Frauenquote in Talkshows Steinbrücks Netz-Expertin kassiert ersten Rüffel

Politisch unbeleckte Persönlichkeiten, die sich plötzlich in einem Wahlkampfteam wiederfinden, laufen Gefahr, sich in Interviews zu vergaloppieren. Steinbrücks Netzexpertin Joost erging es so, zur Freude der FDP.
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Gesche Joost in der SPD-Zentrale in Berlin nachdem sie Kanzlerkandidat Steinbrück als Mitglied seines Kompetenzteams vorgestellt hatte. Quelle: dpa

Gesche Joost in der SPD-Zentrale in Berlin nachdem sie Kanzlerkandidat Steinbrück als Mitglied seines Kompetenzteams vorgestellt hatte.

(Foto: dpa)

BerlinDesignforscherin Gesche Joost, im Team von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für Netzpolitik zuständig, hat mit der Forderung nach einem festen Frauenplatz in Talkshows und Konferenzen harsche Kritik auf sich gezogen. „Der Vorschlag der SPD ist nichts anderes als ein Eingriff in die Freiheit der Medien“, sagte der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, Handelsblatt Online. „Die Redaktionen sollten ihre Gäste auch in Zukunft anhand der Themen auswählen können und nicht der Political Correctness unterworfen werden.“ Wer bei Fernsehsendungen, die der Information und Meinungsbildung der Bürger dienen, zuerst an die Quote und dann den Inhalt der Sendungen denkt, zeige wie wenig ernst er den Informationsauftrag des Rundfunks nehme.

Joost hatte mit Blick auf die Beteiligung von Frau in Fernsehsendungen erklärt, dass sich hier etwas ändern müsse. "Eine Selbstverpflichtung von Redaktionen und Veranstaltern, dass in Talkshows oder Panels stets beide Geschlechter vertreten sein müssen, würde ich sehr begrüßen", sagte sie „Spiegel Online“.

Sie sei erst kürzlich wieder in ein Gremium eingeladen worden, das fast nur aus Männern bestanden habe. "Da habe ich mich dann beschwert und gesagt: Das kann doch nicht euer Ernst sein." Eine feste Quote "von fifty-fifty für jede Gesprächsrunde" sei ihr aber zu radikal.

Joost sagte, sie fühle sich nicht als Quotenfrau im Team von Steinbrück. "Trotzdem finde ich den Begriff nicht schlimm, ich bin ein echter Fan der Frauenquote", so die Design-Professorin. "Ich habe in meiner Laufbahn viele Gremien, Unternehmen und Stiftungen von innen gesehen. Da sitzen meist nur Männer, und zwar 60 plus. Dafür habe ich kein Verständnis mehr, das geht so nicht."

Die gebürtige Kielerin rief die die SPD dazu auf, neue Wählergruppen stärker anzusprechen. "Ich glaube, die SPD muss für traditionelle Arbeitsmodelle und Start-ups gleichermaßen da sein", sagte sie. "Dass die SPD sich nur um den Facharbeiter kümmert, ist doch ein Modell von vorgestern."

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17 Kommentare zu "Frauenquote in Talkshows: Steinbrücks Netz-Expertin kassiert ersten Rüffel"

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  • Naja, was den Informations- und Bildungsauftrag des Rundfunks betrifft, so nehmen die den in den Funkhäuser doch gar nicht richtig ernst.

    Alles andere was die Dame gesagt hat ist entschuldbar. Sie ist schliesslich ein blonde Designforscherin, was immer das auch sein soll. Vielleicht eine neue Frisur designen ?

  • Abgesehen davon, dass es bald unerträglich wird, wer sich da alles zu Wort meldet und womit, ist der eigentliche Hammer aber Folgendes.
    „Wer bei Fernsehsendungen, die der Information und Meinungsbildung der Bürger dienen“.

    Das ist gut, das ist echt gut. Ich habe köstlich gelacht.

  • Es geht nicht darum, ob Berufspolitiker oder nicht. Es geht um den Inhalt ihrer Aussage.

    Aber mit der passt sie perfekt zu den (obsoleten) SozInnen.

