Früher in den Ruhestand: So schaffen Sie die Rente mit 60

Früher in den Ruhestand
So schaffen Sie die Rente mit 60

Politiker und Sozialverbände fordern ein höheres Rentenniveau. Wer in die Rentenkasse zahlt, soll keine Angst vor Altersarmut haben. Wer aber früher in Rente gehen will, muss genau rechen – und früh fürs Alter sparen.
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DüsseldorfIm Wahljahr 2017 steht den Deutschen ein Rentenwahlkampf bevor. Vor allem die Angst vor Altersarmut dürfte im Ringen um die Wählerstimmen der rund 24 Millionen Rentenbezieher bemüht werden. Nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat sind 20,8 Prozent im Alter von 55 Jahren und darüber in Deutschland von Altersarmut bedroht. Als arm gilt dabei, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens zur Verfügung hat. Aktuell sind das in Deutschland 5,7 Millionen.

Teile der SPD fordern bereits eine Anhebung des Rentenniveaus in der gesetzlichen Rentenkasse, also des Renteneinkommens gemessen am Durchschnittseinkommen nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge. Derzeit liegt das Rentenniveau bei 47,9 Prozent und würde nach jetziger gesetzlicher Lage bis 2030 auf 44,3 Prozent sinken. SPD-Fraktionschef würde eine Untergrenze von 46 Prozent, besser sogar 48 Prozent festschreiben. Der Sozialverband fordert gar ein Minimum von 50 Prozent. Zahlen müsste dafür größtenteils der Steuerzahler.

Die Debatte ist bereits irreführend. Denn allein mit der gesetzlichen Rente reicht es schon lange nicht mehr, um 60 Prozent Durchschnitteinkommens zu erreichen geschweige denn zu übertreffen. Zum einen lag das Rentenniveau aus den gesetzlichen Renten schon im Jahr 2000 bei knapp 53 Prozent. Zum anderen gilt diese Rentenniveau nur für den sogenannten Standardrentner, der schon 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. 45 Jahre schaffen aber nur die wenigsten.

Im Jahr 2015 gingen in Deutschland 850.000 in den Ruhestand, im Durchschnitt waren sie dabei 64 Jahre alt. Mehr Menschen gingen zuletzt im Jahr 2000 in Rente, damals waren es 878.000 Neurentner. Außerdem waren sie jünger, im Durchschnitt 62,3 Jahre. Für eine reguläre Rente müssen aber Arbeitnehmer ab dem Geburtsjahrgang 1964 bis zum 67. Geburtstag durchhalten.

Kaum ein Rentenversicherungspflichtiger arbeitet also bis zum regulären Rentenalter und die Mehrheit will das auch gar nicht. Frühere Umfragen haben gezeigt, dass die meisten einen Renteneintritt zwischen 55 und 64 Jahren bevorzugen würden – vor allem, wenn sie keine finanziellen Einbußen befürchten müssten.

Für die meisten Frührentner ist diese Vorstellung jedoch utopisch: Ohne finanzielle Einbußen bei der Rente wird es nicht gehen, wenn nicht anderweitig Vermögen oder Ersparnisse vorhanden sind. Wer also vorzeitig in Rente gehen will, muss das frühzeitig planen und vorbereiten. Wie groß sind also die Einbußen bei vorzeitigem Renteneintritt und wie lässt sich die Einkommenslücke beim Übergang in den Ruhestand schließen oder zumindest sinnvoll verringern?

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