Für bessere Versorgung Techniker Krankenkasse will neue Ärzte-Honorare

Geht es nach der Techniker Krankenkasse werden die Leistungen niedergelassener Ärzte in Zukunft einzeln vergütet. Das soll zu besserer Versorgung der Patienten führen, aber auch für zufriedenere Ärzte.
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Gesundheitskarte der Techniker Krankenkasse: Mit dem neuen Vorschlag sinke der Anreiz „unnötiger Mengenausweitung“. Quelle: dpa

Gesundheitskarte der Techniker Krankenkasse: Mit dem neuen Vorschlag sinke der Anreiz „unnötiger Mengenausweitung“.

(Foto: dpa)

BerlinDie Techniker Krankenkasse (TK) will das Honorarsystem für niedergelassene Ärzte ändern. Sie legte dazu am Mittwoch in Berlin einen Reformvorschlag vor, der eine sogenannte Einzelleistungsvergütung vorsieht. Bei dem vom Berliner IGES-Institut entwickelten Modell soll zwischen Fixkosten und variablen Kosten unterschieden werden. „Wir wollen Patienten zu einer besseren Versorgung und Ärzten zu mehr Zufriedenheit verhelfen“, erklärte der stellvertretende TK-Vorstand Thomas Ballast.

Die Krankenkassen zahlen laut TK derzeit jedes Jahr rund 30 Milliarden Euro für niedergelassene Ärzte in Deutschland. Die Gelder werden demnach von den Kassenärztlichen Vereinigungen unter den 150.000 Medizinern verteilt.

Laut dem Modell des IGES-Instituts sollen künftig die einzelnen Leistungen definiert und mit einem Preis versehen werden, der vor jedem Quartal bekannt ist und nicht nachträglich reduziert wird. Die variablen Kosten, in denen auch der Lohn der Ärzte enthalten sei, würden für alle erbrachten Leistungen vergütet. Bei den Fixkosten wie etwa der Praxisausstattung gelte das nur so lange, bis sie gedeckt seien. Damit sinke der Anreiz "unnötiger Mengenausweitung".

Mit dem System werde auch die „sprechende Medizin“ gefördert, denn der Druck zum Einsatz technischer Geräte entfalle, erklärte IGES-Geschäftsführer Karsten Neumann. Modellrechnungen hätten ergeben, dass die zu erwartende Ausgabensteigerung einmalig bei 5,4 bis 5,9 Prozent liegen würde. Seit 2008 habe die Steigerungsrate im Jahresmittel bei 3,7 Prozent gelegen.

TK-Vorstand Ballast bewertete dies als vertretbar. "Wir hätten es mit einer einmaligen Steigerung zu tun, die sich durch einen Zuwachsverzicht im Folgejahr sogar vollständig kompensieren ließe", erklärte Ballast. Das neue Modell brächte zudem viele Vorteile für Patienten, Ärzte und Kassen.

  • afp
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