  • Designforscherin Gesche Joost: Da stellen sich mir gleich zwei Fragen. Erstens was ist Vor und was ist Nachname und was zum Geier macht eine Designforscherin? Wenn solche Leute in die Politik gehen und irgendwann sogar mal Verantwortung für eine ganze Nation mit ihrer Wirtschaft haben, wird mir Angst. Mit ihren Forderungen stellt sie sich schon mal bei der Fach Kompetenz ganz weit hinten an. Quoten statt Kompetenz. Vor was haben diese Feministen Angst?

  • "Sie sei erst kürzlich wieder in ein Gremium eingeladen worden, das fast nur aus Männern bestanden habe."

    Ach, hat sie sich alleine gefühlt? Waren die Männer nicht nett zu ihr?
    Würde sich ein einzelner Mann in einer Frauenrunde auch beschweren?

    Dieser Quotenirrsinn gleicht einer Planwirtschaft.

  • Leute, schont die Außenseiter!

    Berufspolitiker werden beschimpft, weil sie doch nichts anderes gelernt hätten als Politik. Kommt aber mal jemand auf die politische Bühne, der nicht Berufspolitiker ist, dann wird jede zweifelhafte Formulierung, jede Abweichung vom gerade politisch Korrekten, jeder Fehlschritt höhnisch und persönlich verletztend kommentiert. Bis am Ende doch nur die Berufspolitiker und ihre aalglatte Sprache übrig bleiben.

    Eine Öffentlichkeit, die Außenseiter gnadenlos fertig macht, bekommt am Ende die Berufspolitiker, die sie nicht will. Selbst schuld!

  • machen wir doch das Ami-Modell jede Talkshow muß
    - einen Krüppel
    - eine Frau
    - einen Farbigen / Türken /
    - einen Ökostalinisten
    einladen - dann hört sicher keiner mehr zu und der Erfolg ist gesichert.....

    Freiheit statt rotgrünem Sozialismus!

  • Frauenquoten bei Talkshows, Frauenquoten in der Politik, Frauenquoten an den Universitäten, Frauenquoten im Kindergarten, Frauenquoten in Unternehmen, Frauenquoten in der Landwirtschaft, Frauenquoten bei Spiegel.de, Frauenquoten auf dem Bau, wir brauchen in Deutschland Frauenquoten in sämtlichen Lebensbereichen. Auch beim Posten des Bundeskanzlers soll das Geschlecht festgesetzt werden! Es soll für immer eine Frau bleiben! Männer sind schwache Wesen und lassen diese Zwänge über sich ergehen! Warum sollten wir das nicht ausnutzen?
    Richtig so! Wir brauchen Frauenquoten auch für Kirchgänger, nicht nur bei Talkshows! Wird ein Gottesdienst von mehr als 50 % Männer besucht, haben die Restlichen Gläubigen (Männlich) gefälligst vor der Kirchentür zu warten und weitere Männer werden erst wieder eingelassen, sobald eine Frau den Gottesdienst frühzeitig verlässt. Sollte die Pfarrgemeinde gegen diese Regeln verstoßen, wird sie verdammt sein und Ihre männlichen Mitglieder werden früher oder später in der Hölle schmoren!

    Zudem! Wir brauchen auch Frauenquoten in der Literatur! Sollte ein Autor zu viele männliche Protagonisten in seiner Lektüre erscheinen lassen, wird er der öffentlichen Zensur unterworfen! Auch in Sachen Familienplanung soll nachgeholfen werden. Gebärt eine Frau zu viele Knaben, sollen der Familie auf jeden Fall steuerliche Benachteiligungen auferlegt werden! Der Grundstock der Gesellschaft muss reformiert werden. Ich fordere die absolute Frauenquote.

  • Also eine Quote bei Steuerhinterziehern wäre sinnvoll. Mindestens 30% müssen Frauen sein. Ebenso sinnvoll wäre es, wenn 40% der Schwangeren nicht Frauen sondern Männer wären. Ist doch klar, oder?

    Mann, ich bin so klug, ich sollte auch in die Politik gehen und mit Sch... labern so richtig viel Geld verdienen!!!

  • Beleidigungen sind die Argumente jener,
    die über keine Argumente verfügen.

    J. Rousseau

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