Frauen in der Überzahl
Zahl der Hochschulabsolventen bricht alle Rekorde

Noch nie zuvor haben so viele junge Menschen im wiedervereinigten Deutschland einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss erzielt wie im letzten Jahr. Erneut hatten Studentinnen mehr Erfolg. Doch beim späteren Gehalt klafft noch immer eine große Lücke zwischen Männern und Frauen.

HB WIESBADEN. Erfreuliche Nachricht von den Hochschulen: 2007 bestanden insgesamt 286 391 Studierende eine Abschlussprüfung. Dies waren acht Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorging.

Zum zweiten Mal in Folge waren dabei mehr Studentinnen als Studenten erfolgreich. Rund 145 400 Abschlüsse wurden von Frauen erreicht, 141 000 von Männern. Eine rapide Zunahme gab es bei den vergleichsweise neuen Bachelor- und Masterabschlüssen.

Die Zahl der bestandenen Lehramtsprüfungen stieg 2007 im Jahresvergleich um neun Prozent, die der Universitätsdiplome um sechs und die der Fachhochschulabschlüsse um zwei Prozent. Sehr viel stärker war die Zunahme bei den Bachelorabschlüssen mit 38 Prozent an den Universitäten und sogar 95 Prozent an den Fachhochschulen. Die Zahl der Masterabschlüsse erhöhte sich um 28 Prozent an Universitäten und 23 Prozent an Fachhochschulen. Zusammengefasst verzeichneten die neuen Abschlussarten binnen Jahresfrist damit eine Zunahme von 43 Prozent.

Dennoch entfiel mit 112 600 Diplom- und ähnlichen Abschlüssen, 83 500 Fachhochschulabschlüssen und 28 900 Lehramtsprüfungen der Großteil von 79 Prozent wieder auf traditionelle Abschlussarten. Der Anteil der neuen Studiengänge belief sich auf 13 Prozent, wobei 23 400 Bachelor- und 14 200 Masterabschlüsse registriert wurden. Bei den restlichen acht Prozent der Abschlüsse handelte es sich um Promotionen.

Im Gegensatz zur Gesamtzahl der Abschlüsse erreichten mehr Männer (47 200) als Frauen (36 300) einen Fachhochschulabschluss. Bei den erfolgreich absolvierten Lehramtsprüfungen sah es jedoch ganz anders aus: Daraus gingen 21 900 Studentinnen und nur 7000 Studenten mit einem Abschluss hervor.

Frauen verdienen deutlich weniger

An den Universitäten sind Frauen erfolgreich. Bei der Bezahlung in den meisten Berufen gibt es allerdings weiterhin einen großen Unterschied. Frauen verdienen noch immer deutlich weniger als Männer in denselben Berufen, erklären die Statistiker. Im Jahr 2006 habe der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen mit 14,05 Euro knapp ein Viertel unter dem ihrer Kollegen gelegen.

Die größten Unterschiede gab es bei unternehmensnahen Dienstleistungen, im Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie im Verarbeitenden Gewerbe. Dagegen bestand nur ein geringer Lohnabstand im Bergbau, in der Verkehr- und Nachrichtenübermittlung sowie im Gastgewerbe. Allerdings arbeiten in diesen Branchen auch nur wenig Frauen. In keinem Wirtschaftszweig verdienten Frauen im Schnitt mehr als Männer.

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