Frauen stecken zurück
Eltern oft nicht gleichberechtigt engagiert

Väter, die für die Kinderbetreuung zuhause bleiben? Laut einer Studie des Allensbach-Instituts ist das eine Wunschvorstellung vieler Mütter. Mit der Realität hat die allerdings häufig nicht viel zu tun.
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BerlinGleichberechtigung in Familie und Beruf: Viele Mütter und Väter in Deutschland sind einer Studie zufolge von dieser Idealvorstellung noch weit entfernt. Fast die Hälfte der Eltern wünscht sich einen Familienalltag, in dem beide Partner in gleichem Umfang berufstätig sind, wie aus einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Institut für Demoskopie Allensbach hervorgeht. In der Realität sind es nach der Geburt des ersten Kindes aber nach wie vor meist die Mütter, die ihre Berufstätigkeit reduzieren oder ganz aus dem Job aussteigen, während die Väter weiter Vollzeit arbeiten.

Nur sechs Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter sechs Jahren haben jeweils gleiche Arbeitszeiten und Anteile an der Kinderbetreuung. In jedem fünften Fall sind Arbeitsumfang und Kinderbetreuung zumindest annähernd gleich.

Fast ein Drittel der Eltern fände eine längere Teilzeit des Vaters ideal. Doch nicht einmal in jeder zwanzigsten Familie wird das realisiert. Nur in vier Prozent der Familien reduzierten Väter tatsächlich ihre Wochenarbeitszeit nach dem ersten Kind auf 25 bis 34 Stunden.

Die häufigste Konstellation nach dem ersten Kind ist ein Vater mit Vollzeitstelle und eine Mutter, die 15 bis 24 Wochenstunden arbeitet. 16 Prozent der Paare kombinieren den Vollzeitjob des Mannes immerhin mit einer längeren Teilzeit der Frau (25 bis 34 Wochenstunden).

Lediglich 15 Prozent der Paare arbeiten nach der ersten Elternzeit weiterhin Vollzeit – im Vergleich zu 71 Prozent vor der Geburt. In 17 Prozent der Familien geht die Frau nach der Elternzeit nicht arbeiten, während der Mann voll berufstätig ist. Dieses in der Vergangenheit „klassische“ Modell ist zwar deutlich seltener geworden. Auch ist die Erwerbsquote von Müttern deutlich gestiegen. Das „vorherrschende Muster“ werde dadurch aber noch nicht außer Kraft gesetzt, heißt es in der Studie. Nach wie vor steckten zumeist Mütter beim ersten Kind beruflich zurück.

In der Folge schultern Mütter nach wie vor auch den größeren Teil der Kinderbetreuung und der übrigen Familienarbeit – in 36 Prozent den „allergrößten Teil“, in 62 Prozent der Familien sogar „fast alles“.

Es sind aber häufig auch die Einkommensverhältnisse oder die Bedingungen im Betrieb, an denen Wünsche der Eltern scheitern. So kann sich fast die Hälfte der Eltern (47 Prozent) die Realisierung ihrer beruflichen Wünsche aus finanziellen Gründen nicht leisten. 45 Prozent werden durch Arbeitgeber davon abgehalten. Defizite bei der Kinderbetreuung hindern acht Prozent der Eltern an der Umsetzung ihrer Vorstellungen. Für die Studie wurden über 3000 Mütter und Väter von kleinen Kindern befragt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) wertet die Ergebnisse als Bestätigung für ihr Konzept einer reduzierten Arbeitszeit für Eltern: „Mütter und Väter wünschen sich beide Zeit für die Familie, aber auch für den Job.“ Eltern bräuchten „gute und flexible Angebote der Arbeitszeitgestaltung, damit Frauen nicht in der ‚Teilzeitfalle‘ und Väter nicht in der ‚Vollzeitfalle‘ feststecken“, erklärte Schwesig.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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