Frauenquote
Von der Leyen hat keine Lust mehr auf leere Versprechungen

Bundesarbeitsministerin von der Leyen redet Klartext: Sie bekräftigt ihre Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte, liest Unternehmen die Leviten und kanzelt Kristina Schröders Idee ab.
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BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Umgang der deutschen Unternehmen mit weiblichen Mitarbeitern kritisiert. Es sei empörend, wie wenig sich in den vergangenen zehn Jahren in den Konzernen getan habe, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). In den Unternehmen gelte noch immer: „In der Breite dürfen die Frauen mitarbeiten, in der Spitze nicht.“

Weil sie keine Lust mehr habe, sich zehn weitere Jahre leere Versprechungen anzuhören, müsse jetzt eine gesetzliche Frauenquote für die Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen beschlossen werden, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende. Dabei müsse es eine „glasklare Zielvorgabe von 30 Prozent“ geben.

Von der Leyen hatte die Einführung einer gesetzlich festgelegten Frauenquote für Aufsichtsräte gefordert, obwohl für dieses Thema Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zuständig ist. „So etwas als Brüskierung abzutun, finde ich verächtlich politischen Prozessen und anderen Meinungen gegenüber“, sagte von der Leyen dazu.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es jetzt aber, eine Lösung zu finden. Daran arbeiten wir.“ Die von Schröder favorisierte Flexi-Quote werde nicht reichen.

Bei der Flexi-Quote sollen sich Unternehmen selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Wird das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht, sollen Sanktionen verhängt werden können.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Frauenquote: Von der Leyen hat keine Lust mehr auf leere Versprechungen"

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  • Fakt ist, dass man als Manager nicht Techniker sein muss, sondern etwas von Gewinn, Risiko und Märkten verstehen muss. Wer dann noch führen kann, wie wunderbar. Schade dass so viele Frauen erst an die Spitze kommen, wenn andere die Firma in eine schwierige Lage gebracht haben. Siehe HP.

  • Merkel darf auch Bundesarbeitsministerinnen entlassen.

    Die Unverfrorenheit mit der diese Dame hier sexistische Diskriminierung fordert spottet wirklich jeder Beschreibung.

    Von der Verfassungswidrigkeit und dem schwerwiegenden Verstoß gegen Menschenrechte ganz zu schweigen.

    Ein Fall für den Verfassungsschutz.

  • ..und in Frankreich wird das gleiche passieren, wie Norwegen mit verheerenden Folgen wie dort (vgl.K. Ahern, A. Dittmar, “The Changing of the Boards: The Impact on Firm Valuation of mandated Female Board Representation”, University of Michigan, 2011 )
    Außerdem können sie das Spiel mit den erreichten Quoten (3,irgendwas) toll spielen, man muss nur die Auswahlgruppe klein genug machen. Fakt ist, dass der Anteil der Frauen im Mgt aller Börsennotierten Unternehmen in D bei 18% liegt. Fakt ist auch, dass Vorstände und Aufsichtsräte alle 5 Jahre gewählt werden. Fakt ist auch, das Berufserfahrung und Branchenkenntnis ausschlaggebend ist. Fakt ist auch dass die meisten Unternehmen technisch ausgerichtet sind und der Anteil der Frauen in der einschlägigen E-Technik < 8% und im Maschbau < 10% sind. Fakt ist auch, dass Deutschland und Tschechien (hat kaum Frauen in Topmgt) die erfolgreichsten Länder Europas sind und dass Länder in denen die Frauenqoute ist oder viele Frauen im Mgt sind nicht erfolgreich sind. (s USA, Norwegen, Spanien, Italien,....)

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