G8-Proteste
Krawalle im Niemandsland

Gewalttätige Auschreitungen, Sitzblockaden, Verletzte auf beiden Seiten: Auch der Auftakt des G-8-Gipfels am Mittwoch in Heiligendamm ist von schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Globalisierungskritikern überschattet worden. Tausende Demonstranten drangen in die Sicherheitszone um den Tagungsort ein. Nicht nur dort machten sie den Beamten schwer zu schaffen.

HB ROSTOCK. In der Sperrzone flogen Steine in Richtung von Polizisten, Wasserwerfer waren im Einsatz. Beide Kontrollstellen im zwölf Kilometer langen Sicherheitszaun um Heiligendamm wurden geschlossen. Das Ostseebad war über Stunden nicht auf dem Landweg erreichbar.

Mindestens acht Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt, auch auf Seite der Demonstranten gab es Verletzte. Laut Polizei gab es bis zum Abend 136 Festnahmen und 23 Ingewahrsamnahmen. Am Vormittag waren rund 800 Demonstranten direkt zum zwölf Kilometer langen Sicherheitszaun vorgedrungen, insgesamt befanden sich bis zum Abend rund 10 000 in dem Gebiet, in dem Demonstrationen verboten sind. Die Demonstranten umgingen dabei mindestens eine Polizeisperre, in dem sie sich in mehrere Gruppen aufteilten und in einen Wald rannten.

Die Anreise der G-8-Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Delegationen auf dem Flughafen Rostock-Laage wurde nach offiziellen Angaben aber nicht behindert. Die Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurden wie vorgesehen mit dem Hubschrauber nach Heiligendamm gebracht, ihre Delegationen zu nahe gelegenen Hotels. Journalisten wurden mit Schiffen transportiert, da Demonstranten die dafür vorgesehene Eisenbahnlinie blockierten.

Die Lage eskalierte nach Polizeiangaben unter anderem an einem westlich von Heiligendamm gelegenen Kontrollpunkt im Sicherheitszaun. Polizeisprecher Manfred Lütjann sprach von einem massiven Gewalteinsatz gegen Polizisten, es seien immer wieder Steine geworfen worden. Bis in den Abend hinein blockierten rund 7 000 Gipfelgegner den Kontrollpunkt, die Lage war angespannt. Demonstranten rissen Teile des Maschendrahts ab, ein Vermummter versuchte, den 2,50 hohen Zaun zu erklimmen. Die Polizei rechnete eigenen Angaben zufolge damit, dass auch gewaltbereite Autonome vor Ort sein könnten. Die Organisatoren vom Bündnis Block G-8 erklärten, die Blockaden könnten notfalls 24 Stunden aufrechterhalten bleiben.

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