G8-Proteste
Fast 1000 Verletzte bei Rostocker Krawallen

In der Nacht zum Sonntag ist wieder Ruhe eingekehrt in Rostock, wo militante G8-Gegner aus einer friedlichen Demonstration heraus eine Orgie der Gewalt vor allem gegen Polizisten entfesselt hatten. Am Morgen zogen beide Seiten eine erschreckende Bilanz: Fast 1000 Menschen wurden verletzt.

HB ROSTOCK. Mindestens 520 G-8-Gegner hätten Verletzungen erlitten, 20 von ihnen schwere, sagte Mani Stenner von der Demonstrationsleitung am Sonntagmorgen. Die Polizei sprach von 433 verletzten Beamten, davon 33 mit schweren Verletzungen. Bei den schwersten Verletzungen habe es sich um offene Knochenbrüche gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Zur Zahl der Festnahmen gab es unterschiedliche Angaben: Die Polizei erklärte, 125 G-8-Gegner seien festgesetzt worden. Die meisten davon seien nach Feststellung der Personalien aber mittlerweile wieder frei. Eine Sprecherin des anwaltlichen Notdienstes für die Demonstranten sagte dagegen, es habe mindestens 165 Festnahmen gegeben.

Unterdessen haben am Sonntagmorgen in der Hansestadt die Aufräumungsarbeiten begonnen. Rund 100 Arbeiter seien im Auftrag der Stadt unterwegs, Putzkolonnen sammeln Steine und Flaschen auf, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Experten seien beauftragt, eine genaue Schadensaufnahme zu machen. Möglicherweise könnte bereits am Sonntag damit begonnen werden, die gröbsten Schäden an den Gehwegen zu reparieren. Autonome hatten am Samstag quadratmeterweise Platten aus den Gehwegen gerissen, um sie als Wurfgeschosse gegen die Polizei zu missbrauchen.

Am Samstag war eine Großdemonstration von mehreren 10 000 Gegnern des G-8-Gipfels kommende Woche in Heiligendamm zunächst friedlich gestartet. Am Nachmittag kam es jedoch zu schweren Ausschreitungen zwischen Mitgliedern der autonomen Szene und der Polizei. In der Nacht brannten nach Angaben der Stadt und der betroffenen Landkreise zwei weitere Autos und diverse Mülltonnen.

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