Gabriel nominiert Ex-Finanzminister
„Die Macht der Märkte bändigen - dafür ist Steinbrück der beste Kanzler“

Die SPD sprengt die Troika: Parteichef Gabriel hatte seinen Anspruch für 2013 längst aufgegeben, nun passt Fraktionschef Steinmeier. Peer Steinbrück tritt für die SPD gegen die Kanzlerin an, der Wahlkampf ist eröffnet.
  • 157

BerlinSo schön hatte sich die SPD die Kandidatenkür ausgedacht: Ihre drei besten Männer sollten im Gleichschritt bis zur Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 marschieren - und bis dahin friedlich und einvernehmlich unter sich ausmachen, wer denn nun die besten Chancen hat, die Kanzlerin im Herbst 2013 zu schlagen. Das Erstaunliche daran ist: die Harmonie hielt. Nur der Zeitplan erwies sich als illusorisch.

Schon jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl steht fest, dass der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück SPD-Kanzlerkandidat wird. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel lassen dem Ex-Finanzminister den Vortritt.

Zum Schluss ging alles ganz schnell. Steinmeier, der bereits bei der letzten Bundestagswahl keine Chance gegen Angela Merkel (CDU) hatte, zog in einem persönlichen Gespräch mit Steinbrück seinen Anspruch zurück, erfuhr Handelsblatt Online in Parteikreisen. Gabriel, der schon lange zuvor aufgegeben hatte, wollte am Montag offiziell den Parteivorstand und dann auch die Presse informieren. Eigentlich.

Doch am Freitagmorgen sickerte die Information durch. Nach einer ersten Eilmeldung bestätigte die SPD-Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries auf ihrer Facebook-Seite die Entscheidung.

Die Ex-Ministerin saß gerade mit Steinbrück und dem Landrat ihres Wahlkreises zusammen, griff zum Handy und gratulierte: "Es ist nicht so, dass wir drei jetzt Peer zum Kanzlerkandidaten ausgerufen hätten- aber es stimmt, er wird es! Gratulation!!" Die frühere Bundesjustizministerin postete auch noch ein Foto von sich und Steinbrück beim Frühstück - das deutlich zeigt, dass der Kanzlerkandidat auf seine vorschnelle Kür nicht vorbereitet war.

Parteichef Gabriel musste seine Teilnahme an einem SPD-Kongress in München kurzfristig absagen und reiste nach Berlin zurück. Er berief rasch eine Telefonkonferenz des Parteivorstandes ein - an der auch Steinbrück teilnahm. Telefonisch erklärte Gabriel seinen Vorstandskollegen, dass er den 65-Jährigen am Montag in einer Sondersitzung förmlich vorschlagen will. Der Kandidat wird mit der Äußerung zitiert: "Das Programm muss zum Kandidaten passen und der Kandidat zum Programm."

Kommentare zu " Gabriel nominiert Ex-Finanzminister: „Die Macht der Märkte bändigen - dafür ist Steinbrück der beste Kanzler“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • das problem ist noch weniger als die Bilderberger mögen die leute die grünen...

  • Das war schon nach der letzten Bilderberg-Konferenz klar,das Steinbrück als nächster Kanzler gekürt wird.Er war nicht umsonst eingeladen!!!

  • Steinbrück will nicht in ein Kabinett Merkel, aber vielleicht in ein Kabinett von der Leyen..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%