Fulda
CDU-Wahlhelfer zerstören Hohmann-Plakate

Wahlhelfer der CDU haben mehrere Wahlplakate des aus der Partei ausgeschlossenen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann zerstört, der sich im Wahlkreis Fulda erneut um das Direktmandat bewirbt und damit gegen einen CDU-Bewerber antritt.

HB FULDA. Der CDU-Bezirksvorsitzende Walter Arnold sagte am Freitag in Fulda, die Partei bedauere und missbillige das eigenmächtige Verhalten der 22 und 39 Jahre alten Wahlhelfer. Sie seien "mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben im Wahlkampf entbunden" worden. Der Jüngere sei Stadtverbandsvorsitzender der Jungen Union in Fulda gewesen und nach dem Vorfall von seinem Amt zurückgetreten. Der Ältere habe ehrenamtlich für zwei Landtagsabgeordnete gearbeitet und sei von diesen suspendiert worden.

Die beiden Wahlhelfer wurden in der Nacht auf frischer Tat von einem Mitarbeiter Martin Hohmanns ertappt, der sofort die Polizei verständigte. Die Beamten konnten die flüchtenden CDU-Wahlkampfhelfer in einer Seitenstraße stellen. Dort hatten die beiden Männer, 39 und 22 Jahre alt, den Wagen der CDU-Geschäftsstelle abgestellt, mit dem sie unterwegs waren. Die Polizei nahm beide kurzzeitig fest und stellte die Personalien fest. Bei ihnen wurde eine Kneifzange sichergestellt, mit der sie die Kabelbinder, die die Hohmann-Plakate hielten, durchtrennt hatten. Jetzt ermitteln die für Staatsschutz zuständigen Beamten der Kriminalpolizei Fulda wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund.

Hohmann sagte in einer Erklärung, er habe sich nicht vorstellen können, dass "die Kampagne der CDU gegen mich einen solch traurigen Höhepunkt erreicht". Hohmann war bei der Bundestagswahl 2002 als Direktkandidat der CDU in den Bundestag gewählt worden. Wegen einer als antisemitisch kritisierten Rede am 3. Oktober 2003 wurde er aus Partei und Bundestagsfraktion ausgeschlossen. In seinem Wahlkreis tritt Hohmann als parteiunabhängiger Bewerber unter anderem gegen den CDU-Kandidaten Michael Brand an.

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