G20-Engagement
Horst Köhler schickt sich zurück in die Zukunft

Fünf Monate nach seinem Rücktritt als Bundespräsident kämpft Horst Köhler ist er wieder voll da. Er kehrt gewissemaßen an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Er wird für den Internationalen Währungsfonds tätig: Als Berater macht er sich gemeinsam mit anderen Experten Gedanken über ein gerechteres Weltwährungssystem.
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BERLIN. Nur selten war Horst Köhler nach seinem unerwarteten Rücktritt im Sommer noch in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Keine Empfänge, keine Auftritte, keine Reden – nichts mehr. Nur einmal sah man ihn noch gemeinsam mit seiner Frau in Freizeitkleidung in Berlin, was prompt mit großen Bildern in den Boulevardmedien vermeldet wurde.

Doch am vergangenen Wochenende war aus dem früheren Bundespräsidenten und unsichtbaren Privatmann Köhler wieder der politisch denkende Ökonom geworden, den es zurück an seine alte Wirkungstätte zieht. Da nämlich wurde der vormalige Direktor des Internationalen Währungsfonds wieder in Washington gesehen – als Gast bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank.

Dass Köhler in die USA reiste, hatte seinen Grund: Er bereitete sich dort in zahlreichen Gesprächen auf seine neue Aufgabe vor. Als Mitglied eines Beraterkreises mit Vertretern der internationalen Politik- und Finanzwelt soll er künftig den 20 größten Industrie- und Schwellenländern (G20) seinen Sachverstand zur Verfügung stellen.

Köhler knüpft damit wieder bei seiner politischen Leidenschaft an. Das betrifft zum einen die komplizierten Fragen der Währungspolitik, aber auch andere globale Themen wie zum Beispiel die Entwicklungshilfepolitik. Gerade Afrika hatte Köhler in seiner Zeit als Bundespräsident hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Das Schicksal des Schwarzen Kontinents war ihm ein fast schon persönliches Anliegen geworden.

Da die G20 als eine Art neuer Weltregierung künftig nicht nur über die Reform der Finanzmärkte sprechen werden, rücken allgemeinere politische Themen stärker in den Vordergrund. Man kann daher davon ausgehen, dass Währungsexperte Köhler sich im neuen Job als Berater nicht nur auf Wechselkurse und globale Ungleichgewichte beschränken wird.

Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter

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