Frauenlohndebatte
Schröder fordert zum Umdenken auf

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder mahnt bei der Auseinandersetzung um den „Equal-Pay-Day“ mehr Seriosität an. Die Lohnbenachteiligung von Frauen sei tief verwurzelt. Schröder wolle an die Ursachen ran.
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BerlinIn der Debatte um die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) die Gewerkschaften zu einem Umdenken bei Tarifverhandlungen aufgefordert. Sie sollten sich künftig „nicht so einseitig wie bisher am typisch männlichen Lebensmodell mit Vollzeitarbeit orientieren“.

Der Nachrichtenagentur dpa sagte Schröder: „Wir brauchen dringend eine Neubewertung typischer Frauenberufe.“ Männer-Berufe würden vielfach besser bezahlt, weil besondere Belastungen oft anders gewichtet würden. So werde zum Beispiel bei Müllmännern das Heben schwerer Lasten zu Recht als Kriterium für die Arbeitsplatzbewertung herangezogen. „Bei Pflegeberufen dagegen, die vor allem von Frauen ausgeübt werden, wird das weniger beachtet, obwohl zur körperlichen Anstrengung noch psychische Belastungen hinzukommen“, monierte die Ministerin.

Nötig seien deshalb Verfahren für eine geschlechtergerechte Lohnfindung, sagte Schröder weiter. Dabei seien zunächst einmal die Tarifpartner gefordert, denn die Lösungen müssten ja sehr stark auf die Branchenunterschiede zugeschnitten sein.

Die Familienministerin mahnte zudem in der Auseinandersetzung um den „Equal-Pay-Day“ an diesem Donnerstag mehr Seriosität an. „Wir brauchen eine bessere Vergleichbarkeit bei der Messung von Lohnunterschieden in Europa.“ So stehe Italien in der europäischen Statistik hauptsächlich deshalb so gut da, „weil dort viele Frauen nur vor der Wahl stehen, entweder Vollzeit zu arbeiten oder ganz zu Hause zu bleiben und damit auch komplett aus der Gehaltsstatistik zu fallen.“

Schröder erläuterte: „Länder mit nur Vollzeit oder gar nicht arbeitenden Frauen sehen in der europäischen Statistik rechnerisch besser aus als Länder mit vielen flexiblen Arbeitszeitmodellen für Frauen. Das ist grob irreführend, deshalb sollten wir die europäischen Maßstäbe ehrlicher machen und die Debatte über Lohnunterschiede endlich seriöser führen.“

Auf den Hinweis, dass 35- bis 44-jährige Frauen bei gleicher Ausbildung und gleicher Arbeit 24 Prozent weniger verdienen als Männer, sagte Schröder: „Wichtig ist der Blick auf die Entwicklung: Berufseinsteigerinnen verdienen in etwa genauso viel wie Männer.“ Bei den 25- bis 29-Jährigen betrage die Lücke dagegen schon 8 Prozent. Dann öffne sich die Schere noch einmal deutlich: Bei den 35- bis 39-Jährigen verdienten Frauen schon über 20 Prozent weniger als Männer.

Schröder: „Geringe Lohndifferenzen am Anfang der beruflichen Laufbahn und die mit dem Alter dann zunehmenden Unterschiede belegen ganz deutlich: Dass Frauen im Durchschnitt schlechter bezahlt werden, hat vor allem damit zu tun, dass sie Mütter sind - oder Mütter werden können. Wer sich Zeit für Familie nimmt, wird bestraft mit schlechteren Chancen.“

Das Problem vieler Frauen sei doch, dass sie nach einer Familienpause oder nach einer Teilzeitphase gar keine gleichwertigen Aufgaben mehr bekämen. „Da müssen wir an die Ursachen ran“, forderte die Ministerin.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    unter der Überschrift "Fakten zum neuen Armuts- und Reichtumsbericht" schreiben Sie: "Auf den Hinweis, dass 35- bis 44-jährige Frauen bei gleicher Ausbildung und gleicher Arbeit 24 Prozent weniger verdienen als Männer, sagte Schröder:...". Ich vermute, daß diese Aussage wissenschaftlich und statistisch nicht haltbar ist. Ich bitte um Angabe der Quellen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd Landshut

  • Gleichzeitig will man Homosexuelle Männer durch Ehegattensplitting noch besser stellen, als die Normalehe,
    Alleinerziehende und Homosexuelle Frauen. Glückwunsch!

  • Diesmal hat sie wenigstens etwas mit Inhalt und echten Zahlen gebracht.
    Auch wenn diese nicht ganz stimmen. Denn auch in anderen Ländern arbeiten Frauen sehr viel Teilzeit, sind aber wegen der wenigen Stunden nicht angemeldet im Sinne einer deutschen ALU-Statistik, sondern über den Ehemann oder Partner versichert.
    Insofern hat sie wiederum Recht, in dem sie bermerkt, die statistischen Inhalte sind nicht unbedingt das gelbe vom Ei, jedenfalls nicht zum vergleichen von Geschlechtergerechtigkeit beim der Entlohnung in Europa.
    Diese existiert, denn egal ob Mann oder Frau, beide bekommen beim Kellnern nicht mehr als 5 Euro/Std :).
    Wäre also noch recht interessant wie die Schere in sehr gut bezahlten Positionen und Berufen so ab 40 aussieht, wenn die "Plagen" aus dem Haus sind. Sind die Frauen dann weiter "abgehängt", oder holen diese dann wieder auf?
    Irgendwie sollten sich da die vielen Millarden der Familienhilfen schon bemerkbar machen.

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