G7-Klimaziele
Die Mondmission

Zwei-Grad-Ziel und der Verzicht auf klimaschädliche Energieträger: Die Klimavorgaben der G7 wirken nicht von dieser Welt und ihre Erfüllung erscheint in weiter Ferne. Dennoch sind solche Lippenbekenntnisse wichtig.
  • 5

BerlinIm Amerikanischen gibt es den Motivationsspruch „Aim for the moon, then the stars are within your reach“ – ziele auf den Mond, dann kannst du die Sterne erreichen. Die G7-Staats- und Regierungschefs haben mit ihren Beschlüssen in Elmau den Mond in den Blick genommen. Nichts Geringeres als die Dekarbonisierung der eigenen Wirtschaft haben sie beschlossen, also der Verzicht auf Energieträger, die klimaschädliches Kohlendioxid produzieren.

Vor dem Schreckensszenario, dass die nachfolgenden Generationen mit Überflutungen und Hitzekatastrophen kämpfen müssen, sollte der Klimawandel wie prognostiziert eintreten, erscheint dieses Ziel überfällig. Bereits vor Jahrzehnten wurde gemahnt, dass die Menschheit ihren Konsum von fossilen Ressourcen zügeln muss. Damals noch aus anderen Gründen, nämlich der Befürchtung, dass diese Rohstoffe in naher Zukunft unwiederbringlich verbraucht sind.

Doch schon jetzt ist klar: Nicht für alle Länder wird das Ziel der Wirtschaft ohne Klimagase erreichbar sein. Deutschland hat zuletzt seine Kohlekraftwerke eher hoch- als runtergefahren, Japan bläst seit der Fukushima-Katastrophe immer mehr klimaschädliche Gase in die Luft. Und die USA? Die berauschen sich gerade an ihrem billigen Fracking-Gas und dürften nicht im Traum daran denken, den Schmierstoff für ihre Wirtschaft so schnell wieder aufzugeben.

Dennoch ist es wichtig, dass der Mond angepeilt wird. Nur wenn von oberster Stelle drastische Zielvorgaben kommen, werden von allen Verantwortlichen ernsthaft Lösungen gesucht und handfeste Kompromisse gemacht. Dann besteht die Chance, wenigstens die Sterne zu erreichen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " G7-Klimaziele: Die Mondmission"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Frostiger G7-Gipfel
    Weitreichende Klimabeschlüsse verabschiedet:
    - fossile Energieträger laufen in 100 Jahren aus!
    - die nächste Eiszeit kommt im Jahr 22007!
    Hätte noch schlimmer kommen können! Immerhin widersprechen die Klimabeschlüsse nicht der Natur.
    Da hätte man auch auf Sigismund Ruestig hören können:

    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/-q0gF597WEA
    Viel Spaß beim Anhören.

  • Ich schließe mich beiden Kommentatoren an.
    Genau so ist.
    Erst begehen wir Spinnerein wie Billigflüge etc., dann meinen wir, man müßte nun alles platt machen

  • Ich schließe mich beiden Kommentatoren an.
    Genau so ist.
    Erst begehen wir Spinnerein wie Billigflüge etc., dann meinen wir, man müßte nun alles platt machen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%