Führungsdebatte
Linke in der Lafontaine-Falle

Die Nachricht von der Krebserkrankung des Linksparteivorsitzenden Oskar Lafontaine hat innerhalb der Partei eine Führungsdebatte entfacht. Während die Südwest-Linken den Saarländer für unverzichtbar halten, forderte Thüringer Linksfraktionschef Ramelow, jetzt für die Zeit nach Lafontaine zu planen. Unterdessen wurde Details über Lafontaines Krankheit bekannt.
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bag/HB BERLIN. In der Linkspartei ist ein offener Streit über die Nachfolge von Parteichef Oskar Lafontaine ausgebrochen. Der thüringische Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow rief seine Partei auf, sich im kommenden Jahr gezielt auf die Zeit nach einem Ausscheiden von Lafontaine vorzubereiten. „Es muss ohne Lafontaine gehen“, sagte Ramelow der „Leipziger Volkszeitung“. Der stellvertretende Partei- und Bundestagsfraktionsvorsitzende Klaus Ernst wies dies umgehend zurück: „Ich kann alle in der Partei nur davor warnen, jetzt Personaldebatten zu beginnen.“

Es gebe dazu keinen Grund, sagte Ernst. „Das wäre schädlich für die Linke und außerdem moralisch verwerflich.“ Es gebe keinen Anlass, der Entscheidung Lafontaines über sein weiteres politisches Wirken nach seiner Genesung vorzugreifen. Dem Handelsblatt sagte Ernst, Lafontaine stehe allein für mindestens fünf Prozent der Stimmen, die die Linkspartei erhalte. Er hoffe daher, dass der Saarländer seine Krankheit gut übersteht, denn die Partei brauche ihn zudem, um die uneinigen Flügel im Westen zusammenzuführen: „Lafontaine kann das wegen seiner Vergangenheit und seines strategischen Geschicks in hervorragender Weise“, sagte Ernst.

Auch der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, zeigte sich optimistisch, dass Lafontaine seine Operation „gut übersteht und bald wieder gesund zurückkommt“. Gysi: „In einer solchen Situation geht es zunächst nicht um die Partei, sondern darum, dass Oskar Lafontaine schnell wieder gesund wird“, sagt Gysi. Lafontaine sei in den Händen guter Ärzte und er sei zuversichtlich, dass alles gut gehen werde.

Inzwischen wurde bekannt, dass Lafontaine Prostatakrebs hat. Der 66-Jährige hatte am Dienstag allgemein mitgeteilt, dass er an Krebs erkrankt sei und bereits an diesem Donnerstag operiert werde. Lafontaine wird die Amtsgeschäfte zunächst ruhen lassen. Anfang Oktober hatte er überraschend seinen Verzicht auf den Fraktionsvorsitz neben Gregor Gysi im Bundestag erklärt.

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  • Mit der Partei DiE LiNKE (SED-PDS-WASG) kann es von der SPD aus keine Versöhnung geben!

    Noch nicht einmal der christliche SPD Versöhner Johannes Rau war bereit mit dieser Partei in einen Versöhnungsprozess einzusteigen!

    Das was M.P. Platzeck in brandenburg macht, wird der SPD bei den nächsten Wahlen die demokratischen Wählerstimmen kosten!
    M.P. Platzeck hat nicht aus der Geschichte gelernt!

    Auszug: buch Hubertus:
    Knabe Honeckers Erben-Die Wahrheit über DiE LiNKE.
    S. 27/28 folgender Wortlaut:

    Einer Selbstdarstellung der Partei zufolge bleiben beide Kommunistenführer >>bezugspunkte für die PDS und die ganze demokratische Linke<<.Selbst Ex-SPD-Chef Lafontaine bezeichnet Luxemburg und Liebknecht, die seinen frühen Vorgänger Friedrich Ebert am liebsten vor ein Revolutionstribunal gestellt hätten, inzwischen als Vorbilder der Partei. Sie stünden, so erklärte er 2006 vor ihren Gräbern in Fernsehkameras und Mikrofone, für die inhalte, die die neue linke Kraft im bundestag vertritt. Das ausgerechnet die Rosa-Luxemburg-Stiftung im Februar 2009 der Gründung der Weimarer Nationalversammlung gedachte, ist an Heuchelei kaum noch zu überbieten.

    Weiterhin muss die Partei DiE LiNKE ihre SED-STASi-Vergangenheit über
    die Opfer in der DDR Zeit aufarbeiten und sich bei den Opfern öffentlich Endschuldigen.

    Die Täter der Opfer dürfen keine politischen b. z. w. Öffentliche Ämter in unserer demokratischen Republik ausüben, b. z. w. tätig sein!

    Dies muss aufgearbeitet werden!

    bernd Heinicke

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