Deutschland

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Frauenquote abgelehnt: „Das ist Volksverdummung, was hier stattfindet“

Selten zeigen die Abgeordneten im Bundestag so viele Emotionen: Verrat und Scheinheiligkeit wirft die Opposition der CDU bei der Debatte über die Frauenquote vor. Nur eine zeigt keine Gefühle: Ursula von der Leyen.

320 dagegen, 277 dafür, eine Enthaltung: Mit schwarz-gelber Mehrheit hat der Bundestag den Gesetzesentwurf für eine gesetzliche Frauenquote abgelehnt. Quelle: dpa
320 dagegen, 277 dafür, eine Enthaltung: Mit schwarz-gelber Mehrheit hat der Bundestag den Gesetzesentwurf für eine gesetzliche Frauenquote abgelehnt. Quelle: dpa

Berlin„Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen haben, nicht nur in der Wirtschaft, sondern überall“, sagt Unions-Fraktionschef Volker Kauder. Doch statt Zustimmung erntet er nur Gelächter. Die Opposition tobt, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast protestiert lauthals. Kauder fährt Künast an: „Ich höre Ihnen als Mann zu, ich möchte, dass sie mir als Frau auch zuhören.“ Die Geschlechter-Debatte, da ist sie wieder.

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Selten sind die Ränge im Bundestag so gut besetzt wie heute – selbst, wenn es um ein Gesetz geht, von dem eigentlich alle wissen, dass es nicht durchkommen wird. Seit Tagen spielen Opposition und Regierung Tauziehen um die Frauenquote. Über den Bundesrat hatte die Opposition ein Gesetzeswurf initiiert, der eine starre Frauenquote ab 2018 vorsah. Zeitweise sah es so aus, als ob die Opposition dafür genügend Quoten-Befürworter aus den Regierungsreihen einsammeln könne. Doch die Union brachte ihre Abweichler wieder auf Linie. So lehnte der Bundestag mit schwarz-gelber Mehrheit die starre Frauenquote ab. Gegen den Entwurf stimmten in zweiter Lesung 320 Parlamentarier, dafür waren 277, es gab eine Enthaltung. Auch Wackelkandidatin Ursula von der Leyen lehnte den Entwurf ab.

Frauenquote: Was die Parteien fordern

  • CDU/CSU

    Noch auf ihrem Parteitag im Dezember bekräftigte die CDU die "Flexiquote", nach der sich Unternehmen selbst eine verbindliche Frauenquote für Vorstand und Aufsichtsrat setzen. Am Montag vollzog die Parteispitze - als Zugeständnis an die Quotenbefürworter in den eigenen Reihen - eine Kehrtwende: In ihr Wahlprogramm will sie nun das Ziel aufnehmen, bis zum Jahr 2020 im Schnitt 30 Prozent der Aufsichtsratsposten der DAX-Unternehmen mit Frauen zu besetzen. Die Flexiquote, die ab 2014 greifen soll, dient als Übergang. Die CSU-Spitze hat Einverständnis signalisiert.

  • FDP

    Die Liberalen sprechen sich in ihrem Parteiprogramm deutlich gegen eine "Zwangsquote" zur Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmensspitzen aus. Die Partei betont zwar, sie fühle sich "dem Gebot der Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern verpflichtet", sieht durch eine Quote aber die unternehmerische Freiheit bedroht. Stattdessen fordert sie gesellschaftliche Veränderungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

  • SPD

    Die SPD will eigentlich eine Mindestquote von 40 Prozent für Frauen und Männer in Aufsichtsräten und Vorständen großer Unternehmen einführen. Sie unterstützt aber auch den am Donnerstag im Bundestag zur Abstimmung stehenden Gesetzentwurf, nach dem eine Quote nur für Aufsichtsräte von 40 Prozent bis Anfang 2023 in zwei Stufen erreicht werden soll. Eine Mindestquote von 20 Prozent soll demnach ab 2018 gelten. Der Entwurf hatte bereits im September im Bundesrat eine Mehrheit gefunden.

