Für Unternehmenserben nur noch zwei Modelle zur Diskussion
Kinder sollen weniger Erbschaftsteuer zahlen

Die Große Koalition hat sich bei der geplanten Erbschaftsteuer weitgehend auf neue Freibeträge und Steuersätze für alle Erben verständigt.

BERLIN. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) legten der von ihnen geleiteten Bund-Länder-Arbeitsgruppe am Mittwoch ein Konzeptpapier vor, nach dem Ehegatten, Kinder und Enkel stärker als bisher gegenüber anderen Erben bevorzugt würden. Das Papier liegt dem Handelsblatt vor. Bis Anfang Oktober will die Arbeitsgruppe endgültig eine Einigung erzielen.

Bei den persönlichen Freibeträgen nennt das Papier zwei Varianten, über die weiter diskutiert wird. Für Ehegatten soll der Freibetrag von heute 307 000 entweder auf 350 000 oder auf 500 000 Euro steigen. Für Kinder soll er von 207 000 auf 250 000 Euro oder ebenfalls auf 500 000 Euro angehoben werden. Enkel sollen denselben Freibetrag wie Kinder bekommen. Bisherige steuerfreie Pauschalen, etwa für Hausrat und die Hinterbliebenenversorgung, bleiben erhalten. Zusätzlich soll es auf Betriebsvermögen und landwirtschaftliche Grundstücke einen Freibetrag von 275 000 Euro geben.

Die progressiven Stufentarife wollen Koch und Steinbrück in der Steuerklasse I für Ehegatten und Kinder, die heute je nach Wert des Erbes zwischen sieben und 30 Prozent liegen, auf sechs bis 18 Prozent senken. Für entfernte Verwandte in Steuerklasse II und Nichtverwandte in Steuerklasse III würden die Sätze, die heute von 12 bis 50 Prozent reichen, auf mindestens 30 Prozent angehoben.

Mit den höheren Freibeträgen wollen Koch und Steinbrück ausgleichen, dass nach den jüngsten Vorgaben der Karlsruher Richter künftig Immobilien und Betriebe zunächst mit dem aktuellen Verkaufspreis bewertet werden müssen, bevor es Privilegien für bestimmte Erbengruppen, etwa Unternehmer oder Bauern, geben darf. Für die geplante Entlastung der Unternehmenserben diskutiert die Koch-Steinbrück-Gruppe jetzt nur noch über zwei Varianten: ein „modifiziertes Abschmelzmodell“ und ein Abzinsmodell.

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