Frühestens ab 2020 CDU verschleppt die starre Frauenquote

Die CDU hat sich auf einen Kompromiss geeinigt: Die Quote soll kommen – aber erst ab 2020. Damit brüskiert die Partei Quoten-Befürworterin Ursula von der Leyen. Familienministerin Kristina Schröder genießt den Erfolg.
Update: 15.04.2013 - 16:56 Uhr 27 Kommentare
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen gilt als Befürworterin der Frauenquote. Auch von der Leyen soll dem Kompromissvorschlag, die Frauenquote erst 2020 einzuführen, bei der Abstimmung im CDU-Vorstand zugestimmt haben. Quelle: dpa

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen gilt als Befürworterin der Frauenquote. Auch von der Leyen soll dem Kompromissvorschlag, die Frauenquote erst 2020 einzuführen, bei der Abstimmung im CDU-Vorstand zugestimmt haben.

(Foto: dpa)

BerlinIm Streit um die Abstimmung im Bundestag zur Frauenquote hat die Union sich auf einen Kompromiss verständigt: Die Frauenquote soll kommen – aber erst ab 2020. CDU und CSU wollen die Forderung nach einer gesetzlichen Quote von 30 Prozent Frauenanteil in der Führungsetage ab dem Jahr 2020 in ihre Wahlprogramme aufnehmen. Das beschloss der CDU-Bundesvorstand am Montag bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung, teilte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe mit.

Auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen habe für den Beschluss gestimmt, sagte Gröhe. Die Arbeitsministerin gilt eigentlich als Befürworterin der gesetzlichen Frauenquote. Mit dem Kompromiss, die Einführung der Quote auf 2020 zu verschieben, hat die Arbeitsministerin damit einen herben Rückschlag erlitten.

Seit Tagen streitet die Union über die Bundestagsabstimmung zur Frauenquote: Mehrere Abgeordnete der CDU und CSU hatten in den vergangenen Woche angekündigt, dass sie entgegen der Parteilinie bei der Abstimmung am Donnerstag gemeinsam mit der Opposition für die Frauenquote abstimmen werden.

Die Fraktionsspitzen  haben deshalb am Montagabend ein Krisentreffen angesetzt, bei dem Unions-Fraktionschef Volker Kauder und CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mit den Abweichlerinnen über deren Abstimmungsverhalten beraten. Der Vorstand gehe davon aus, dass die Abgeordneten sich an den Kompromiss hielten und nicht für den Oppositionsantrag stimmen würden, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Schon zuvor hatte die Fraktionsspitze massiven Druck die Abweichler und auch auf Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ausgeübt. „Ein Regierungsmitglied kann nicht für einen Antrag der Opposition stimmen“, warnte Stefan Müller, parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe.

Ob die Arbeitsministerin am Donnerstag für oder gegen die sofortige Einführung der gesetzlichen Frauenquote stimmen wird, ist weiterhin unklar.Die Ministerin wolle den Kompromissvorschlag der Union in die Abwägung über ihr Abstimmverhalten einfließen lassen, hieß es am Montag aus informierten Kreisen. Eine Vorfestlegung der Ministerin, den Gesetzentwurf aus dem Bundesrat abzulehnen, bedeute dies aber nicht.

Familienministerin Kristina Schröder hingegen gilt als entschlossene Gegnerin einer gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote. Sie begrüßte den Kompromissvorschlag des CDU-Parteivorstands. Der Bundesvorstand habe damit den Parteibeschluss bekräftigt, zunächst eine sogenannte Flexi-Quote einzuführen. Durch die Flexi-Quote sollen Unternehmen verpflichtet werden, sich selbst eine Frauenquote aufzuerlegen. „Ich bin sicher, dass eine gesetzliche 30-Prozent-Marke 2020 für die meisten Aufsichtsräte gar kein Thema mehr ist, weil dieser Frauenanteil mit der Flexi-Quote schon vorher erreicht wird“, sagte Schröder.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Abweichler könnten Opposition die Mehrheit bringen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Frühestens ab 2020 - CDU verschleppt die starre Frauenquote

27 Kommentare zu "Frühestens ab 2020: CDU verschleppt die starre Frauenquote"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @auch_ein_Vorteil und @kuac
    Ist es nicht einfach so: starke und gute Frauen brauchen keine Quote. Die anderen will keiner dort, wo sie über eine Quote hin wollen - schon gar nicht über die Quote!

