Gabriel nominiert Ex-Finanzminister Steinmeier gibt auf - Steinbrück tritt an

Die SPD sprengt die Troika: Parteichef Gabriel hatte seinen Anspruch für 2013 längst aufgegeben, nun passt Fraktionschef Steinmeier. Peer Steinbrück tritt für die SPD gegen die Kanzlerin an, der Wahlkampf ist eröffnet.
Update: 28.09.2012 - 16:42 Uhr 157 Kommentare
Der letzte Auftritt der Troika: Peer Steinbrück (Mitte) mit Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Quelle: dpa

Der letzte Auftritt der Troika: Peer Steinbrück (Mitte) mit Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.

(Foto: dpa)

BerlinSo schön hatte sich die SPD die Kandidatenkür ausgedacht: Ihre drei besten Männer sollten im Gleichschritt bis zur Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 marschieren - und bis dahin friedlich und einvernehmlich unter sich ausmachen, wer denn nun die besten Chancen hat, die Kanzlerin im Herbst 2013 zu schlagen. Das Erstaunliche daran ist: die Harmonie hielt. Nur der Zeitplan erwies sich als illusorisch.

Schon jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl steht fest, dass der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück SPD-Kanzlerkandidat wird. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Parteichef Sigmar Gabriel lassen dem Ex-Finanzminister den Vortritt.

Zum Schluss ging alles ganz schnell. Steinmeier, der bereits bei der letzten Bundestagswahl keine Chance gegen Angela Merkel (CDU) hatte, zog in einem persönlichen Gespräch mit Steinbrück seinen Anspruch zurück, erfuhr Handelsblatt Online in Parteikreisen. Gabriel, der schon lange zuvor aufgegeben hatte, wollte am Montag offiziell den Parteivorstand und dann auch die Presse informieren. Eigentlich.

Doch am Freitagmorgen sickerte die Information durch. Nach einer ersten Eilmeldung bestätigte die SPD-Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries auf ihrer Facebook-Seite die Entscheidung.

Die Ex-Ministerin saß gerade mit Steinbrück und dem Landrat ihres Wahlkreises zusammen, griff zum Handy und gratulierte: "Es ist nicht so, dass wir drei jetzt Peer zum Kanzlerkandidaten ausgerufen hätten- aber es stimmt, er wird es! Gratulation!!" Die frühere Bundesjustizministerin postete auch noch ein Foto von sich und Steinbrück beim Frühstück - das deutlich zeigt, dass der Kanzlerkandidat auf seine vorschnelle Kür nicht vorbereitet war.

Parteichef Gabriel musste seine Teilnahme an einem SPD-Kongress in München kurzfristig absagen und reiste nach Berlin zurück. Er berief rasch eine Telefonkonferenz des Parteivorstandes ein - an der auch Steinbrück teilnahm. Telefonisch erklärte Gabriel seinen Vorstandskollegen, dass er den 65-Jährigen am Montag in einer Sondersitzung förmlich vorschlagen will. Der Kandidat wird mit der Äußerung zitiert: "Das Programm muss zum Kandidaten passen und der Kandidat zum Programm."

Steinbrück wird Kanzlerkandidat der SPD

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157 Kommentare zu "Gabriel nominiert Ex-Finanzminister: „Die Macht der Märkte bändigen - dafür ist Steinbrück der beste Kanzler“"

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  • das problem ist noch weniger als die Bilderberger mögen die leute die grünen...

  • Das war schon nach der letzten Bilderberg-Konferenz klar,das Steinbrück als nächster Kanzler gekürt wird.Er war nicht umsonst eingeladen!!!

  • Steinbrück will nicht in ein Kabinett Merkel, aber vielleicht in ein Kabinett von der Leyen..

  • Um den Bundestag gibt es etwa 80 Büros der Lobbyisten die sogar einen permanenten Ausweis für freien Zugang zum gesamten Bundestag haben. Allein der Bankensektor gibt täglich 3mil EURO dafür aus, dass alles genau so bleibt wie es ist.
    Kein Politiker der aktuellen Parteien ist integer genug um diese korrupten Strukturen zu beenden - sie würden sich selbst um ihren Posten und Einkommen bringen.

  • "berndengesser"

    Vielleicht gibt es ja Menschen, die das, was Sie als "Verschwörungstheorien" bezeichnen, durchaus für Realität halten. Und eventuell haben diese Menschen ja Recht. Möglicherweise auch Sie. Noch ist das nicht zu 100% zu beurteilen. Vielleicht aber schon bald.
    Insofern sollten Sie die Meinung Anderer nicht als "Verschwörungstheorie" abtun. Sie möchten ja auch nicht, dass Ihre Meinung pauschal als "Dünnschiss" bezeichnet wird, oder?
    Wenn Sie also mitdiskutieren wollen, prima. Wenn Sie aber nur Ihre eigene Meinung bestätigt sehen wollen, gehen Sie besser zum Ollenhauer-Haus....

  • @Siggi

    Hi Siggi,

    war gerade im Restaurant, sorry. Wie Sie aber sehen, sind es 22.06 Uhr. Ich wurde also nicht weggeschlossen :-)

    Das Abendessen war aber gut, daher bin ich gut zu gut gelaunt, um auf Ihren neuerlichen Kot einzugehen.

    Insofern wünsche ich Ihnen noch einen netten Abend und ein schönes Wochenende....

  • @Wolle

    Ihre Meinung fasse ich gerne als Kompliment auf :-*

  • "Klare Sprache, klare Kante, Fachkompentenz und Tatkraft" So, so...
    "Klare Sprache" = Unwahrheit bei Profi-Politikern, einfache, kurze Saetze fuer Dummkoepfe

    "klare Kante" = hat der nicht, ist einfach zu fett, alles bei ihm ist abgerundet

    "Fachkompentenz" = fehlt, ist Profi-Politiker, weiss nicht einmal, was ein Hedge-Fund ist, quatscht aber darueber (siehe youtube)

    "Tatkraft" = fehlt ebenso, ist Profi-Politiker, hat noch nie was geleistet (und will auch nichts leisten, sonst haette er sich anderweitig betaetigt.

  • @ Erika

    wat hat er denn, der Hardie67?
    Ich find ihn ein bischen bekloppt.

  • Hardie67 - hat was! ;-)

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