Frauen stecken zurück

Eltern oft nicht gleichberechtigt engagiert

Väter, die für die Kinderbetreuung zuhause bleiben? Laut einer Studie des Allensbach-Instituts ist das eine Wunschvorstellung vieler Mütter. Mit der Realität hat die allerdings häufig nicht viel zu tun.
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Nur sechs Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter sechs Jahren haben jeweils gleiche Arbeitszeiten und Anteile an der Kinderbetreuung. Häufig stecken die Mütter beruflich zurück. Quelle: dpa
Beruf und Familie

Nur sechs Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter sechs Jahren haben jeweils gleiche Arbeitszeiten und Anteile an der Kinderbetreuung. Häufig stecken die Mütter beruflich zurück.

(Foto: dpa)

BerlinGleichberechtigung in Familie und Beruf: Viele Mütter und Väter in Deutschland sind einer Studie zufolge von dieser Idealvorstellung noch weit entfernt. Fast die Hälfte der Eltern wünscht sich einen Familienalltag, in dem beide Partner in gleichem Umfang berufstätig sind, wie aus einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Institut für Demoskopie Allensbach hervorgeht. In der Realität sind es nach der Geburt des ersten Kindes aber nach wie vor meist die Mütter, die ihre Berufstätigkeit reduzieren oder ganz aus dem Job aussteigen, während die Väter weiter Vollzeit arbeiten.

Nur sechs Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter sechs Jahren haben jeweils gleiche Arbeitszeiten und Anteile an der Kinderbetreuung. In jedem fünften Fall sind Arbeitsumfang und Kinderbetreuung zumindest annähernd gleich.

Fast ein Drittel der Eltern fände eine längere Teilzeit des Vaters ideal. Doch nicht einmal in jeder zwanzigsten Familie wird das realisiert. Nur in vier Prozent der Familien reduzierten Väter tatsächlich ihre Wochenarbeitszeit nach dem ersten Kind auf 25 bis 34 Stunden.

Die häufigste Konstellation nach dem ersten Kind ist ein Vater mit Vollzeitstelle und eine Mutter, die 15 bis 24 Wochenstunden arbeitet. 16 Prozent der Paare kombinieren den Vollzeitjob des Mannes immerhin mit einer längeren Teilzeit der Frau (25 bis 34 Wochenstunden).

Lediglich 15 Prozent der Paare arbeiten nach der ersten Elternzeit weiterhin Vollzeit – im Vergleich zu 71 Prozent vor der Geburt. In 17 Prozent der Familien geht die Frau nach der Elternzeit nicht arbeiten, während der Mann voll berufstätig ist. Dieses in der Vergangenheit „klassische“ Modell ist zwar deutlich seltener geworden. Auch ist die Erwerbsquote von Müttern deutlich gestiegen. Das „vorherrschende Muster“ werde dadurch aber noch nicht außer Kraft gesetzt, heißt es in der Studie. Nach wie vor steckten zumeist Mütter beim ersten Kind beruflich zurück.

In der Folge schultern Mütter nach wie vor auch den größeren Teil der Kinderbetreuung und der übrigen Familienarbeit – in 36 Prozent den „allergrößten Teil“, in 62 Prozent der Familien sogar „fast alles“.

Es sind aber häufig auch die Einkommensverhältnisse oder die Bedingungen im Betrieb, an denen Wünsche der Eltern scheitern. So kann sich fast die Hälfte der Eltern (47 Prozent) die Realisierung ihrer beruflichen Wünsche aus finanziellen Gründen nicht leisten. 45 Prozent werden durch Arbeitgeber davon abgehalten. Defizite bei der Kinderbetreuung hindern acht Prozent der Eltern an der Umsetzung ihrer Vorstellungen. Für die Studie wurden über 3000 Mütter und Väter von kleinen Kindern befragt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) wertet die Ergebnisse als Bestätigung für ihr Konzept einer reduzierten Arbeitszeit für Eltern: „Mütter und Väter wünschen sich beide Zeit für die Familie, aber auch für den Job.“ Eltern bräuchten „gute und flexible Angebote der Arbeitszeitgestaltung, damit Frauen nicht in der ‚Teilzeitfalle‘ und Väter nicht in der ‚Vollzeitfalle‘ feststecken“, erklärte Schwesig.

Die Dax-Aufsichtsräte mit der größten Vielfalt
900. Sitzung Bundesrat
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Der „Board Diversity Index“ (BDI) des Centrums für Strategie und höhere Führung hat die Diversität in den Aufsichtsratsgremien der Dax-30-Unternehmen unter die Lupe genommen. Die unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Schweinsberg durchgeführte Studie kommt zu einem ernüchternden Fazit. Zwar geben sich einige Unternehmen, wie BMW Mühe, Frauen in den Aufsichtsräten zu integrieren. Allerdings verlangt richtige Diversität auch den Einbezug von Aufsichtsratsmitgliedern aus anderen fachlichen Bereichen als den volks- beziehungsweise betriebswirtschaftlichen. Ebenfalls eine Rolle spielt die Internationalität und die Altersstruktur des Aufsichtsgremiums.

