G20-Gipfel: Schäuble setzt bei Steuerflucht auf neue Kooperationen

G20-Gipfel
Schäuble setzt bei Steuerflucht auf neue Kooperationen

Vor dem Treffen von IWF und G20 bekräftigt der Finanzminister seinen Willen, Steueroasen trocken zu legen. Finanzgeschäfte dürften nicht unreguliert bleiben. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit sei derzeit am drängendsten.
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WashingtonBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will beim Treffen von IWF und G20 in den USA neue Bündnispartner im Kampf gegen Steuerflucht und Steueroasen finden. "Das Treffen in Washington ist sicherlich (...) Anlass und Gelegenheit, für unsere Initiativen im Bereich der Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Bekämpfung der Erosion der Steuerbasis durch international operierende Konzerne zu werben und weitere Alliierte zu gewinnen", sagte er am Donnerstag auf dem Flug in die US-Hauptstadt. Die Krise habe gezeigt, dass man es nicht zulassen dürfe, "dass Einzelne sich weigern, ihren fairen Anteil an der Steuerlast zu tragen".

Schäuble hatte beim letzten G20-Finanzministertreffen in Moskau zusammen mit Frankreich und Großbritannien eine Initiative vorgestellt, um solchen Praktiken wirkungsvoll entgegenzutreten. Nun soll die Industrieländerorganisation OECD bis zum Sommer einen Aktionsplan ausarbeiten, den dann die Staats- und Regierungschef der Gruppe der führenden Schwellen- und Entwicklungsländer (G20) im September beschließen könnten.

Der deutsche Minister warnte darüber hinaus davor, fünf Jahre nach der Banken- und Finanzkrise von 2008 beim Bemühen um eine Stabilisierung des Finanzsystems und der öffentlichen Finanzen nachzulassen. Die Zusagen der G20 aus früheren Gipfeln, etwa zur Defizitrückführung, seien einzuhalten und fortzuentwickeln. "Es gilt weiterhin, dass kein Finanzgeschäft und kein Finanzakteur unreguliert bleiben darf", sagte er. Hierbei gebe es schon große Fortschritte, etwa bei der "Bändigung der international agierenden Großbanken" und in anderen Feldern.

Schäuble hob mit Blick auf absehbare neuerliche Diskussionen bei den Treffen in Washington über die Euro-Staatsschuldenkrise hervor, Europa habe auf dem Wege zur Stabilitätsunion einen Gutteil des Weges hinter sich gebracht. Damit habe man seine international eingegangenen Verpflichtungen eingehalten. "Durch die jetzt überall in Europa laufenden, tiefgreifenden Reformen haben wir die Basis für nachhaltiges Wachstum gelegt", sagte er. Allerdings gebe es bei drängenden Themen noch Handlungsbedarf, speziell bei der unerträglich hohe Jugendarbeitslosigkeit.

"Der Schlüssel zu Wohlstand und Stabilität liegt bei all diesen Fragen in der internationalen Kooperation", sagte Schäuble. Die G20-Konferenz im Rahmen der Schwellen- und Industrieländergruppe geht am Freitag nahtlos über in das Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds, des wichtigsten Hüters der internationalen Finanzstabilität.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wann legt der "Roller" seinen Spendenkoffer endlich offen? Diesem Mann glaube ich kein Wort. Er verkauft uns ans Pleiteeuropa. Darum ab jetzt AfD.

  • "Ueberregulierte europäische Banken konfrontiert mit erhöhten Eigenkapitalanforderungen scheuen die Kreditvergabe das bremst das Wachstum der Realwirtschaft. Das viele gedruckte Geld kommt noch nicht in der Wirtschaft an und wenn doch steigt die Inflation."

    Jep, genau hier liegen einige Probleme, die aber irgendwie nicht offen angefaßt werden. Man verläßt sich da zu sehr auf "die Märkte".
    Viele Strukturhilfen aus dem EU-Haushalt wurden noch garnicht abgerufen, speziell für Ausbildung und Bildung.
    Da sollten den Schlafmützen im EU-Parlament Dampf gemacht werden, denn nur Ausbildung und Bildung schafft neue Arbeitsplätze, die blöden Gleichmacherregeln interessieren keine S**. Aber wie jemand das Geld für Weiterbildung zusammen bekommt, außer durch Schwarzarbeit, sollte schon einen Politiker "scharf" machen. Statt sich um Pornoverbote, Kondomgrößen, gleichgeschaltete Glühbirnen und um die private Wasserwirtschaft zu kümmern.
    Welche Bank sollte sich da engagieren wollen?

  • Zitat : "Durch die jetzt überall in Europa laufenden, tiefgreifenden Reformen haben wir die Basis für nachhaltiges Wachstum gelegt"

    - durch diese Aussage müßte "Das Sparschweinchen im Wägelchen" eigentlich einen dreifachen Rittberger rückwärts machen.....?!!!

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