Fusionsprozess in den Ländern abgeschlossen
Jetzt ist Die Linke komplett

Die Linke hat in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg Landesverbände gegründet. Vier Monate nach ihrer Gründung auf Bundesebene hat die neue Partei damit ihren Fusionsprozess in den Ländern abgeschlossen.

HB GLADBECK/STUTTGART. Am 16. Juni hatten sich in Berlin nach zweijährigen Verhandlungen die ostdeutsche Linkspartei und die westdeutsche Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) zusammengeschlossen. Die Partei sei nun auch auf Bundesebene arbeitsfähig, sagte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, auf dem Parteitag der Linken NRW in Gladbeck. Die rund 300 Delegierten stimmten mit großer Mehrheit dem Gründungsantrag zu. „Lasst uns zur Herausforderung für Nordrhein-Westfalen werden“, sagte Gysi unter Beifall. Die Politik von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sei nicht sozial.

Die Kandidaten für die beiden Landessprecher-Ämter, Ulrike Detjen (55) und Wolfgang Zimmermann (55), beurteilten die Ausgangsbasis der Partei für die nächste Landtagswahl in zweieinhalb Jahren als günstig. Umfragen im Sommer hatten der Linken in NRW einen Stimmenanteil von bis zu acht Prozent bescheinigt. Nach Parteiangaben zählen die 52 Kreisverbände rund 5 200 Mitglieder. Der NRW- Landesverband sei der größte im Westen Deutschlands, sagte Detjen.

Auf dem Parteitag der Linken Baden-Württemberg in Stuttgart stimmten 196 Delegierte dem Gründungsantrag ohne Gegenstimme zu. Am späten Nachmittag sollte ein 18-köpfiger Landesvorstand gewählt werden. Die Partei will im Südwesten bei den Kommunalwahlen 2009 flächendeckend antreten. Ende Juli hatte ihr eine Umfrage für den Fall einer Landtagswahl sechs Prozent der Stimmen vorhergesagt. Bei der Landtagswahl im März 2006 hatte die Vorgängerpartei WASG 3,1 Prozent der Stimmen geholt. Die Linke in Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben in 36 Kreisverbänden derzeit etwa 2 200 Mitglieder.

Die frühere Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di in Baden- Württemberg, Sybille Stamm, gab auf dem Parteitag unter großem Applaus bekannt, von der SPD zur Linken überzutreten. „Anlass meines Übertritts ist nicht die SPD-Politik in Baden-Württemberg, sondern die Agenda-2010-Politik der Bundes-SPD“, sagte Stamm, die seit 1973 Mitglied der SPD war, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mitte 2005 war bereits der ehemalige baden-württembergische SPD-Partei- und Fraktionschef Ulrich Maurer übergetreten.

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