Deutschland

Gaucks Werte für Deutschland

« 3 / 3

„Marktwirtschaft hat Mängel - aber sie ist lernfähig“

Auch das Thema Wirtschaft geht Gauck aus dem Blickwinkel der Freiheit an. Auch Demokratie und Marktwirtschaft hätten Mängel, räumt Gauck zu. Sie bedürften der Verbesserung, doch im Gegensatz zu anderen Ordnungen bestünde diese Möglichkeit, weil es sich um ein „lernfähiges System“ handelt. In keinem anderen System seien Freiheit und Eigenverantwortung besser gestaltet worden. Gegenentwürfe, die das Kollektiv in den Vordergrund gestellt haben, hätten weniger Freiheit, weniger Lebensfreude, weniger Rechtssicherheit und weniger Wohlstand gebracht. „Und deshalb gibt es keinen Grund für den alt-neuen Versuch, eine neue Variante von Antikapitalismus in die politische Debatte zu bringen“, folgert Gauck.

Von Heuss bis Wulff Die Bundespräsidenten im Überblick

  • Von Heuss bis Wulff: Die  Bundespräsidenten im Überblick
  • Von Heuss bis Wulff: Die  Bundespräsidenten im Überblick
  • Von Heuss bis Wulff: Die  Bundespräsidenten im Überblick
  • Von Heuss bis Wulff: Die  Bundespräsidenten im Überblick

Damit meint Gauck auch die weltweiten Proteste gegen Banken und Kapitalismus. Der Traum von einer Welt, in der man sich der "Bindung" der Geldmärkte entledigen könne, sei eine “romantische Vorstellung”, sagte Gauck bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" im vergangenen Oktober. Die Protestbewegung "Occupy Wall Street" und ihre deutschen Pendants würden rasch verebben, sagte er voraus. Und er macht klar, dass er auch die Freiheit der Banken verteidigen will: “Ich habe in einem Land gelebt, in dem die Banken besetzt waren.”

Bundespräsident

Gauck schafft es, die Freiheitsfrage für alle essenziell zu machen, gar Begeisterung für Werte zu wecken, die hierzulande nicht mehr diskutiert werden. Er umreißt eine neue Art der Leitkultur, die nichts Deutschtümelndes hat: „Freiheit, Verantwortung und Toleranz können Grundlage einer globalen Leitkultur sein.“

Ab dem 18. März, wenn ihn die Bundesversammlung zum neuen Bundespräsidenten wählen wird, kann Gauck sich voll und ganz in den Dienst dieser neuen Leitkultur stellen - und versuchen vergessen zu machen, welchen Schaden sein Vorgänger Christian Wulff dem Präsidentenamt und der politischen Kultur Deutschlands zugefügt hat. Aber auch Gauck weiß, auf welch schwieriges Parkett er sich begibt. "Ich kann Sie nur bitten, die ersten Fehler gütig zu verzeihen und von mir nicht zu erwarten, dass ich ein Supermann und ein fehlerloser Mensch bin," schloss er seine Erklärung am Sonntagabend.

Anzeige

  • 20.02.2012, 12:59 UhrZahlmeister

    Gauck ist eine gute Wahl.
    Das letzte, was Frau Merkel und die Pofallas in der CDU wollten, ist ein aufrechter Demokrat und Verfechter der Feriheit und der Bürgerrechte, welcher ihnen bei ihren sozialistischen Experimenten am lebenden Menschen auf die Finger klopft.

  • 20.02.2012, 13:05 Uhrpeer

    Wie auch immer

    Herr Gauck ist der Bundespräsident der Politiker.

    Uns, das Volk hat keiner gefragt.

    Wir sind 99,99% Herr Gauck icg die 0,01% Bundespräsident

  • 20.02.2012, 13:05 UhrLutz

    Seltsame Werte hat der Mann, wenn er wirklich nicht begreift, dass durch Wikileaks eine riesige Menge an Informationen bekannt geworden sind, die man bisher vielleicht vermutete aber nun schwarz auf weiß vorliegen hat. Der Gewinn ist immens. Die USA werden viel langsamer treten müssen, was der gesamten Menschheit nützt.

    Wahrscheinlich aber geht es Gauck nur darum Informationen zu unterdrücken, die nicht in sein Weltbild passen. Wahrheit darf immer nur seine Wahrheit sein.


    Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - "Dieser ganze Tratsch über Botschafter und Regierungsmitglieder. Wo ist da der journalistische Gewinn", sagte er der "Zeit". Gauck sagte, es gebe "viele Gründe für Geheimhaltung im politischen Raum", das mache ihn "noch nicht undemokratisch".

    Der Theologe unterschied zwischen staatlichen Geheimnissen in einer Demokratie und einer Diktatur. "Ich hege nur eine Skepsis gegenüber Geheimnissen, die unter Missachtung der Grundrechte und Verletzung von Bürgerrechten erlangt wurden, um dann in einer Datensammlung zu landen, die von keinem Parlament kontrolliert werden kann." Gauck nannte das Vorgehen von WikiLeaks nicht legitim.

    In einer Demokratie sei die Veröffentlichung von Geheimdokumenten nur dann zulässig, "wenn eine demokratische Regierung gegen Gesetze verstößt, die sie selber achten und schützen soll".


  • Die aktuellen Top-Themen
Medien: Hartz IV kostet bisher 450 Milliarden Euro

Hartz IV kostet bisher 450 Milliarden Euro

Seit Inkrafttreten der Hartz-IV-Reform hat Deutschland laut einem Medienbericht etwa 450 Milliarden Euro an Sozialleistungen ausgegeben. Namensgeber Peter Hartz plädiert für weitere Reformen.

Laut Medienbericht: Japan plant milliardenschweren Post-Börsengang

Japan plant milliardenschweren Post-Börsengang

Einem Medienbericht zufolge plant die japanische Regierung den Börsengang der Post. Die Einnahmen in Milliardenhöhen sollen nach dem verheerenden Erdbeben im März 2011 in den Wiederaufbau des Landes fließen.

Ardo Hansson: EZB-Ratsmitglied kritisiert Kauf von Staatsanleihen

EZB-Ratsmitglied kritisiert Kauf von Staatsanleihen

EZB-Präsident Mario Draghi will breit angelegte Staatsanleihenkäufe ermöglichen, um die Konjunktur anzuschieben. Ardo Hansson, Notenbankchef von Estland und EZB-Ratsmitglied, spricht sich laut Medien dagegen aus.