Friedrich Merz - Wiederwahl in den Bundestag sicher
Machtspiele

Er käme ja - wenn Angela Merkel ihn riefe. Friedrich Merz hatte mit der Politik keineswegs abgeschlossen, als er vergangenen November von seinem Amt als Unions-Fraktionsvize für Wirtschaft und Finanzen zurücktrat.

Gleich nach der Neuwahl-Ankündigung brachte er sich öffentlich in der Talkshow "Sabine Christiansen" zurück ins Spiel um die demnächst zu vergebenen Ämter der Macht.

Das Bundestagsmandat hatte der 50-jährige CDU-Abgeordnete bei seiner halben Rückkehr in den Anwaltsberuf ohnehin behalten - und damit den Fuß in der Tür. Seine Wiederwahl in den Bundestag ist sicher, und im Beirat der Stiftung Marktwirtschaft feilt Merz mit am Konzept für eine umfassende Steuerreform.

Die zahlreichen Fans des brillanten Redners - aus dem CDU-Wirtschaftsrat sowie Steuer- und Finanzexperten - drängen Merkel, Merz doch wieder mitspielen zu lassen, zum Beispiel im Kompetenzteam für den Wahlkampf. Allerdings hätte die Kanzlerkandidatin da das gleiche Problem wie gegenüber anderen, die - anders als Merz - noch nie ein böses Wort über sie gesagt haben: Solange sich der zaudernde CSU-Chef Edmund Stoiber nicht festlegen mag auf seine künftige Rolle im Bund, solange kann Merkel über diesen Kompetenzbereich nicht frei verfügen.

Wenn sie Merz jetzt holte, müsste sie ihn womöglich nach der Wahl wieder wegschicken - und damit erneut düpieren, wie nach der verlorenen Wahl 2002. Damals verdrängte sie ihn - mit Stoibers Hilfe - vom Fraktionsvorsitz. Merz, die politische Diva, verzieh Merkel das nie. Wenn Merkel ihn, der keine Verwaltungserfahrung hat, überhaupt als Finanzminister ins Kalkül zieht, dann erst nach der Wahl.

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