Für Franzosen
Stasi hielt Komiker Hallervorden für einen Spion

Die Stasi hat Komiker Dieter Hallervorden (67) jahrelang für einen Agenten des französischen Geheimdienstes gehalten. Das gehe aus Unterlagen hervor, die jetzt in der Birthler- Behörde entdeckt wurden, berichtet die „Bild“-Zeitung.

HB/dpa BERLIN. „Die haben mich sogar in die Kneipe verfolgt“, sagte „Didi“ dem „Berliner Kurier am Sonntag“. Danach wurde Hallervorden unter dem Decknamen „Diehl“ ausspioniert. Zu seinem Kabarett „Die Wühlmäuse“ vermerkte die DDR-Staatssicherheit: „scharfe antikommunistische Tendenzen“.

„In der DDR wurde ich als französischer Dolmetscher eingesetzt“, schildert Hallervorden der „Bild“. „Bei offiziellen Besuchen habe ich aus Spaß manchmal falsch übersetzt. Das flog auf, und ich musste abhauen.“

„Hallervorden ist republikflüchtig. Er steht im Verdacht, mit imperialistischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten“, heißt es in einem Ermittlungsauftrag vom September 1958. Wenige Tage zuvor war Hallervorden von Ost-Berlin in den Westen übergesiedelt.

Die Stasi-Akte sei für ihn aber nicht nur eine Lachnummer gewesen. „Ich musste auch lesen, dass ich auch von Menschen aus meinem näheren Umkreis ausspioniert worden bin“, sagte er dem „Kurier“. Zwar nicht von Familienmitgliedern und engen Freunden, aber von Studenten, mit denen er zusammenarbeitete.

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