Adenauer-Enkel führt Konservative gegen Merkel an

Freie Wähler
Adenauer-Enkel führt Konservative gegen Merkel an

Nach 40 Jahren brach Stephan Werhahn mit der CDU - und wurde Spitzenkandidat der Freien Wähler. Sein Ziel: der Bundestag, besser noch ein Ministeramt. Erreichen will er das mit Attacken auf den Euro-Rettungsschirm.
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DüsseldorfPlötzlich steht er im Rampenlicht, ist als Politiker gefragt bei den Medien – und „ja, das ist ein sehr gutes Gefühl“. Natürlich schmeichelt es ihm. Vor allem aber findet er gut, dass er jetzt zum Zuge kommen kann. Dass das, was er zu sagen hat, auch Gehör findet. Auch deshalb hat er seine Entscheidung keine Minute bereut. Stephan Werhahn ist designierter Spitzenkandidat der Freien Wähler. Noch bis zum Sommer war der Enkel Konrad Adenauers jedoch Mitglied bei der CDU – und zwar seit 40 Jahren, wenn auch als „inaktives Mitglied“.

Doch dann hatte der 59-Jährige genug. Genug von der falschen Politik Angela Merkels, besser gesagt: von der falschen Euro-Politik. Davon, dass „der Rettungsschirm ESM als Allerheilmittel genutzt wird“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online. Und davon, dass aus seiner Sicht „das Risiko für die Bürger dabei viel zu hoch ist“. Also brach er mit der Partei.

Nach dem Bruch mit der CDI ging der Ökonom, Jurist und Unternehmer Werhahn zu den Freien Wählern, um dort „aktiv“ Politik zu machen. Mit dem Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger bestritt Werhahn am Montag den ersten größeren Auftritt vor der Presse.

Dabei wollen die Freien Wähler keine Partei sein, sondern sich aus vielen kommunalen Gruppen und manchmal auch Landesverbänden zusammensetzen. Was bei den Freien Wählern anders ist? „Wir wollen das System vom Kopf auf die Füße stellen“, sagt er. „Was gut für die Kommune ist, kann nur gut für den Bund sein.“ Er will, dass mehr Geld bei den Bürgern ankommt.

Konkret bedeutet das bei ihm: Weg mit dem ESM, mit „dieser zentralistischen, sozialistischen Katastrophe“. Stattdessen müssten „die eigenen Kräfte gestärkt werden, zum Beispiel der Binnenmarkt. Auch die schwachen Länder müssten die eigenen Kräfte wieder stärken, um wettbewerbsfähig zu werden.

Wie das gehen soll? Diese Länder sollten aus dem Euro austreten können. Später, wenn sie wettbewerbsfähig seinen, könnten sie wieder eintreten. Dass das mehr als konservativ klingt, weiß er, und das soll es auch. „Es ist gut, konservativ zu sein und die Früchte des Wirtschaftswunders in Deutschland zu erhalten."

Mit den Themen Euro-Krise, aber auch mit einer „generationsübergreifenden“, nachhaltigen Klimapolitik wollen die Freien Wähler 2013 das erste Mal an einer Bundestagswahl teilnehmen. Keine leichte Aufgabe für Werhahn, „eine bürgerliche Partei auf Bundesebene aufzuziehen“.

Doch nun ist es sein Job, die Freien Wähler in die Bundestagswahl zu führen. Sein Ziel: Im September 2013 die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken. Laut Umfragen könnten die Freien Wähler das durchaus schaffen.

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„39+5+5 würde eine Mehrheit ergeben“

Kommentare zu "Adenauer-Enkel führt Konservative gegen Merkel an"

Alle Kommentare
  • Meine Stimmen hätte die Freie Wähler.

  • Keine Sorge...die deutsche PArteiendiktatur wird diesen Herrn, samt Partei rechtzeitig durchs Dorf treiben und ganz plötzlich kommen über Parteimitglieder die Skandale vom heiteren Himmel herab...so hat man es bislang immer gemacht um den Demokratieschein wahren zu können. Wenn diese Partei Einzug hält dann mit sehr gerringen Anteilen während der rest der Verbrecher koaliert und weiter das macht was sie bisher gemacht haben....was sie wollen.....lügen, betrügen, abzocken, hochstapeln.

  • Wer eine Koalition mit Merkel eingehen würde, hat NICHTS, aber auch rein GAR NICHTS verstanden.

    Schade freie (unwählbare) Wähler

  • Die "Freien Wähler" sind wie alle anderen Parteien nicht perfekt... aber eine echte demokratische Alternative! Ein Teil der Protestpiraten ließe sich auf diese Partei umleiten, Ex-Frustwähler allemal!

  • Meine Stimme haben Sie !
    Ich kenne das Wahlprogramm und habe mich darüber informiert - wer alternative Medien liest und dem Gesindel Steinbrück oder FDJ Merkel nichts mehr abgewinnen kann wird hier Bestätigung finden, dass Deutschland ein Wandel wiederfahren muss

  • Wir hoffen sehr auf eine konservative bürgerliche Partei!

  • Ich warte nach dem EU-Desaster und der verkommenen Demokratie auf so eine Partei. CDU-Mitglied bin ich längst nicht mehr, weil ich Deutschland unter Merkel und Schäuble ausverkauft sehe. Die Bürger spielen bei diesem Diktat keine Rolle mehr. Leider. Auch mein Bekanntenkreis wartet auf ein Stück Anti-EU. So wie heute kann es nicht weitergehen. Die deutschen Bürger sollten den Mut haben, anders zu wählen. Der deutsche Ausverkauf muss weg.

  • Meine Stimme auch.
    Wir müssen uns nur einig sein, vielleicht bewirkt es ja etwas. Eine andere Chance haben wir ja ohnehin nicht, leider.

  • verstehe ich auch nicht, weshalb die fw eine koalition mit der cdu und der fdp eingehen möchten...sie sollten sich auf keine kompromisse einlassen was das euro-abenteuer angeht.
    realistischer wäre, dass die fw 2013 in den bundestag als oppositionspartei einziehen werden, weitere 4 jahre gegen die euro-fehler der anderen parteien wettern und dann, 2017 zu einer stärkeren kraft werden. bis dahin dürften die fehler der rettungsmaßnahmen auch bei den deutschen bürgern in form von höheren steuern/inflation/etc. angekommen sein, so dass den euro-parteien die wähler in scharen davonlaufen werden.
    vg

  • Die Partei kommt zu spät.
    Die Würfel sind gefallen, die Garantien wurden gegeben.
    Der 1000 Mrd. Dispo bei der Bundesbank wurde von den Südländern gezogen.
    Wer jetzt noch gegen die CDU agitiert, der kann gleich die Linken wählen.

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