Fünf Fragen an: Franz Knieps
"Wettbewerb erzwingt Kooperation"

In Deutschland geht es vielen Arztpraxen finanziell schlecht. Franz Kniepes, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit, über die Zukunft der klassischen Einzelpraxis.

Handelsblatt: In Deutschland protestieren Mediziner für mehr Geld, um ihre Existenz zu sichern. Ist die klassische Einzelpraxis ein Auslaufmodell?

Knieps: Die Medizin des 21. Jahrhunderts kann nicht in den Organisationsformen des 19. Jahrhunderts praktiziert werden. Ohne moderne Kooperationssstrukturen wird die ambulante Versorgung in Deutschland nicht wettbewerbsfähig bleiben. Sicher wird es künftig auch Einzelpraxen geben, doch die Zukunft wird Gemeinschaftspraxen, Medizinischen Versorgungszentren und Ärztenetzen gehören. Eine entscheidende Rolle wird dabei die Informationstechnik spielen.

Die Fixkosten einer Praxis sind hoch, viel Zeit geht für Papierkram drauf. Sollten sich Ärzte stärker zusammenschließen, schon um mehr Zeit für die Patienten zu haben?

In der Tat sollten sich Ärzte auf Ihre Kernkompetenz, die moderne Medizin, beschränken. Alles weitere sollten andere Berufe für sie erledigen. Das geht natürlich in einer größeren Organisationseinheit besser als in der klassischen Kleinpraxis.

Welche Rolle spielt Qualität?

Qualität ist messbar. Das ist natürlich eine schmerzhafte Erfahrung für diejenigen, die sich unter Hinweis auf Heilkunst jedem Vergleich widersetzen. All jene Versorgungsformen, die kraft ausdrücklicher vertraglicher Vereinbarung messbare Qualitätsindikatoren aufweisen, bieten die Chance, den Patienten zusätzliche Informationen zu geben. Der mündige Patient wird darauf bestehen, etwas über die verschiedenen Dimensionen der Qualität seiner gewünschten Versorgung zu erfahren und danach seinen Behandler auszuwählen.

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