Gabriel trifft Tesla-Gründer Musk
Elon Musk fehlt die „Action“

Tesla-Chef Musk nutzt ein öffentliches Treffen mit Wirtschaftsminister Gabriel zum Wunschkonzert an die Politik. Am Ende der Veranstaltung bringt ihn Gabriel wieder auf den Boden der Tatsachen.

BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Elon Musk, Chef des Elektroauto-Pioniers Tesla, verspäten sich. Der Saal im Bundeswirtschaftsministerium ist schon bis auf den letzten Platz besetzt, viele müssen stehen und draußen warten immer noch einige in der Schlange. Das Publikum ist zu ungefähr 90 Prozent männlich, einige Zuschauer tragen T-Shirts mit den Logos von Start-ups.

Um 12.16, mit 16 Minuten Verspätung, betreten Gabriel und Musk den Raum. Das Publikum applaudiert, einzelne Jubelrufe sind zu hören. Dann schwärmt Gabriel. Musk sei ein „außergewöhnlicher Gast“ und „wirklich sehr geschätzt“, er habe „Bewunderung in der ganzen Welt“.

Musk hätte sich keinen besseren Zeitraum für seinen Deutschland-Besuch und die öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Gabriel wünschen können. Der Wirtschaftsminister kann sich einen Seitenhieb auf die Abgasmanipulierungen bei Volkswagen nicht verkneifen: „Es gibt ja Formen des Zusammenwachsens von Digitalisierung und Motorenkunst, die wir ja nicht so gewollt haben“, sagt er.

Während die deutsche Autowelt derzeit vom Skandal um frisierte Abgaswerte bei VW durchgerüttelt wird, steht Musk für die neue Welt. Über den Titel der Veranstaltung dürfte sich er sich gefreut haben: „Wirtschaft von morgen“. Zuvor hatte sich Gabriel in dieser Reihe mit Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt und dem Ökonomen Thomas Piketty unterhalten.

„Natürlich“ schaue die traditionelle Industrie auch auf das „was Sie auf den Weg bringen“, sagt Gabriel an Musk gerichtet. „Sie bringen Wettbewerb ins Geschäft, das belebt ja bekanntlich am meisten“, lobt er.
Musk tritt selbstbewusst auf, das Publikum ist auf seiner Seite, es ist für ihn gekommen und nicht für Gabriel.

Der Wirtschaftsminister weiß das und lehnt sich in seinem Sessel zurück, Musk rückt ganz bis an die Kante vor. Bei den deutschen Autoherstellern fehle ihm beim Thema E-Mobilität die „Action“, sagt er. Musk mischt die deutsche Autobranche auf. Obwohl er Tesla erst 2003 gründete, kann das Unternehmen hierzulande bereits mit den deutschen Platzhirschen mithalten, im Ausland überflügelt Musk sie oft sogar.

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Musk will bleiben, aber er darf nicht

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