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Freihandelszone mit den USA: Liegt Deutschlands Heil im Freihandel?

exklusivDeutsche Politiker drängen auf ein transatlantisches Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA. Doch trotz der Vorteile für beide Seiten herrscht in der deutschen Wirtschaft Uneinigkeit über das Vorhaben.

Ein Turbo-Generator (Illustrationsbild). Quelle: PR
Ein Turbo-Generator (Illustrationsbild). Quelle: PR

BerlinDie deutsche Politik sieht nach der Wiederwahl von Barack Obama zum US-Präsidenten die Chance auf ein transatlantisches Freihandelsabkommen in greifbare Nähe gerückt. Der deutschen Wirtschaft käme das gelegen – jedenfalls ist der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel der Überzeugung, dass ein solches Abkommen beiden Seiten erhebliche Wohlstandsgewinne bringen würde.  Daher sollten Verhandlungen dazu bald aufgenommen werden.

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Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, sieht das nicht anders. Er sieht auch die Vorteile eines barrierefreien  transatlantischen Wirtschaftsraums. Daher hoffe er sehr auf neue handelspolitische Impulse nach der US-Wahl. Allerdings sagt Börner auch, dass er lieber den multilateralen Ansatz gegenüber bilateralen Lösungen bevorzuge.  

Die weltweit besten Industriestandorte

  • Platz 1

    Die USA behaupten sich im IQ-Index auf dem ersten Rang. Dort waren die Vereinigten Staaten bereits 1995 zu finden.

  • Platz 2

    Im Vergleich von 45 Industrienationen belegt Schweden den zweiten Rang. Seit 1995 hat sich Schweden damit um zwei Plätze verbessert.

  • Platz 3

    Dänemark macht zwei Plätze gut und springt auf Rang 3. Skandinavien macht derzeit wirtschaftlich eine gute Figur.

  • Platz 4

    Auch Deutschlands Nachbar Schweiz schafft es auf einen der vorderen Plätze – 1995 stand die Alpenrepublik noch auf Rang 7.

  • Platz 5

    Deutschland macht den größten Sprung bei den Top-Industrienationen. 1995 sah das IW-Institut die Bundesrepublik noch auf Platz 14.

  • Platz 6

    Knapp hinter Deutschland folgt Australien auf Platz 6 – sogar mit dem gleichen Indexwert aus den 58 einzelnen Kategorien.

  • Platz 7

    Platz 7 geht an die Niederlande – damit verschlechtert sich unser Nachbar deutlich. Die Holländer lagen 1995 noch an zweiter Stelle des IW-Rankings.

  • Platz 8

    Auch Kanada muss einen Rückschlag hinnehmen. Der nordische Nachbar der USA stürzt um satte fünf Plätze ab.

„Die tagtäglichen Probleme liegen ganz überwiegend außerhalb des handelspolitischen Gestaltungsrahmens beispielsweise in unterschiedlichsten technischen Normen und Standards in Europa und den USA“, begründete der BGA-Chef seine Position im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Deshalb darf man sich von einem transatlantischen Freihandelsabkommen neben einer starken Symbolkraft an praktischen Auswirkungen nicht zu viel versprechen.“ Er würde die Energie lieber auf einen neuen multilateralen Anlauf verwenden. „Als Stichwort wäre hier zu nennen ein Vorankommen und ein erfolgreicher Abschluss der laufenden Doha-Runde.“ Bei der vor Jahren in der der Hauptstadt Katars begonnenen und nach ihr benannten Verhandlungsrunde geht es insbesondere um den Abbau von Handelsbarrieren.

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In Berlin ist man anderer Ansicht und sucht das Heil Europas lieber im Freihandel. So hatte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) jüngst bei der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Neu Delhi unmissverständlich erklärt, dass für den Erfolg der deutschen Exportwirtschaft verlässliche Regeln erforderlich seien. Daher sei er nun für bilaterale Freihandelsabkommen, wenn die weltweiten Verhandlungen in der Doha-Runde nicht vorankämen, sagte Rösler.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

  • Platz 1

    Hongkong

  • Platz 2

    USA

  • Platz 3

    Schweiz

  • Platz 4

    Singapur

  • Platz 5

    Schweden

  • Platz 6

    Kanada

  • Platz 7

    Taiwan

  • Platz 8

    Norwegen

  • Platz 9

    Deutschland

  • Platz 10

    Katar

  • Quelle

    IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

    Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer, erwartet sogar noch in diesem Jahr weitere Schritte hin zur Schaffung einer Freihandelszone zwischen den USA und Europa. Eine Arbeitsgruppe des Transatlantischen Wirtschaftsrats („TEC“), die so genannte High Level Working Group on Jobs and Growth, werde bis Ende 2012 „Schritte identifizieren, mit denen die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel und Investitionen vor allem dort gestärkt werden, wo der Austausch am ehesten Wachstum und Arbeitsplätze fördert“, sagte Pfeiffer Handelsblatt Online.

  • 09.11.2012, 07:57 UhrSchlaumeier

    Warum mit den USA. Die sind doch genauso PLEITE wie Griechenland. Immer nur shopping auf Pump und alles verfressen. Infrastruktur = alt + marode. Aber das wir unser
    Geld für die Importeure gleich mitbringen, kennen wir ja.
    In Dtl. sollte man viel weniger arbeiten und dafür mehr leben.

  • 09.11.2012, 08:09 UhrEls

    Dass die Deutschen so sehr arbeiten ist ja eigentlich mehr als ein Legende, als eine Tatsache.
    Der weitere Abbau des Handelsbarrieren ist eine reine Katastrophe und wird den Abbau deutscher und europäischen Arbeitsplätze bedeuten.

  • 09.11.2012, 08:10 UhrDerBernd

    stimmt

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