  • Grüne

    Auch die Grünen unterstützen den Gesetzentwurf des Bundesrats. In einem eigenen Gesetzentwurf gehen die Grünen sogar noch weiter und fordern die Einführung einer 40-prozentigen Mindestquote ohne zeitliche Stufen. Mit ihrem Eilantrag kommen sie nun aber dem Kompromiss der Unionsfraktion nah. Eine Dauereinrichtung soll die Quote aus Sicht der Grünen nicht werden: Diese sei ein "zeitlich begrenztes Mittel, um der Gleichstellung von Frauen in Deutschland auf die Sprünge zu helfen", heißt es auf der Website der Bundestagsfraktion.

  • Linke

    Die Linkspartei geht mit ihrer Forderung am weitesten, sie will gleich die Hälfte aller Führungspositionen mit Frauen besetzen. Sie fordert in ihrem Programm für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt Maßnahmen auch auf anderen Ebenen, zum Beispiel die Abschaffung von Minijobs und ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen, die vor allem auf Kosten der Frauen gingen.

Am Morgen, wenige Stunden vor der Abstimmung im Bundestag, wagten die Grünen dann noch ein letztes Manöver. Sie stellten einen Eilantrag zur Änderung des Gesetzesentwurfs. „Entsprechend dem Konsens der Union wird für das Jahr 2020 eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil vorgesehen“, hieß es in dem Antrag. Genau diese Forderung will die Union in ihr Parteiprogramm schreiben, so hat es der Bundesvorstand der CDU noch am Montag beschlossen, als Kompromiss mit den vermeintlichen Abweichlern.

Trotzdem bügelt die Union den Vorstoß der Grünen ab. „Wir wollen bis zum Jahr 2020 den Unternehmen die Möglichkeit geben die Quote zu erreichen. Und wenn Sie dann nicht kommt, dann wird sie gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Unionsfraktionschef Kauder und erstickt damit alle Hoffnungen der Opposition im Keim. Die Union bleibt dabei: Die Unternehmen sollen erst mal nur dazu verpflichtet werden, sich selbst zu verpflichten. In der nächsten Legislaturperiode soll diese „Flexi-Quote“ kommen, verspricht Kauder.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder vor der Debatte. Quelle: Reuters
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder vor der Debatte. Quelle: Reuters

Als erste Rednerin hatte Katrin Göring-Eckhardt schon zuvor ihrer Entrüstung Luft gemacht. „Die Wirklichkeit ändert sich nicht dadurch, dass die Union etwas ins Parteiprogramm schreibt“, erklärte die grüne Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl. Der Kompromiss der CDU sei „eine große Enttäuschung für die Frauen in der Republik“, sagte sie. Und mit Enttäuschung richtet sie sich auch an die gezähmten Rebellinnen aus den Reihen der Union: „Sie sind nicht verlässlich, nicht vertrauenswürdig und nicht die Frauen, die seit dreieinhalb Jahren mitverhandelt haben“, wirft Göring-Eckhart ihnen vor.

Es sind viele Fragen, die dort am Rednerpult des Bundestags aufgeworfen werden. Nicht nur zur Frauenquote, nicht nur darüber, ob Unternehmen aus eigener Kraft die Frauen in ihre Führungsetagen durchlassen werden. Nicht nur darüber, ob man der Wirtschaft Vorschriften machen darf, sondern auch darüber, welche Vorschriften eine Fraktion seinen Abgeordneten eigentlich machen darf.

  • 20.04.2013, 20:53 UhrFrank3

    MUSSTE NOCH EIN MANGEL IM BEITRAG FINDEN und IN ALLEN MEDIEN KEIN THEMA , WARUM NICHT , dass GRÜNE AUCH GESCHLOSSEN DAGEGEN STIMMTEN , WO DOCH MIT WORTE und ANTRAG EINBRACH ENTEN ??? MIT ihre STIMMEN HÄTTEN FRAUENQUOTE GEHABT und MIT TAT WAHRES DENKEN . . . SO DOCH JEDEM KLAR DAS ALLE WORTE LÜGEN WAREN , wo so Abgestimmt HABEN

    WEM HABEN sie sich WEISUNGSGEBUNDEN GEFÜHLT UND alle sich ZWINGEN LASSEN ???

    ATHEIST SICH Gott , im WISSEN Gott . . .
    und SO KANN GARNICHT RASSIST SEIN und NIEMANDEN RASSEMACKE LEBEN LASSEN KÖNNEN .
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich , WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN , WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN .


