Gammelfleischskandal
Minister einigen sich auf Standards für Lebensmittelkontrollen

Nach dem jüngsten Gammelfleischskandal haben sich Bund und Länder auf einheitliche Qualitätsstandards für Lebensmittel geeinigt. Der Beschluss ist das Ergebnis einer Sondersitzung der Ressortchefs von Bund und Ländern.

HB BERLIN. Die Standards für Lebensmittelkontrollen sollen gemeinsam von Bund und Ländern festgelegt werden. Das beschlossen die Verbraucherminister bei ihrer Sondersitzung am Donnerstag in Berlin. Die Kontrollen sind in den Ländern von ihrer Dichte und Häufigkeit her derzeit noch sehr unterschiedlich geregelt.

Nach Angaben der Konferenzvorsitzenden Margit Conrad (SPD) wurde ein Maßnahmenpaket mit 13 Punkten geschnürt. Sie sprach von einer guten Botschaft für alle Verbraucher. An der Kompetenzverteilung bei den Lebensmittelkontrollen zwischen Bund und Ländern solle aber nicht gerüttelt werden, sagte die rheinland-pfälzische Ministerin.

Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich zufrieden mit dem Kompromiss. Zuvor hatte es Widerstand in den Ländern gegen mehr Kompetenzen des Bundes gegeben. Die Länder hatten sich offen für einheitliche Standards gezeigt, aber eine Kontrolle der Kontrollen durch den Bund abgelehnt.

Die Neuregelung für die Kontrollen war nach dem jüngsten Gammelfleisch-Skandal in Bayern gefordert worden. In Lagerräumen eines Münchner Großhändlers, der sich inzwischen das Leben genommen hat, entdeckten Kontrolleure mehr als 200 Tonnen verdorbenes Fleisch und Gemüse. Der Unternehmer belieferte vermutlich alle Bundesländer und mindestens acht EU-Staaten.

Der Appetit auf Fleisch ist den meisten Konsumenten trotz des Skandals nicht vergangen: Vier von fünf essen davon genau so viel wie zuvor, ergab eine Umfrage des Instituts „OmniQuest“.

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