Frauen im Arbeitsmarkt
Keine Gutscheine für Haushaltshilfen

Die Koalitionsspitzen haben den Vorschlag bereits kassiert: Eine Unions-Familienpolitikerin hatte Gutscheine für Putzhilfen angeregt, um Frauen für den Wiedereinstieg in den Job zu motivieren.
  • 2

BerlinNur gut zwei Wochen nach Verabschiedung des umstrittenen Betreuungsgeldes im Bundestag gibt es eine neue Kontroverse in der Koalition über die Familienpolitik. Ein Vorstoß von einer Familienpolitikerin der Union, Mütter mit Gutscheinen für Haushaltshilfen zurück in den Job zu locken, wurde vom Finanzministerium und führenden Koalitionspolitikern als unfinanzierbar zurückgewiesen. Die SPD will aber nicht locker lassen und das Thema in dieser Woche auf die Agenda des Bundestag bringen.

Familienpolitiker der Unionsfraktion hatten sich auf ein Gutschein-Modell verständigt, wonach Familien bis zu 18 Monate lang bei der Hausarbeit entlastet werden sollen. Für 15 Stunden pro Monat solle es Gutscheine im Wert von sechs Euro geben, berichtete der "Focus". Unions-Fraktionsvize Ingrid Fischbach (CDU) sagte dem Nachrichtenmagazin, gut ausgebildeten Frauen solle geholfen werden, beim Wiedereinstieg in den Beruf Haushalt und Job unter einen Hut zu bringen. Am Montag wollte sich Fischbach nicht mehr zu dem Konzept äußern.

Für die Bundesregierung kommt der Vorstoß zur Unzeit. Erst am Freitag hatte der Bundestag den Bundeshaushalt für das kommende Jahr beschlossen. Für 2013 peilt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Einhaltung der Schuldenbremse und 2014 einen Etat ohne neue Schulden an. Eine Sprecherin des Finanzministeriums machte am Montag auch deutlich: "Aus unserer Sicht gibt es wenige Spielräume für zusätzliche Ausgaben." Auch in der Unionsfraktion wird darauf verwiesen, dass es sich nicht um ein Fraktionspapier, sondern um Vorstellungen der Facharbeitsgruppe handelt.

Die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt sagte der Zeitungsgruppe "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" (Dienstagausgabe), oberstes Ziel sei ein strukturell ausgeglichener Haushalt. Nicht alles, was wünschenswert wäre, sei finanzierbar. "Daher halte ich eine Debatte über dieses Thema derzeit nicht für zielführend", sagte Hasselfeldt, die auch erste Stellvertreterin von Fraktionschef Volker Kauder (CDU) ist. Der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle (CDU), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schäuble das nötige Kleingeld irgendwo versteckt hat."

Seite 1:

Keine Gutscheine für Haushaltshilfen

Seite 2:

FDP verwundert über den Vorstoß

Kommentare zu " Frauen im Arbeitsmarkt: Keine Gutscheine für Haushaltshilfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • mittlerweile kann sich kaum ein Haushaltsbereich vor dem Füllhorn von CDU Politiker schützen; Herdprämie, neue Kühlschränke, Putzhilfen .. weiterer Vorschlag Unterstützung von Bügelhilfen..

  • Gutscheine für Haushaltshilfen. Welch Schwachsinn. Wer schlägt das vor? Die SPD - ach so...gar nicht Ernst nehmen. Die haben doch auch Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten vorgeschlagen - das sagt doch alles.
    Und warum soll der dann nur denen zustehen, die irgendwo einen Hilfsjob annehmen wollen? Macht eine Hausfrau nicht ebenso einen guten Job, indem sie die Familie versorgt? Hat die Hausfrau dann nicht genausogut mal Pausen verdient durch Gestellung von Haushaltshilfen durch staatliche Gutschriftszuteilung?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%