Für einige WM-Verkehrsprojekte wird die Zeit langsam knapp
Leere Kassen stoppen Autobahn-Ausbau

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat sich Deutschland ein leistungsfähiges, attraktives Verkehrssystem verordnet. Doch das ist mittlerweile vom Diktat der leeren öffentlichen Kassen bedroht.

DÜSSELDORF. Viele Projekte zum Autobahn-Ausbau, für Stadionzufahrten und im Schienennahverkehr der zwölf Austragungsorte der Spiele sind zwar auf dem Weg. Aber für andere wird die Zeit knapp – wenn sie nicht schon im Papierkorb gelandet sind.

Erhebliche Abstriche gibt es bei den Plänen zum Ausbau des Autobahnnetzes. Der Bund hatte im Frühjahr angekündigt, die vorgesehenen Investitionen um ein Drittel auf 350 Mill. Euro zu senken. So wird der dreispurige Ausbau der Autobahn A 66 Frankfurt – Wiesbaden nicht mehr zur WM fertig, zurück gestellt wurden auch Erweiterungen des Berliner Autobahnringes. Der weitere dreispurige Ausbau des besonders stark belasteten Kölner Ringes dagegen werde rechtzeitig zur WM fertig, hatte NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann bereits vor Wochen versprochen.

Problematisch sind die Projekte im Schienennahverkehr. Geld fehlt für die Renovierung einiger S-Bahn- Stationen, etwa dem Zugang zum Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart oder den Haltepunkten zur Hamburger AOL-Arena. Finanzierungsvereinbarungen zwischen der Deutschen Bahn und Ländern und Kommunen würden aber „in Kürze“ verabschiedet, sagte ein Sprecher des Organisationskomitees (OK) der WM auf Anfrage.

Doch die noch ausstehenden Projekte kommen immer mehr unter Zeitdruck. „Auf Grund der sehr langen Verhandlungsphase“ seien sie „bereits heute zeitkritisch und müssen baulich umgehend begonnen werden“, erklärt das OK.

Ihre Großbaustellen in Berlin will die Bahn rechtzeitig fertig stellen. Am 28. Mai 2006 soll der künftige Hauptbahnhof nahe dem Regierungsviertel mit der Fertigstellung der neuen Nord-Süd-Verbindung für Fern- und Regionalverkehr in Betrieb gehen. Pünktlich werde auch die Sanierung der Stadtbahn abgeschlossen, sagte ein Sprecher. Dann könnten die S-Bahnen zum wichtigen WM- Austragungsort Olympia-Stadion im 90-Sekunden-Takt fahren.

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