. alle, die sich betroffen fühlen, ihre Meinung nicht ohne Angst vor Repressalien äußern, wird es keine Freiheit geben.
    Wahre Freiheit ist in erster Linie die Freiheit des anderen!

    Es wäre schön, wenn Hr. Schäffler mit seiner Stiftung der Freiheit, entgegen meinen Bedenken, schrittweise zum Erfolg verhelfen könnte.

  • Herr Schäffler traute sich oft als einziger, gegen die Einheitsmeinung seiner Partei Position zu beziehen, und das habe ich ihm immer hoch angerechnet. Leider blieb er ungehört, und die FDP schaffte sich mit Hilfe der CDU ab, denn liberal war diese Partei zuletzt nicht mehr und somit für mich und viele andere nicht mehr wählbar.

    Schade, dass im Bundestag gerade in dieser Zeit, in der sich der Staat immer mehr in die privaten Belange einmischt und offensichtlich versucht, eine unmündige Bevölkerung zu formen, die nüchterne auch mal bremsende liberale Stimme fehlt, aber eine FDP, die ideenlos und widerstandslos nur zu der Pfeife der Koalitionspartei tanzte, wurde überflüssig.

    Viele Wähler sind sicherlich wie ich zu der AfD gewandert, in der Hoffnung, dass diese, wenn sie die inneren Probleme gelöst hat, gute Oppositionsarbeit leistet. Eine liberale Partei, wie es die FDP früher mal war, wird sie sicher nicht ersetzen können.

  • L wie Lindner, L wie Loser ... und Loser kann sowohl Verlierer als auch Versager bedeuten. Treffsicherer könnte die englische Sprache in diesem Fall nicht sein ;-)

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