    MEDIEN WO EIN WORT VERBOTEN IST BETRÜGEN .
    AUF EINER ERDE WO GELDRECHT BEDIENEN MEHR WERT IST ALS MENSCHEN ZUM MENSCH SEIN DAS RECHT GEBEN und LEBEN LASSEN AUCH .

    " ESM " Hatte NICHT DEMOKRATIE Verhindert , SO WIE " DIE " ES WOLLTEN HÄTTEN FÜR IMMER BEKOMMEN , SONDERN GESETZE , aber WARUM NUR IN EINEM LAND ??? HÄTTEN ESM SO BEKOMMEN . . . . SOLCH DIENENDE Politiker, EINER VERSCHWÖRUNG , DIE ES VOR ADOLF SCHON . . . . JEDER DER ESM SO ZUGESTIMMT HATTE IST TÄTER und VERFASSUNGSRICHTER RETTER . . . ABER NUN EBBEND WEG ÜBER BANKEN KONTROLLE HABEN WOLLEN NEHMEN , um Ziel DOCH ZU ERREICHEN .


    See the Interview " Why the world is losing faith in democracy" CFR
    Siehe Interview: "Warum ist die Welt zu verlieren Vertrauen in die Demokratie" CFR

  • 20.04.2013, 14:43 UhrIch_kritisch

    Wenn schon Quote, dann bitte richtig!
    Frauenquote im Schwerlastverkehr
    Frauenquote bei den Dachdeckern
    Männerquote bei den Reinigungskräften
    Männerquote bei den Kindergärtnern
    und das generell verbindlich!
    Also, die Firma muss ein Drittel Frauen, bzw. Männer beschäftigen in den oben genannten Berufen, wenn das nicht möglich ist müssen überschüssige Männer bzw Frauen entlassen werden.

    Danach arf es dann gerne auch eine Quote im mittleren Management geben - und ganz zum Schluss dann auch eine Quote für die Aufsichtsräte, damit unsere Politikerinnen endlich auch mal Geld verdienen können.

    Ich bin eine Frau - und ich empfinde eine Quote als Diskriminierung. Ich habe es Dank meines Könnens ins mittlere Management geschafft und nicht Dank meines Geschlechts. Ich wünsche, dass ds möglichst vielen Gelingt.

    Früher kamen Frauen nach oben - weil sie Frauen waren und sich hoch schliefen. Heute durch ihr Können. Morgen wieder weil sie weiblich sind????

    NEIN DANKE

  • 19.04.2013, 17:26 UhrFrank3

    Ja , beim LESEN SEHE AUCH FEHLER , die beim Denken UNWICHTIG SIND , ABER NUN RICHTIG .

    ABER v.d.Leyen HATTE ES SOWEIT GETRIEBEN , dass UM GLAUBHAFT ZU BLEIBEN ZURÜCKTRETEN HÄTTE MÜSSEN ; NUN IST NIE WIEDER GLAUBWÜRDIG !! DAS HAT NICHT BEDACHT !!!
    NUN WEISS NIEMAND : ERPRESSBAR ? BESTECHLICH , AUCH FÜR SOZIALSTUFE BEHALTEN NUR und SO NICHT SOUVERÄN ? Gottlos IST . WIE VORFAHREN NUR MITLÄUFER UND MACHT WAS MACHT WILL !!! JA , nur NACH GEWISSEN , ohne Moral .

    MAL GEHÖRT ??? : " Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin , dass er tun kann , was er will , sondern , dass er nicht tun muss , was er nicht will . "
    Jean-Jacques Rousseau

    und sich EIN VERSPRECHEN GEBEN LASSEN , für 1220 ?? WIR SIND DOCH DEMOKRATIE AUF WEG ZUM MENSCHEN ??? UND DA WEISS NIEMAND WO LANG DEMOKRATIE GEHT , ODER IST KEINE DEMOKRATIE .

    ATHEIST SICH Gott , im WISSEN Gott . . .
    und SO KANN GARNICHT RASSIST SEIN und NIEMANDEN RASSEMACKE LEBEN LASSEN KÖNNEN .
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich , WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN , WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN .


    MEDIEN WO EIN WORT VERBOTEN IST BETRÜGEN .
    AUF EINER ERDE WO GELDRECHT BEDIENEN MEHR WERT IST ALS MENSCHEN ZUM MENSCH SEIN DAS RECHT GEBEN und LEBEN LASSEN AUCH .

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