Deutschland
Für eine Hand voll Euro

Vielleicht nächste Woche“, sagt Wladimir. Eine Woche noch und dann zurück in die Ukraine. Mit dem Zug über Warschau und immer weiter über gefrorenen Boden Richtung Osten. „In der Ukraine ist mein Herz“, sagt Wladimir. Seine Arbeit aber ist in Deutschland.

Morgens, wenn die Autobahnauffahrt im Kölner Norden noch im Dunkeln liegt, steht Wladimir am Straßenrand und wartet. „Auf den Bus“, sagt er und zeigt auf die Haltestelle hinter dem Schrottplatz.

Doch wenn der Bus kommt, steigt er nicht ein. Im Schutze eines Dickichts am Rande der Schnellstraße wartet Wladimir aus der Ukraine auf einen besseren Lohn. Manchmal hält einer an und nimmt ihn mit zum Fliesenlegen oder zum Eisenbiegen auf den Bau.

Wladimir, der in seiner Heimat Philosophie studiert, taugt in Deutschland fürs Grobe. Wie die vielen anderen, die ohne Pass und Papiere für ein paar Euro die Stunde ihre Muskelkraft anbieten. „Die Jungs vom Arbeiterstrich“, nennen sie die Leute aus der Gegend.

Sie kommen aus Bulgarien oder Russland in der Hoffnung auf ein Stück vom deutschen Wohlstand. Doch jetzt, im Winter, sind sie oft vergeblich hier. Zwischen leeren Ölbehältern und alten Fahrradreifen reiben sie die Hände aneinander und erzählen mit rollender Zunge von anderen Zeiten. „Im letzten Sommer“, sagt einer, „da gab es jeden Tag Arbeit für uns.“

Seite 1:

Für eine Hand voll Euro

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%