Frankfurter Flughafen
400 Kinder in Asyl-Haft

Gegen ihren Willen sollen rund 400 Kinder und Jugendliche in den zurückliegenden Jahren in der Flüchtlingsunterkunft des Frankfurter Flughafens festgehalten worden sein, wie es nach einem Medienbericht heißt.

HB FRANKFURT. Anwälte, Hilfsorganisationen und Kirchenvertreter sprechen in dem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ von unhaltbaren Zuständen und „rechtswidriger Haft für Kinder“. Die Hälfte der Minderjährigen sei jünger als 16 Jahre gewesen. Nach Angaben der Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl wurden im vergangenen Jahr auch zehn Flüchtlinge festgehalten, die noch nicht 14 Jahre alt waren.

Die Bundespolizei sagte, es handele sich um ein formales Verfahren, von „Festhalten“ oder gar „Haft“ könne keine Rede sein. Wer als Asylsuchender ohne Pass am Flughafen ankomme, werde zunächst in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht (Flughafenasylverfahren), erläuterte ein Sprecher auf Anfrage. „Die Vorwürfe weisen wir zurück, sie sind nicht haltbar.“ Er betonte: „Alle, die im Flughafenasylverfahren in diesem Gebäude untergebracht werden, werden ärztlich und sozial betreut.“ Es gebe auch keine „willkürliche Feststellung des Alters“ der Betroffenen, wie in dem Zeitungsbericht kritisiert wurde.

Die Flüchtlingsunterkunft am größten deutschen Flughafen gibt es in ihrer heutigen Form seit 2002. Sie bietet laut Bundespolizei 95 Menschen Platz, derzeit sind 60 Asylsuchende untergebracht.

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