Gammelfleisch landete in acht EU-Staaten
„Da zeichnen sich sehr bedenkliche Dinge ab“

Neue unappetitliche Details im Gammelfleisch-Skandal: Die verdorbene Ware aus Deutschland ist offenbar in acht EU-Staaten geliefert worden. Was dort mit dem Fleisch passierte, ist noch unklar. Ermittler sprechen von einer Art „Döner-Mafia“. Indes erheben Politiker auch Vorwürfe gegen die Verbraucher.

HB BRÜSSEL. Nach Angaben der EU-Kommission besteht der Verdacht für Österreich, Tschechien, Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Italien und Luxemburg. Die Staaten seien gefordert, den Spuren nachzugehen. Ein Sprecher sagte, die Informationen des Unternehmen seien angesichts der Schwere des Vergehens allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Niedersächsische Veterinärbehörden beschlagnahmten weitere fünf Tonnen Geflügelprodukte. Die tiefgefrorenen Hähnchenbrustfilets seien vom Münchner Großhändler über eine Zwischenstation in Thüringen nach Niedersachsen gelangt und deswegen nicht in den Lieferlisten enthalten gewesen, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover, Dominik Mayer. Nach einem Hinweis aus Thüringen sei das Fleisch jedoch sichergestellt worden und werde jetzt untersucht.

Nach Angaben des Ministeriums wurden von den zwei Tonnen Fleisch, die am Montag in der Region Hannover bei einem Lieferanten von China-Restaurants sichergestellt wurden, bislang sechs Proben untersucht. Fünf der Proben seien sensorisch unauffällig und in Ordnung gewesen. Auf einer weiteren Probe von Schweinenacken hätten sich jedoch dunkle Gefrierbrandflecken befunden. Deshalb sei diese Lieferung zu beanstanden gewesen. Alle sechs Proben würden weiter mikrobiologisch untersucht.

Der Hauptbeschuldigte im Münchner Gammelfleisch-Skandal hat sich unterdessen das Leben genommen. Die Ermittler hatten herausgefunden, dass der Fleisch-Großhändler Haltbarkeitsdaten fälschen, aufgetaute Ware wieder einfrieren und nicht mehr zum Verzehr geeignetes Fleisch ausliefern ließ. Wie erst nach dem Freitod des 74-Jährigen bekannt wurde, stand zudem dessen Münchner Firma kurz vor der Pleite. Vielleicht war dies der Grund, dass er grob gegen die lebensmittelrechtlichen Vorschriften verstieß. Auch nach der tragischen Wende laufen die Ermittlungen aber weiter - denn man müsse von weiteren Beteiligten ausgehen, hieß es.

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