Friedrich Merz im Porträt
Einstiger Hoffnungsträger verlässt die CDU-Spitze

Friedrich Merz galt als einer der Hoffnungsträger der CDU. Der Jurist, glänzende Rhetoriker und ausgewiesene Finanzexperte kandidiert nicht mehr für das CDU-Präsidium. Ende des Jahres stellt er auch seinen Posten als einer der stellvertretenden Unions-Fraktionschefs im Bundestag zur Verfügung.

HB BERLIN. Der am 11. November 1955 im sauerländischen Brilon geborene Merz hat sich in der CDU als „Wertekonservativer“ positioniert. 1985 wurde der mit einer Juristin verheiratete 48-Jährige zunächst Richter und wechselte kurz danach in den Beruf des Rechtsanwalts. Seine politische Laufbahn begann er 1989 mit seiner Wahl ins Europaparlament in Straßburg. 1994 zog er für den Hochsauerland-Wahlkreis in den Bundestag ein. Vier Jahre später verteidigte er sein Direktmandat und begann den Aufstieg in der Partei-Hierarchie.

Gekrönt wurde seine Laufbahn am 29. Februar 2000: Als Nachfolger des wegen der CDU-Spendenaffäre ins Straucheln geratenen Wolfgang Schäuble wurde der Vater von drei Töchtern Vorsitzender der CDU/CSU- Bundestagsfraktion. Bereits kurz nach seiner Wahl zeichneten sich die ersten Differenzen mit der damals ebenfalls neuen Parteivorsitzenden Angela Merkel ab.

Die Rivalitäten zwischen Merz und Merkel wurden nach der für die Union knapp verlorenen Bundestagswahl 2002 markant. Zwischen den beiden kam es zu einem Machtkampf um den Fraktionsvorsitz, den der Sauerländer verlieren musste: Merkel übernahm neben der Parteiführung auch den Fraktionsvorsitz. Merz warf Merkel später vor, ihr Wort gebrochen zu haben. Dennoch übernahm er als Fraktionsvize eine Führungsaufgabe. 2002 wurde auf dem Parteitag in Hannover mit dem besten Ergebnis aller Bewerber ins CDU-Präsidium gewählt.

Merz ist Urheber des umstrittenen Begriffs von der „deutschen Leitkultur“, mit der er die Ausländerpolitik der CDU auf ein Nein zur Zuwanderung festschreiben wollte. Im Oktober 2003 präsentierte er die Eckpunkte eines Steuerkonzepts, das mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte.

Die weiteren Pläne von Merz sind undeutlich. Es hieß, er wolle wieder als Rechtsanwalt arbeiten oder in die Wirtschaft gehen. Sein Lebensmotto gab er erst vor wenigen Tagen bei der Vorstellung seines jüngsten Buches preis: „Nur wer sich ändert, wird bestehen.“

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