Lufthansa Hauptversammlung
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Platz 15: Deutsche Lufthansa

An der Spitze des Aufsichtsrat des Lufthansa steht Wolfgang Mayrhuber. Seine Wahl hat für Kontroversen gesorgt. Denn Mayrhuber hat neben der Lufthansa fünf weitere Mandate in anderen Unternehmen. Das bekannteste weibliche Aufsichtsratsmitglieder bei der Lufthansa ist Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, die außerdem den Vorstand bei Siemens beaufsichtigt.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
acht Männer, zwei FrauenDeutschland (sechs Mal)Wirtschaftswissenschaften (fünf Mal)zwei
Österreich (ein Mal)Rechtswissenschaften (drei Mal)
Schweiz (1,5 Mal)Ingenieurswissenschaften (ein Mal)
Frankreich (0,5 Mal)Geisteswissenschaften (ein Mal)
USA (ein Mal)

Continental AG
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Platz 14: Continental

Bei Continental sind zwei Bereiche besonders schwach diversifiziert. Bezüglich der Geschlechterquote und der Nationenvielfalt hängt Continental hinterher. Stärker schlägt sich der Autozulieferer im Bereich der Häufung von Aufsichtsratsposten. Lediglich Prof. Dr. Klaus Mangold hat neben Continental noch ein weiteres Mandat bei Rotschild.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
acht Männer, zwei FrauenDeutschland (8,5 Mal)Wirtschaftswissenschaften (vier Mal)vier
Österreich (1,5 Mal)Rechtswissenschaften (2,5 Mal)
Ingenieurswissenschaften (3,5 Mal)

Hauptversammlung Commerzbank
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Platz 13: Commerzbank

Vorsitzender des Aufsichtsrat der Commerzbank ist Klaus-Peter Müller (im Bild rechts neben Martin Blessing). Der 70-Jährige dürfte einen guten Durchblick bei Deutschlands zweitgrößter Bank haben. Seit 1966 arbeitet Müller für das Geldhaus. In Sachen Diversität gehört die Commerzbank allerdings nur zum Mittelfeld. Es mangelt an einer besseren Aufteilung der Posten zwischen Männern und Frauen und im Bereich der Ausbildung.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
acht Männer, zwei FrauenDeutschland (acht Mal)Wirtschaftswissenschaften (7,5 Mal)vier
Österreich (ein Mal)Rechtswissenschaften (zwei Mal)
Großbritannien (ein Mal)Naturwissenschaften (0,5 Mal)

Beiersdorf Hauptversammlung
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Platz 12: Beiersdorf

Die gute Diversität im Bereich der Altersklassen kann nicht mangelnde Bandbreite in den Bereichen Nationalitäten, Ausbildung und der Geschlechterquote überdecken. Insgesamt kommt der Nivea-Hersteller nur auf einem Mittelrang.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
vier Männer, zwei FrauenDeutschland (drei Mal)Wirtschaftswissenschaften (4,5 Mal)vier
Dänemark (ein Mal)Rechtswissenschaften (ein Mal)
Frankreich (zwei Mal)Ingenieurswissenschaften (0,5 Mal)

Munich Re Hauptversammlung
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Platz 11: Münchener Rück

Bei der Münchener Rück ist vor allem die mangelnde Anwesenheit verschiedener Altersklassen im Aufsichtsrat problematisch. Ansonsten findet man dort eine gute Diversität vor. Allerdings hinterlassen zwei Aufsichtsratsmitglieder einen durchwachsenen Eindruck. Sie bewegen sich sehr nahe an der Grenze der Mandatsposten, weshalb fraglich ist, ob sie überhaupt in der Lage sind ihren Aufsichtspflichten nachzugehen. So muss Wolfgang Mayrhuber neben der Münchener Rück auch die Vorstandsentscheidungen bei BMW, Infineon, der Lufthansa, der Austrian Airlines und bei Heico Corporation beaufsichtigen. Prof. Dr. Henning Kagermann wiederum hat weitere Aufsichtsratsposten bei BMW, der Deutschen Bank, der Deutschen Post, Franz Haniel & Cie., Nokia und Wipro.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
sieben Männer, drei FrauenDeutschland (6,5 Mal)Wirtschaftswissenschaften (3,5 Mal)zwei
Niederlande (ein Mal)Rechtswissenschaften (zwei Mal)
Österreich (zwei Mal)Ingenieurswissenschaften (ein Mal)
Österreich (0,5 Mal)Naturwissenschaften (3,5 Mal)

SAP
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Platz 10: SAP

Bei der Geschlechterquote gehört SAP zu den am schwächsten diversifizierten Unternehmen in Deutschland. Im neunköpfigen Aufsichtsrat sitzt lediglich eine Frau. Besser sieht es in den Kategorien Ausbildung und Altersklassen aus.

GeschlechtNationalitätenAusbildungAltersklassen
acht Männer, eine FrauDeutschland (sechs Mal)Wirtschaftswissenschaften (drei Mal)vier
Dänemark (ein Mal)Rechtswissenschaften (ein Mal)
Finnland (ein Mal)Ingenieurswissenschaften (vier Mal)
Frankreich (ein Mal)Naturwissenschaften (ein Mal)

  • afp
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