  • Letztendlich,handelt es sich hier um einen
    kleinen Kreis von gut ausgebildeten Frauen,
    welche man per Quote in hochdotierte Positionen
    hieven will.
    Der bescheidene Anteil von 95% der Frauen,
    will einfach nur feste Arbeitsverträge,
    Kindergärten in Reichweite und einen Lohn,von
    dem man leben kann.
    Der Tanz ums goldene Kalb,um den es hier mit
    der Quote geht,ist eher eine Beschäftigungs
    der Politik mit sich selbst und ihrer fragwürdigen
    Daseinsberechtigung.
    Natürlich ist der Männerkumpanei und Pöstchen-
    schieberei ein Riegel vorzuschieben.
    (siehe Andenpakt gegen Merkel)
    Aber das findet doch nur in ganz bestimmten
    Kreisen statt und hat nichts,mit der Arbeitswelt
    der Mehrheit zu tun.

  • Arbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Erpresserin ? in allen ihren Funktionen, hatte sie keine glückliche Hand.
    Nun outet sie sich, als erpressende Ministerin, sofortige Rücktritt und vor Gericht mit dieser überspanten von der Leyen. Sie wird ihrem Vater immer ähnlicher.
    Alle Unternehmen sind frei, bei der Besetzung von Führungsposten, eine Quote von Staatswegen ist abzulehnen, und hat in einer freien Gesellschaft keinen Platz. Nur können und die Qualifikation sind maßgeblich.
    Sofortige Absetzung dieser Erpresser Bande, um von der Leyen. Mit diesen Allüren, wird sie niemals Kanzlerkandidatin, und nur darum geht es hier.
    Fragwürdiger Aufstand, der überspanten CDU-Frauen???
    Ihnen allen ist nur eins, was springt für mich heraus? der Souverän, das Land ist ihnen Scheißegal.

  • Jede Quotenregelung ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte und leistungsfeindlich

    OK, das mag so sein, Rechner. Nur ist es genauso ein Verstoss gegen die Menschenrechte, wenn Frauen keine fairen Chancen am Arbeitsmarkt bekommen. Oder sind Frauen keine Menschen, Herr Rechner?

    Was schlagen Sie vor, um dieses Dilemma zu lösen?

    Dass Frauen sich mit dem ewigen Sekretärinnendasein abzufinden haben?



  • Genauso ist es. Befreundete männliche Studenten machten da überhaupt keinen Hehl draus. Die gingen in schlagende Verbindungen (Frauen untersagt) und bekamen dann nette Pöstchen. Egal, was für ein mieses Zeugniss sie hatten. Was sie allerdings mitbringen mussten, war Trinkfestigkeit und 2 Minuten Mut, weil sie sich eben diesen Schmiss verpassen lassen mussten.

    Und nein, ich bin keine 300 Jahre alt, wie man glauben möchte, wenn man das liest.

  • Deshalb Hardy1967:

    Herr XYZ, obwohl sie die geeigneten Voraussetzungen für die Stelle haben, muss ich sie Aufgrund ihres Geschlechts (JA genau AGG läßt grüssen) ablehnen.

    Das hat jetzt mit grün garnichts zu tun, sondern mit objektiver Analyse. Weil wenn man einen absolut geeigneten Bewerber für eine Stelle findet, dann dürfte sich doch wohl mit ein bisschen Flexibilität eine Regelung finden lassen, um dies so zu organisieren, dass frau dann eben eine andere Funktion auf demselben Niveau übernimmt, wofür sie besser geeignet ist, wie der besagte Herr.
    Wir haben es ja bei der Quotenregelung nicht über 3 Mann äh Frau Betriebe, somit ist dies ein Scheinargument.

    Aber eigentlich bin ich nicht für Quote, sondern für Fairness und die fairen Chancen bekommen Frauen bis heute nicht, wenn man ehrlich ist. Ansonsten sähe die Verteilung in Unternehmen anders aus, da wie gesagt ein objektives Kriterium der Leistungsfähigkeit eines Menschen die Schulzeugnisse darstellen und es wohl nicht zu leugnen ist, dass Frauen doch desöfteren nicht unbedingt die schlechteren Resultate haben.

