Freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft gefordert
Parteien fordern Unternehmen zur Einstellung von Älteren auf

Die SPD hat die Forderung des CDU-Sozialexperten Andreas Storm nach einer Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Einstellung älterer Arbeitnehmer unterstützt.

BERLIN. Die CDU hat angesichts der geringen Erwerbsquoten der über 50-Jährigen eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft gefordert, ältere Arbeitnehmer verstärkt einzustellen und bis zum Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 65 Jahren zu beschäftigen. „Nach dem Modell ähnlicher Vereinbarungen im Umweltbereich und bei der Ausbildung müssen sich die Unternehmen verpflichten, die Erwerbsquote Älterer in den kommenden zehn Jahren deutlich zu erhöhen,“ erklärte der Sozialexperte der CDU, Andreas Storm, gegenüber dem Handelsblatt. Zustimmung zu dem Vorstoß kam vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der SPD und dem Sozialverband VdK.

Die Erwerbsbeteiligung Älterer liegt in Deutschland deutlich niedriger als in anderen Industrienationen. Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft waren 2002 nur noch 38,4 % der 55- bis 64-Jährigen beschäftigt. In der Schweiz waren es fast 65 %, in Schweden 68 %. 1970 lag die Quote in Deutschland noch bei 50 %. Storm warf Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt Doppelzüngigkeit vor, weil er einerseits fordere, schon in diesem Jahr die Weichen für eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre zu stellen, andererseits aber tatenlos zusehe, wie die Mitgliedsunternehmen seines Verbandes ihre Belegschaften zu Lasten der Älteren verjüngten. „Die Wirtschaft muss das Thema selbst angehen und in den Industrie- und Handelskammern für ein geschärftes Problembewusstsein sorgen.“

Wenn es nicht gelinge, die Erwerbsbeteiligung der Älteren zu verbessern, könne auch nicht das gesetzliche Rentenalter von 65 auf 67 Jahre angehoben werden. „Denn dies würde nur bedeuten, dass die Politik ältere Menschen verstärkt in die Altersarmut entlässt,“ so Storm. Der Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, unterstützte die Forderung. Die stärkere Erwerbsbeteiligung Älterer sei eine „moralische Bringschuld“ der Unternehmen. Zustimmung kam auch aus der SPD. Ihr Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner forderte ein „Umdenken in den Köpfen der Personalverantwortlichen“. Ältere Arbeitnehmer seien so leistungsfähig wie die Jungen, meinte Brandner. Das Bundessozialministerium forderte Hundt auf, „auf seine Mitgliedsunternehmen einzuwirken und bei ihnen für die Einstellung älterer Arbeitnehmer zu werben, statt nach dem Gesetzgeber zu rufen.“

Seite 1:

Parteien fordern Unternehmen zur Einstellung von Älteren auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%