Frankreich unterstützt die Pläne
Deutschland plant Schuldenhilfe für Irak

Deutschland will den Wiederaufbau des Iraks durch ein Entgegenkommen bei den Schuldenforderungen unterstützen, sobald in Bagdad eine neue irakische Administration im Amt ist. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Berliner Regierungskreisen. Der Irak hat geschätzte Auslandsschulden von 100 bis 120 Mrd. Dollar.

HB BERLIN. „Sobald eine irakische Autorität da ist, kann man im Rahmen der Regeln des Pariser Clubs durchaus hilfreich sein.“ In der Gläubigergemeinschaft des Pariser Clubs müssen die Staaten einvernehmlich über Schuldenhilfen entscheiden.

Frankreich habe bereits positiv auf die deutsche Initiative reagiert, heißt es in Berlin. Mit Blick auf erhoffte Öleinnahmen des Iraks prüft die Bundesregierung zunächst ein Schuldenmoratorium für die Jahre 2004 bis 2007. Bei einer schlechten wirtschaftlichen Entwicklung des Iraks sei aber auch ein Forderungsverzicht nicht ausgeschlossen, erfuhr das Handelsblatt aus den Kreisen.

Der Irak schuldet Deutschland 4,4 Mrd. Euro

Der Irak hat geschätzte Auslandsschulden von 100 bis 120 Mrd. Dollar. Davon entfallen 36 Mrd. Dollar auf den Pariser Club, in dem sich staatliche Gläubiger organisiert haben. Der Irak schuldet Deutschland 4,4 Mrd. Euro, Frankreich 5,8 Mrd. Euro und Russland rund 16 Mrd. Euro. Darüber hinaus prüft die Bundesregierung, befristete Hermes-Garantien für deutsche Ausfuhren in den Irak zu geben. Diese müssten aber durch irakische Ölgewinne gesichert werden.

Hintergrund der deutschen Initiative ist die Befürchtung, dass zurzeit Finanzhilfen an den Irak wegen der dortigen unsicheren Lage versickern oder aber für Aufbauaufträge verwendet werden, die nur an US-Firmen gehen. Berlin setzt aber darauf, dass die US-Dominanz bei der Auftragsvergabe nachlässt, wenn Washington seine Militärpräsenz verringert und sich in Bagdad eine neue Regierung gebildet hat. Würde die Bundesregierung dann der irakischen Administration beim Schuldenproblem helfen, so die Überlegung, hätten die im arabischen Raum gut gelittenen deutschen Unternehmen bessere Chancen als US-Firmen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema am Montag im Handelsblatt

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