Führungskrise
Merkel gibt Schwarz-Rot nicht auf

Die designierte Kanzlerin Angela Merkel bemüht sich, Ordnung in das Berliner Polit-Chaos zu bringen. In einer Stellungnahme pochte sie auf ein erfolgreiches Ende der Verhandlungen zwischen Union und SPD. Auch die Sozialdemokraten suchen den Weg aus der Krise. Die Nachfolge von Franz Müntefering soll rasch geklärt werden.

HB BERLIN. Merkel äußerte sich auch nach dem Verzicht von CSU-Chef Edmund Stoiber auf den Eintritt in eine neue Regierung zuversichtlich, dass die Gespräche über eine große Koalition zum Erfolg führen. Merkel sagte am Dienstagabend in Berlin, sie respektiere den Schritt der bayerischen Ministerpräsidenten und begrüße, dass die CSU Landesgruppenchef Michael Glos für das Amt des Wirtschaftsminister zur Verfügung stehe.

Sie spüre auf Seiten der SPD auch nach dem angekündigten Rücktritt von Franz Müntefering als SPD-Chef den festen Willen, die Verhandlungen zur großen Koalition fortzuführen. Von daher habe sie keinen Zweifel, „dass wir das auch zum Erfolg bringen“, sagte sie. „Es gibt alle Voraussetzungen, dass die Bildung einer großen Koalition ... auch gelingt“.

Die SPD will die Nachfolge des scheidenden Parteivorsitzenden Franz Müntefering rasch klären. Die beiden Kandidaten für das Spitzenamt, der stellvertretende Parteivorsitzende Kurt Beck und der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck wollten in einem Vier-Augen-Gespräch klären, wer von beiden das Amt übernehmen wird.

Absprache zwischen Beck und Platzeck

Beck sagte in Mainz, er und Platzeck würden den Parteigremien am Mittwochabend einen einvernehmlichen Vorschlag unterbreiten. Führende Sozialdemokraten erwarten eine Einigung auf Platzeck. Platzeck hatte sich vor Münteferings Rückzug nach langem Zögern zu einer Kandidatur als Parteivize bereit erklärt, nachdem er es zuvor trotz heftigen Drängens abgelehnt hatte, Minister zu werden. Befürworter Platzecks führten gegen Beck an, dieser könne wegen seiner Landtagswahl im Frühjahr 2006 nicht alle Kraft auf den Vorsitz verwenden. Andere SPD-Vertreter sagten dagegen, Beck sei die geeignetere Figur zur Integration der Parteiflügel.

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