Fünf Fragen an
Christian Wulff: VW wird Nummer eins

Nach der Vereinbarung über eine Integration Porsches in den VW-Konzern nimmt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, den weltweit größten Autobauer Toyota ins Visier. "Das ganz klare Ziel ist es, die Nummer eins im weltweiten Autobau zu werden", sage Wulff dem Handelsblatt.

Herr Wulff, VW und Porsche werden ein Konzern. Wie geht es jetzt weiter?

VW mit seiner Technologieführerschaft und seinem Volumen wächst zusammen mit dem Mythos Porsche – und das im Sinne einer fairen Partnerschaft. Der Aufsichtsrat hat den Weg dafür frei gemacht. Und ich bin außerordentlich dankbar für diese Entscheidung.

Was wird sich nun konkret verändern?

Die Debatten über eine Partnerschaft auf Augenhöhe, über die Sperrminorität Niedersachsens und das VW-Gesetz gehören endlich der Vergangenheit an. Von dem Zusammenschluss versprechen wir uns große Effizienzgewinne und einen Innovationsschub. Prinzipiell steht der Zugriff auf die Technik nun allen Marken des Konzerns offen. Dieser Konzern ist weltweit aufgestellt und wird Märkte auf der ganzen Welt bedienen. Im Oktober werde ich zum Beispiel nach Chattanooga, Tennessee, reisen, um die neue VW-Fabrik zu besuchen ...

… mit der Rivale Toyota auf dem Schlüsselmarkt herausgefordert werden soll.

Das ganz klare Ziel ist es, die Nummer eins im weltweiten Autobau zu werden. Auch deshalb ist dies ein großer Tag für Deutschland als Automobilland. Der Sitz Wolfsburg ist gesichert, jetzt kann sich der Konzern endlich wieder voll und ganz aufs Wesentliche konzentrieren – das Geschäft.

Chefaufseher Ferdinand Piëch ist 72, Vorstandschef Martin Winterkorn 62. Die Generation, die diese Verschmelzung zustande gebracht hat, könnte bald abtreten. Sind die Fußstapfen für Nachfolger zu groß?

Ich sehe überhaupt keinen Handlungsbedarf. Die Vorstände sind an allen Stellen gut aufgestellt. Überdies: VW ist das beliebteste Unternehmen in Deutschland. Viele Führungskräfte wünschen sich, hier arbeiten zu dürfen, Um neue „Brains“ ist mir bei diesem Image nicht bange.

Welche Rolle wird das Scheichtum Katar künftig spielen? Könnte Katar mit einer Beteiligung von zunächst 17 Prozent ebenfalls Sonderrechte erhalten wie das Land Niedersachsen?

Es wird zu einer fairen Partnerschaft zwischen den Familien, dem Land Niedersachsen und Katar kommen. Das Land Katar ist an einem langfristigen, nachhaltigen Investment interessiert, Volkswagen und Porsche an zusätzlichem Kapital. Da wird es gemeinsamen großen Erfolg geben.

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