    @meantares: ich muss Sie enttäuschen. Ich hasse Männer nicht. Da haben Sie was total verkehrt verstanden. Kastrationsangst bedeutet zusammenfassend, dass der Mann Angst hat seiner Kraft beraubt zu werden. In diesem Falle dass er nicht mehr seiner Funktion als Ernährer der Sippe gerecht werden kann. Dies ist die Angst, die ich gemeint habe. Eine berechtigte Angst in diesen Zeiten.
    Nur schade, dass Sie dann direkt mit den drei Freud'schen Ausdrücken, die Sie kennen, um sich werfen anstatt nachzudenken wie es gemeint sein könnte.



  • @kuac:

    ach jetzt seien Sie nicht so ein Fisch. Warum soll das ein Modell sein, was ich mache? Ich mache das, was zu mir passt. Das bedeutet nicht, dass dies zu anderen passt. Wäre ja langweilig, wenn jeder/jede dasselbe machen würde, oder?

    Was die Quote betrifft, so kann ich mir selbst nicht vorstellen über so etwas an einen Job zu kommen, weil diese Art des Arbeitens mir nicht liegt. Anderen Frauen sehr wohl. Und die bekommen dann die ganze Zeit zu hören, dass es eben Quotenfrauen sind. Somit wird ihre Leistung von vorneherein verrissen. Der vermeintliche Vorteil wird zum Nachteil. Aber ohne Quote haben sie auch keine Chance - ausser über das Bett, um es mal ganz nüchtern zu betrachten.

    Nun ja, dann ist es halt so wie es ist, Frauen sind immer noch die Deppen der Gesellschaft und werden es noch eine ganze Weile bleiben. Ausser sie werden sich ihrer Kraft bewusst. Dann erledigt sich das Ganze halt auf darwin'sche Art, indem man sich Männer sucht, die fortschrittlicher denken. Die gibt es ja zuhauf.

  • So verschleudert die Koalition Vermögen.

    Eine Frauenquote ist überfällig. Schon lange!
    Nicht nur bei Dax - Unternehmen. In vielen
    Bereichen und auf nahezu allen Ebenen werden
    Frauen in Unternehmen benachteiligt. Auch bei
    der Bezahlung. Jüngst im Stern für 100 Berufe
    nachzulesen.

    Trotz oft besserer Schulabschlüsse, trotz oft
    besserer Ausbildungsabschlüsse, auch trotz
    oft besserer Studienabschlüsse wird Frauen
    oft der Aufstieg in Führungspositionen verwehrt.

    Stattdessen entscheiden häufig Beziehungen, ent-
    scheiden gar Mitgliedschaften in studentischen Ver-
    bindungen, zählt die Zugehörigkeit zu einer Partei...
    darüber, wer in eine Führungsposition aufrücken
    darf. Diese Art der Vergabe von Positionen muß,
    letztlich auch im Interesse unserer Wirtschaft, un-
    verzüglich beendet werden.

    Chancengleichheit darf in Deutschland nicht länger
    ein leeres Versprechen sein. Auch die Verschiebung
    auf die Zeit nach 2020 ist nachteilig, weil Vermögen
    nicht genutzt wird. Jürgen Kalähne

  • Penisneid? Männerhass? Nur so kann ich auf Ihre Post reagieren. Die hat den Beigeschmack nicht nur von Sexismus, sondern scheint Einiges über Sie zu verraten: Sie hegen Vorurteile gegen Männer, sind gerne diskriminierend, verfügen über wenig Selbstbewußtsein und sind vor allem eingebildet. Kurz gesagt, Sie fühlen sich "enteiert", das weibliche Äquivalent zu der männlichen Kastration!

  • Nunja, was soll man da schon groß sagen.
    Ich Persönlich habe absolut nichts gegen Frauen in Führungspositionen. (Meine direkte Vorgesetzte ist Weiblich und ich (wie auch das ganze Team)finde(n) das sie absolut gute Arbeit macht.
    Womit ich ein Problem habe ist die Reglementierung bei diesem Thema. Eine Reglementierung in dieser Form würde dazu führen, dass eine Frau wegen ihres Geschlechts Bevorzugt in die neue Position gehoben wird, auch wenn es besser geeignete männliche Bewerber geben würde.
    Ich nenne sowas umgekehrten Sexismus. Und zwar Sexismus gegen den Mann. (Also genau das wogegen Frauenrechtlerinnen seit Jahren Kämpfen, nur eben genau Andersrum)

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%