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G20-Gipfel: Ifo-Chef gegen Begrenzung der Banker-Boni

exklusiv Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Erwartungen an den Weltfinanzgipfel gedämpft. Sie hoffe, dass es bei dem G20-Treffen in der Frage der Managerboni zu Annäherungen komme. Das hofft der Chef des Münchner Ifo-Instituts allerdings nicht. Er hält eine Deckelung von Banker-Einkünften für den falschen Weg, um deren Glücksrittertum auszubremsen.

Ifo-Chef Sinn hält höhere Eigenkapitalquoten für den sinnvolleren Weg, um Auswüchse zu bekämpfen. Quelle: dpa
Ifo-Chef Sinn hält höhere Eigenkapitalquoten für den sinnvolleren Weg, um Auswüchse zu bekämpfen. Quelle: dpa

dne/HB DÜSSELDORF. Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält nichts von Plänen der Europäischen Union, die Boni von Bankern zu begrenzen. „Mit der Begrenzung der Manager-Gehälter ist die Politik überfordert“, sagte Sinn am Montag im Gespräch mit Handelsblatt.com. „Sie ist kein Beitrag, die Finanzmärkte krisenfester zu machen.“ Zur Lösung des Problems schlägt der Ifo-Chef daher höhere Eigenkapitalquoten und eine staatliche Mitbeteiligung im Krisenfall vor. „Nur wenn der Anteil der Verluste, der vom Eigenkapital getragen wird, erhöht wird, setzen sich wieder solidere Geschäftsmodelle mit entsprechenden Entlohnungssystemen für die Manager durch“, betonte Sinn.

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Gleichwohl hält Sinn die Kritik an der Kurzfristorientierung und dem "Glücksrittertum der Banken" für berechtigt. Diese Mängel resultierten aber daraus, „dass die Eigentümer der Banken angesichts des niedrigen Eigenkapitals, das sie einsetzten und angesichts der zu erwartenden Staatshilfen an den Gewinnen voll, an den Verlusten jedoch nur teilweise beteiligt waren“, erläuterte Sinn. Die „Asymmetrie ihrer Entlohnung“ hätten sie dann auch „nur konsequent in den Entlohnungssystemen der Manager“ abgebildet.

Das Thema Bonuszahlungen steht vor allem auf Bestreben der Europäer bei dem G20-Treffen in Pittsburgh auf der Agenda. Die europäischen Länder wollen bei dem Gipfel am Donnerstag und Freitag entschieden auf Grenzen bei Bonus-Zahlungen drängen.

Merkel sagte, sie setze sie darauf, dass die EU-Vorschläge Gehör fänden. Besonders zurückhaltend bewertete sie die Chancen für eine Einigung auf eine Steuer für Finanztransaktionen. „Ich glaube nicht, dass wir da schon zu einer hundertprozentigen Übereinstimmung kommen, aber wir werden das von deutsche Seite jedenfalls vorbringen“, sagte Merkel. „Wir müssen jetzt in Pittsburgh einen Schritt vorankommen bei der Frage: Können Banken Staaten wieder erpressen?“ Dazu habe die EU ihre Vorschläge erarbeitet. Die Gruppe der Industrie- und Schwellenländer berät am Donnerstag und Freitag im amerikanischen Pittsburgh über die Lehren aus der Finanzkrise.

Merkel erklärte, sie sehe keine Phalanx der USA und Großbritannien gegen sämtliche EU-Vorschläge für strengere Finanzmarktregeln. Großbritannien unterstütze beispielsweise ihren Vorschlag für eine Charta für „Nachhaltiges Wirtschaften“. „Ich will jetzt kein Land schon vorher an den Pranger stellen“, sagte Merkel. Dieses halte sie für kontraproduktiv.

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