Fundamentalismus
NRW-Verfassungsschutz besorgt über Salafisten

Salafistische Prediger stellen dem NRW-Verfassungsschutz zufolge ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Allein in NRW gebe es 40 islamistische Vereine. Der Zentralrat der Muslime fordert gezieltere Imam-Schulungen.
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Hamburg/OsnabrückDer nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat sich besorgt über Anwerbeversuche radikal-islamischer Prediger für die Salafisten-Szene geäußert. In Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet wollten „diese extremistischen Salafisten neue Anhänger“ rekrutieren, sagte der Chef des Landesverfassungsschutzes, Burkhard Freier, dem „Stern“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Allein in NRW gebe es 40 kleine und größere islamistische Netzwerke. „Salafisten dürfen keinen Zugang zur Gesellschaft finden“, sagte Freier. „Dieser menschenverachtenden Ideologie muss sich eine demokratische Gesellschaft entgegen stellen. Hier kann es keine Toleranz und Freiräume geben.“

Freier bekräftigte zugleich die Warnung der Verfassungsschutzbehörden vor Islamisten, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland zurückgekehrt sind. Einige der Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak „haben sich im Krieg weiter radikalisiert und sind verroht. Sie sind eine Gefahr für die Sicherheit.“ Bundesweit gebe es derzeit mehr als 100 Rückkehrer, 25 von ihnen hätten Kampferfahrung gesammelt. „Wir beobachten sie genau, weil es möglich ist, dass sie mit einem Auftrag für einen Anschlag zurückkehren“, sagte Freier.

Der Zentralrat der Muslime (ZMD) forderte von der Bundesregierung Unterstützung für die gezieltere Schulung von Imamen in Moscheegemeinden, um der möglichen Radikalisierung junger Muslime in Deutschland vorzubeugen. „Für die präventive Arbeit brauchen wir Schutzräume und geschultes Personal sowie eine systematische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Behörden, mit Jugendämtern, Sozialarbeitern und Psychologen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch.

Mayzek fügte hinzu, in einer muslimischen Gemeinde bestehe oftmals noch die Chance, einen jungen Menschen auf der Kippe zur Radikalisierung anzusprechen und aufzufangen. Doch die Gemeinden seien meist so verunsichert, „dass sie sich dies nicht trauen, aus Angst, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden“. Genau da müsse angesetzt werden: „Einen Muslim, der sich auf eine radikale Ideologie einlässt, müssen wir schließlich religiös abholen, ihn für ein Gespräch gewinnen.“

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) plädierte dafür, schon Sympathiebekundungen für eine terroristische Vereinigung unter Strafe zu stellen. Terroristischen Vereinigungen wie der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) müsse Deutschland mit allen Mitteln ihr „grausames und menschenverachtendes Handwerk“ legen, sagte Beuth der „Welt“ (Mittwochsausgabe).

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • .."Genau da müsse angesetzt werden: „Einen Muslim, der sich auf eine radikale Ideologie einlässt, müssen wir schließlich religiös abholen, ihn für ein Gespräch gewinnen.“ sagte Mazyek.


    Das treffendste Wort in diesem Satz ist "abholen" - aber nicht zu einem Gespräch, sondern zu einem Verhör.

  • Danke an die Mulitkulti bereicherungs truppe von Rot Grün Links FDP und CDU....

    ihr habt die Typen seit 10 jahren machen lassen..^^....

    ist auch immer toll von Bränden in Moscheen wird jedes mal n Wirbel gemacht...

    brennt ne Kirche wo ab in D..... ist meistn Ruhe....

    wie in UK letztens der Skandal.....

    in D ist das Ähnlich.... PC steht und stand vielen nötigen Debatten im Weg...

    und nu ist der Geist aus der Flasche

    Da Freut sich der Bürger...

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